Donnerstag, 19. November 2009 - 17:06 Uhr

Länderspielpausen sind ein Grauen. Der Ligabetrieb wird wie eine Salami zerstückelt, der Rhythmus geht flöten. Testspiele können da nur bedingt helfen, zumal meist eine gewisse Anzahl an Profis bei ihren Länderteams weilt. Der Trainer weiß oft bis wenige Tage vor dem nächsten Spieltag nicht, ob seine Spieler die internationalen Einsätze gesund überstehen und in welcher Verfassung sie zurückkehren.
All dies ist im aktuellen ‚Break‘ des Spielbetriebs in den Hintergrund gerückt. Der tragische Tod von Robert Enke hat die Republik erschüttert. Ganz Fußballdeutschland verweilt in einer Art Schockstarre.
Dies ist angemessen, genauso wie die sachliche(!) Auseinandersetzung über die Konsequenzen für den Fußball. Doch ebenso wichtig ist es, den Blick nach vorne zu richten. Das bedeutet: nicht einfach weiter wie bisher, aber doch ein Stück weit die Rückkehr zur Normalität.
Und dazu bietet sich der faire, sportliche Wettkampf an. Für Borussia Mönchengladbach steht am Samstag das Duell bei der Frankfurter Eintracht auf dem Programm. Borussias Trainer Michael Frontzeck konnte fast alle Nationalspieler, die in den letzten Tagen auf Reisen waren, mehr oder weniger frisch wieder im Borussia-Park begrüßen.
Karim Matmour, der mit Algerien auf den letzten Drücker die WM-Quali geschafft hat, wird am Freitag zum Abschlusstraining zurück in Mönchengladbach erwartet.
Wie Michael Frontzeck seine Mannschaft in Frankfurt aufstellen wird, ließ er am Donnerstag auf der Pressekonferenz wie gewohnt offen. Klar ist, dass Raúl Bobadilla ausfallen wird. Da sich beim Testspiel in Oberhausen weder Neuville noch Colautti nachhaltig aufdrängen konnten, dürfte das Team gegenüber dem torlosen Remis gegen den VfB Stuttgart keine großartige Änderung erfahren.
Auch auf der Position des linken Verteidigers wird sich nichts verändern. Während Michael Frontzeck auf der Pressekonferenz noch davon sprach, dass Filip Daems »auf jeden Fall im Kader« sei, musste man am späten Nachmittag zurückrudern. Borussias Kapitän soll nun plötzlich an einer Sehnenscheidenentzündung unter dem linken Fuß leiden. So wird der Belgier also auch in Frankfurt nicht zur Verfügung stehen.
Für Frontzeck zählt ohnehin nur, dass die Mannschaft insgesamt so auftritt, wie »zuletzt in Wolfsburg und in Hamburg«. Da konnte man auswärts spielerisch überzeugen und so soll es auch in der Commerzbank-Arena sein. Dort wartet allerdings eine Mannschaft, die nicht unbedingt dafür bekannt ist, im eigenen Stadion volle Pulle zu gehen und das Heft in die Hand zu nehmen. »Sie sind auf eigenem Platz schwer zu schlagen«, weiß Borussias Trainer. Nur der VfB Stuttgart holte in dieser Spielzeit drei Punkte in der Main-Metropole.
Dennoch sollte zumindest ein Teilerfolg drin sein, um den positiven Trend fortzusetzen. Und angesichts der bewegenden vergangenen Tage ist es legitim, sich schlicht und einfach auf ein ganz normales Bundesligaspiel zu freuen ...