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Einzelkritik: Hertha BSC Berlin - Borussia Mönchengladbach 0:0

Arbeitspunkt

Redaktion TORfabrik.de

Dienstag, 26. Januar 2010 - 07:41 Uhr

Bei Eiseskälte agierten die Gladbacher Borussen in Berlin kompakt, defensiv konzentriert und vorne konterschwach. Das torlose Remis war folgerichtig, die Akteure erhielten von ihrem Trainer ein Kompliment für die geleistete Arbeit. Diese wird in der Einzelkritik nochmal aufgewärmt.

Raul Bobadilla gegen Arne Friedrich - auch dieses Duell endete Unentschieden. (Foto: Olaf Kozany / TORfabrik.de)
Raul Bobadilla gegen Arne Friedrich - auch dieses Duell endete Unentschieden. (Foto: Olaf Kozany / TORfabrik.de)

Logan Bailly: Mit Stirnband und Schal gegen die Kälte gab er eine deutlich glücklichere Figur ab, als mit Klimagerät gegen die Hitze. Der Belgier lieferte eine einwandfreie Partie ab. Zweimal klärte er mit wirklich guten Paraden gegen Schüsse von Cicero. Dazu noch einige Male auf dem Posten, so u.a. mit einem beherzten Hechtsprung gegen Ramos am zweiten Pfosten. Der 24-Jährige war sehr aktiv und aufmerksam. Er verhinderte mit großem Einsatz einen Eckball und prangerte Schlafmützigkeiten in der Abwehr (z.B. als Bradley bei einem Distanzschuss zu zaghaft störte) direkt an. Das Spiel ohne Gegentor sollte ihm weiteres Selbstvertrauen geben. Note 2,0.

Tobias Levels: Vor allem darauf bedacht, in der Defensive sein Revier zu beackern. Das erledigte er solide und mit dem nötigen Biss in den direkten Duellen. Gegen Ende schlichen sich ein paar Stellungsfehler ein, die zum Glück ohne Folgen blieben. Im Spiel nach vorne gab es zwischen dem 23-Jährigen und Vordermann Reus einige Abstimmungsprobleme. Levels spärlichen Vorstößen fehlte die Substanz, gleich mehrere Flankenversuche aus dem Halbfeld versandeten. Note 3,5.

Roel Brouwers: Nach der schwächeren Partie in der Vorwoche zeigte der Niederländer in Berlin eine Leistung, wie man sie von ihm gewohnt ist: oft gut gestanden, aufmerksam, vieles abgeblockt und weggeräumt. Zwei, drei leichtere Wackler – u.a. ein verlorenes Kopfballduell gegen Ramos – blieben ohne Folgen. Vorne hätte er fast sein Torkonto verbessert. Wieder mal nach einer Ecke platzierte der 28-Jährige einen brandgefährlichen Kopfball. Abgesehen vom Elfmeter war es Borussias beste Chance. Note 3,5.

Dante: Wieder eine ganz starke Partie des Brasilianers. Er klärt nicht, er kontrolliert. Ruhig, sicher und mit dem Selbstvertrauen eines Vaters, der gegen seine kleinen Söhne kickt. Er weiß, dass er überlegen ist. Auch in der Luft konnte der 26-Jährige nahezu jeden Zweikampf für sich entscheiden und das stets absolut sauber. Die Selbstverständlichkeit in seinen Aktionen ist nicht nur für Gladbacher Verhältnisse herausragend. Bei eigenen Standards kam er diesmal nicht zum Zug. Man wünscht sich manchmal, dass er sich auch aus dem Spiel heraus mal mit nach vorne einschalten würde. Nicht ‚wild‘ wie ein Lucio, sondern bewusst gewählt und abgesichert. Note 2,0.

Filip Daems: Der Kapitän machte über weite Strecken eine solide Partie. Sein Stellungsspiel war in Ordnung und er setzte Körper und Schnelligkeit beim Abschirmen des Balles gut ein. Ein paar Standprobleme hatte er angesichts des Bodens bzw. der Schuhwahl. Glück für den 31-Jährigen, dass Kringe in der zweiten Halbzeit das Tor nicht traf, als Daems nicht energisch genug störte. Nach vorne sehr zurückhaltend. Wenn er in der Berliner Hälfte in Ballbesitz war, wirkte der Belgier etwas unentschlossen. Note 3,5.

