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Erleichterung nach dem zweiten Auswärtssieg in Folge

Frontzeck: »Da habe ich kurz die Besinnung verloren«

Marc Basten

Sonntag, 22. November 2009 - 13:25 Uhr

Der zweite Auswärtssieg in Folge verschafft Borussia Mönchengladbach ein wenig Luft im Abstiegskampf. Borussias Trainer Michael Frontzeck konnte durchatmen, nachdem die Partie in den Schlussminuten nochmal richtig spannend wurde.

Borussias Trainer Michael Frontzeck konnte sich über den zweiten Auswärtssieg in Folge freuen. Nach Hamburg wurde auch Frankfurt besiegt. (Foto: Marc Basten / TORfabrik.de)
Borussias Trainer Michael Frontzeck konnte sich über den zweiten Auswärtssieg in Folge freuen. Nach Hamburg wurde auch Frankfurt besiegt. (Foto: Marc Basten / TORfabrik.de)

Ein rauschendes Fußballfest war es nicht, was Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach vor 50.000 Zuschauern in der Commerzbank Arena ablieferten. Üblicherweise ist die Heimmannschaft in der ‚Bringschuld‘ wenn es darum geht, das Spiel zu machen. Die gastgebende Eintracht scherte sich allerdings wenig um solche Gepflogenheiten und überließ den Gladbacher Borussen die Spielgestaltung. »Frankfurt hat relativ defensiv gespielt. Das war nicht die Riesenüberraschung«, umschrieb es Borussias Trainer Michael Frontzeck. »Bis zur 35 Minute haben sie nur auf Standards und Konter gespielt«.

Seine Mannschaft konnte aus der optischen Überlegenheit und den zahlreichen Ballgewinnen allerdings zu wenig Kapital schlagen. »Arango hatte zu Beginn eine richtig gute Chance«, so Frontzeck. »Danach hatten wir im Ansatz gute Kontermöglichkeiten, die wir nicht mit der letzten Konsequenz zuende gespielt haben«.

Nach und nach schlichen sich Nachlässigkeiten ein Frankfurt nahm gegen Ende des ersten Durchgangs plötzlich auch am Geschehen teil. »Wir haben sie eingeladen, besser in Spiel zu kommen«, so Frontzeck. »In den letzten 10 Minuten vor der Pause wurden wir fahrlässig. Das hat mir gar nicht gefallen und darüber haben wir in der Kabine gesprochen«.

Die Ansprache passte. »Es war wichtig, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit den Faden wieder aufgenommen hat und konzentriert bei der Sache war«.

Die Belohnung erfolgte durch das 1:0, selbst wenn man die Schützenhilfe der Frankfurter Russ und Nikolov beanspruchen musste. »Klar kann man sagen, dass es für die Eintracht ein unglückliches Gegentor war. Doch andererseits war es von uns auch sehr gut herausgespielt«, meinte Frontzeck. »Wenn man den Gegner zu Fehlern zwingt, muss das nicht unbedingt schlecht sein«.

Zwölf Minuten nach dem Führungstor erhöhte der VfL auf 2:0. Vorausgegangen war ein Eckball und ein missglückter Schussversuch von Arango, der wieder auf der Außenbahn landete. Die Flanke von Reus köpfte Brouwers zur Vorentscheidung ein.

Eigentlich hatten die Borussen danach alles im Griff, selbst wenn Frankfurt naturgemäß mehr investierte und ein paar Mal gefährlich an und in den Strafraum der Gladbacher kam. Doch an diesem Nachmittag fehlte der Eintracht die Durchschlagskraft, so dass alles nach einem ungefährdeten Sieg der Fohlen aussah.

Bis zur 86. Minute, als Rob Friend bei einem Freistoß in der Abwehrmauer den Ball an die Hand bekam und der Schiedsrichter auf Strafstoß entschied. Eine umstrittene Entscheidung, da der Kanadier zwar die Hand hoch nahm und den Ball berührte, doch hielt er sie in Höhe des Gesichts, wo das Leder sonst unweigerlich gelandet wäre. Man hätte dies durchaus auch als ‚Schutzhand‘ einordnen können.

Schiedsrichter Sippel entschied anders und nach dem verwandelten Strafstoß durch Schwegler wurde es nochmal richtig eng für den VfL. »Da musst du immer Angst haben, dass noch ein Ding reinflutscht«, sagte Frontzeck. »Das hätte die Mannschaft heute nicht verdient gehabt«.

Marco Reus hätte allen die Zitterpartie in den letzten Minuten ersparen können, als er kurz nach dem Anschlusstreffer einen Konter vermasselte. »Das war die große Möglichkeit zum 3:1, doch Marco übersieht Rob Friend«, ärgerte sich Frontzeck. »Wie das gehen kann, weiß ich auch noch nicht genau. Wie man den Rob übersehen kann .... Gott sei Dank für Marco und uns ist es noch mal gut gegangen«.

Und dann sorgte auch noch Logan Bailly in der Nachspielzeit für einen ‚Herzinfarkt-Aktion‘. Nach einer abgefangenen Ecke – Frankfurts Torwart Nikolov war mit nach vorne gekommen – sprintete Bailly plötzlich mit dem Ball am Fuß gut 35 Meter aus seinem Tor. »Da habe ich kurz die Besinnung verloren«, musste Frontzeck einräumen. »Ich hatte nicht gesehen, dass Nikolov aus dem Tor war. Doch ich sage ja immer, der Torwart ist der erste Angreifer. Das hat Logan sehr wörtlich genommen«. Bailly trieb den Ball nach vorne und passte in den Lauf von Matmour, der ins leere Tor schoss, dann aber wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde.

Wie dem auch sei, am Ende durften die Borussen sich über drei Punkte freuen. »Sicherlich haben wir in Hamburg besser gespielt, doch unter dem Strich ist der Sieg nicht unverdient«, stellte Michael Frontzeck zurecht fest. »Wir können uns zwei Tage freuen, doch ab Dienstag ist das Schnee von gestern. Das Selbstvertrauen können wir mitnehmen, aber wir haben mit Schalke eine richtig schwere Aufgabe vor der Brust«.

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