Samstag, 21. November 2009 - 17:31 Uhr

Borussias Trainer Michael Frontzeck musste in der Frankfurter Commerzbank-Arena auf Stürmer Raúl Bobadilla verzichten, der frühestens am nächsten Wochenende wieder zur Verfügung steht. Dazu erlitt auch Filip Daems einen erneuten Rückschlag und musste passen.
So gab es denn auch keine Änderungen gegenüber dem 0:0 vor der Länderspielpause im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Erste Elf und Kader blieben gleich.
Borussia starte sehr ordentlich in die Partie und bestimmte zunächst das Geschehen. Frankfurt hielt sich für eine Heimmannschaft sehr zurück und machte kaum etwas nach vorne. Zudem verloren die Hessen eine Unzahl an Bällen an die aggressiv zu Werke gehenden Gladbacher. So in der 6. Minute, als Marx das Spielgerät eroberte und über links in den Strafraum zog. Sein Pass in den Rückraum erreichte Arango, der aus sehr guter Position 18 Meter vor dem Tor einen Schlenzer versuchte – leider zu schwach.
Noch in der gleichen Minute hätte der Venezolaner das Tor zwingend machen müssen. Matmour setzte sich schön durch, sein Zuspiel auf Reus leitete dieser auf Arango weiter. Aus elf Metern halblinks schoss Arango haarscharf am Tor vorbei.
Auch in der Folgezeit blieb Borussia die bessere, weil aktivere Mannschaft. Immer wieder störte man Frankfurt schon in der eigenen Hälfte, doch es gelang nicht, daraus Kapital zu schlagen. Lediglich Halbchancen sprangen heraus, die in keinem Verhältnis zum Aufwand standen, der betrieben wurde.
Mit zunehmender Spieldauer leistete man sich ein paar Unachtsamkeiten, welche die bis dahin enttäuschenden Frankfurter ins Spiel brachten. So durfte Schwegler nach Flanke von Spycher am langen Pfosten relativ unbgedrängt ans Außennetz köpfen (26.).
Bis in die Schlussphase des ersten Durchgangs verteilten sich nun die Spielanteile, wobei kein Team zu einer nennenswerten Möglichkeit kam. Erst in den letzten fünf Minuten drehten die Gastgeber auf.
Auslöser war eine unglückliche Aktion von Levels, der Brouwers anschoss und plötzlich Korkmaz in Position brachte. Der Schuss des Österreichers aus vielversprechender Distanz wurde allerdings sichere Beute von Bailly. Doch die Frankfurter waren nun wach und drängten Borussia zurück, kamen zu einigen Eckstößen in Folge. Aus einem resultierte die größte Chance der Skibbe-Truppe: Alex Meier stieg zum Kopfball hoch, Jean-Sébastien Jaurès stand goldrichtig am Pfosten und schlug das Leder vor der Linie weg (43.).
Mit einem torlosen Remis ging es in die Kabine, wobei für die Borussia gerade aufgrund der Anfangsphase deutlich mehr drin war.
Beide Teams kamen in unveränderter Formation zurück aufs Feld. Zunächst waren die Spielanteile verteilt, doch nach und nach gewann die Borussia Oberwasser. Das drückte sich dann in der 54. Minute mit dem nicht unverdienten 1:0 für den VfL aus, selbst wenn das Tor glücklich zustande kam. Nach einer flachen Hereingabe von Levels schoss der Frankfurter Russ seinem Keeper Nikolov den Ball ins Gesicht, von wo aus er ins Netz klatschte.
Frankfurt musste nun zwangsläufig etwas mehr nach vorne machen, was den Borussen Räume eröffnete. Schon in der 65. Minute gab es die Gelegenheit zum zweiten Treffer. Arango flankte aus dem Stand, Nikolov lenkte den Kopfball von Friend aufs Tornetz.
Kurz darauf konnten die Borussen erneut jubeln. Nach einer zunächst verunglückten Ecke flankte Reus von der rechten Seite punktgenau auf den Kopf von Roel Brouwers. Der Niederländer stieg hoch und wuchtete die Kugel zum 2:0 in den Winkel.
Ein Tiefschlag für Frankfurt, die sich zwar bemühten, die Borussen jedoch nicht wirklich ernsthaft in Gefahr bringen konnten. Eine kleine Schrecksekunde gab es in der 75. Minute, als Meier einen Kopfball an den Pfosten setzte und der eingewechselte Köhler den Rebound im Tor unterbrachte. Der Frankfurter stand allerdings im Abseits, so dass der Treffer nicht gegeben wurde.
Der VfL schien alles im Griff zu haben – bis in die Schlussminuten. Da gab es einen Freistoß für die Gastgeber und Rob Friend bekam in der Mauer das Spielgerät an die Hand. Schiedsrichter Sippel entschied auf Elfmeter, den Schwegler sicher verwandelte (86.).
Nun wurde es nochmal richtig hektisch und eine schon gewonnen geglaubte Partie stand auf des Messers Schneide. Reus vertändelte fast im Gegenzug eine Riesenkontermöglichkeit als er den freistehenden Friend übersah, Frankfurt warf danach alles nach vorne.
Mit großem Kampf retteten die Borussen den knappen Vorsprung über die Zeit – einem Treffer von Matmour wurde wegen Abseits noch die Anerkennung verweigert -. Am Ende stand nicht unverdient der zweite Auswärtssieg in Folge für den VfL ...
Kurzstatistik zum Spiel:
Eintracht Frankfurt: Nikolov - P. Ochs, Franz (73. Teber), Russ, Spycher - Chris, Schwegler - Steinhöfer (64. Köhler)- Caio, Korkmaz (86. Heller) - Meier
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Jaurès – Bradley, Marx – Reus (90. Kleine), Arango (83. Meeuwis) – Matmour, Friend
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Colautti, Jantschke, Lamidi, Neuville
Tore: 0:1 Nikolov (54./ET), 0:2 Brouwers (66.) , 1:2 Schwegler (86./FE)
Gelbe Karten: Spycher, Meier, Russ - Marx
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Zuschauer: 50.000