Thorben Marx: An alter Wirkungsstätte sehr aktiv und einsatzfreudig. Marx arbeitete viel, ging weite Wege und bissig in die Zweikämpfe. Er machte die Mitte gut zu, selbst wenn die Berliner zum ein oder anderen Weitschuss kamen. Im Offensivspiel trennte er sich ein paar Mal zu spät vom Ball, dafür spielte er zwei, drei wirklich gelungene Pässe, u.a. einen feinen Steckpass auf Reus. Vom Engagement her vorbildlich und auch mit der richtigen Körpersprache. So ärgerte er sich zurecht über Funkels Forderung nach einer Gelben Karte für ein Allerweltsfoul. Dass der 28-Jährige selbst verwarnt wurde, war die Summe vieler kleiner Fouls. Note 3,5.

Michael Bradley: Hatte ziemliche Probleme mit dem aktiven Raffael, dem Bradley einige Male nur hinterher hecheln konnte und ihn förmlich zu Distanzschüssen einlud. Bekam dafür einmal berechtigterweise einen Rüffel von Bailly und auch Dante wies den US-Boy zurecht. Als Umschaltspieler diesmal kaum in Erscheinung getreten. Es fehlten Tempo und Überraschung in seinen Aktionen. Meist spielte er den Querpass, Impulse gingen vom 22-Jährigen so gut wie keine aus. Note 4,5.

Juan Arango: War für die Szene des Spiels verantwortlich, als er zunächst mit dem Elfmeter an Drobny scheiterte und dann beim Nachschuss einen unentschuldbaren Tiefschlaf hielt. Über diesen Fauxpas hinaus mit weiteren eher unglücklichen Aktionen. Auch die gut gemeinten Versuche, mit den Stürmern Doppelpass zu spielen, scheiterten. Das lag allerdings eher daran, dass Colautti bzw. Bobadilla nicht recht mitmachen wollten. Nach dem doppelten Fehlschuss schien der Venezolaner nach der Pause den Kopf noch mehr hängen zu lassen. Nach vorne trat er nicht mehr in Erscheinung, hinten wehrte er sich kaum noch. Auch deshalb kam Kringe immer gefährlicher auf. Note 5,0.

Marco Reus: Musste sich in einigen Aktionen der Routine eines Kobiashvili beugen, versuchte jedoch zumindest, mit seinen Antritten für Gefahr zu sorgen. Ein paar Mal klappte die Abstimmung mit Levels nicht, bei seinen Ecken wechselten Licht und Schatten. Eine schlug er hinter das Tor, mit einer anderen bediente er Brouwers zu seiner großen Kopfballgelegenheit. Wie üblich wechselte Reus mit Arango im ersten Durchgang die Seite. Nach der Pause vor allem durch seine fleißige Defensivarbeit auffällig. Nach der Einwechslung von Herrmann für Colautti rückte der 20-Jährige in die Mitte, arbeitete jedoch zumeist tief in der eigenen Hälfte mit. Immerhin sorgte er für Entlastung, wenn er mit dem Ball am Fuß davon ziehen konnte. Note 3,5.

Roberto Colautti: Der Nationalspieler aus Israel legte nach überstandener Verletzung weite Wege zurück, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Weder in der Ballbehauptung, noch als Partner für Kombinationen überzeugte der 27-Jährige. Ihm fehlte einfach die Spritzigkeit, weswegen er oft den Tick zu spät dran war und einige Stürmerfouls produzierte. Bei seiner einzigen Aktion im Strafraum wurde er von Friedrich von den Beinen geholt. Nach 65 Minuten wurde er ob seines Trainingsrückstands ausgewechselt. Note 4,5.

Raúl Bobadilla: Man hatte den Eindruck, als er ob er diesmal wirklich versuchte, so einfach wie möglich zu spielen. Dazu muss er sich allerdings zwingen und irgendwann begann er wieder, an der Seitenlinie den Ball zu ‚streicheln‘. Doch der Argentinier zeigte einige gute Ansätze und einen starken Distanzschuss, den Drobny toll parierte. In der zweiten Halbzeit war es ein noch schwereres Spiel für den Stürmer. Der 22-Jährige fiel mit zwei guten Balleroberungen positiv auf, leistete sich jedoch auch einen überhasteten Schuss in den kalten Berliner Himmel. Note 3,5.

Patrick Herrmann: Sollte mit seiner Schnelligkeit den ein oder anderen Konter setzen, was nur im Ansatz gelang. Zwar gab der Youngster Gas, konnte sich allerdings nicht zwingend durchsetzen. Dafür half er hinten aufmerksam mit und ging konzentriert zu Werke. Ohne Note.

Thomas Kleine: Taktischer Wechsel zu Beginn der Nachspielzeit und keine Gelegenheit für den 32-Jährigen, noch auf sich aufmerksam zu machen. Ohne Note.

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