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Sonntag, 08. November 2009 - 17:12 Uhr

Jens Lehmann wird in diesen Tagen 40 Jahre alt. »Er kann sich aber immer noch bewegen«, musste Gladbachs Stürmer Rob Friend nach den 90 Minuten im Borussia-Park anerkennen. Lehmann bewahrte den VfB Stuttgart mit mehreren gelungenen Paraden vor einer möglichen Niederlage.
Und die wäre, da waren sich alle Beobachter einig, nicht unverdient gewesen. Denn Borussia Mönchengladbach spielte den Champions-League-Teilnehmer zeitweise schwindelig. »Wir hatten sehr starke Phasen«, lobte Borussias Trainer Michael Frontzeck. »Gefehlt hat nur das Tor«.
Tatsächlich erspielten sich die Gladbacher eine Reihe hochkarätiger Möglichkeiten. »Wir waren stärker, hatten die klar besseren Torchancen, so ein Spiel kann man dann auch mal gewinnen«, meinte Kapitän Tobias Levels. »Am Ende hat das Quäntchen gefehlt«.
Vorwürfe wollte der ‚Abteilung Attacke‘ niemand machen. »Es ist ja nicht so, dass wir die Chancen fahrlässig verdaddelt haben«, sagte Frontzeck.
Alleine Marco Reus hatte mehrere gute Gelegenheiten auf dem Fuß. Und dass, obwohl Reus zu ‚Gladbachs-Boateng‘ mutierte und zeitweise nur noch humpelnd über den Platz schlich. Der Youngster war umgeknickt und wollte schon ausgewechselt werden, doch nach einem Sololauf biss er auf die Zähne und spielte weiter. »Wie er das gemacht hat, weiß ich nicht«, wunderte sich Michael Frontzeck. »Aber ich war froh, dass er weiterspielen konnte. Er hat eine sehr gute Partie gemacht und der Verein hat auch mit Blick auf die Zukunft mit ihm einen richtig guten Griff getan«.
Im Sturm musste Frontzeck den verletzten Raúl Bobadilla ersetzen und entschied sich gleich für eine Kompletterneuerung. Statt Bobadilla & Colautti hieß das Sturmduo Matmour & Friend. »Colautti ist nicht aus Leistungsgründen draußen geblieben, sondern weil ich für dieses Spiel eine andere Konstellation wollte. Mit Friend einen, der den Ball halten kann, in der Luft gut ist und daneben mit Matmour einen extrem schnellen Mann«.
Das man mit Rob Friend im Sturm etwas anders spielt, zeigte sich auch gegen Stuttgart. Doch die weiten Schläge auf den langen Kanadier hielten sich in Grenzen. »Es wird leicht als Alibi genommen, die langen Bälle auf Rob zu spielen«, weiß Frontzeck. »Bis auf eine Phase in der ersten Halbzeit war es heute in Ordnung. Rob hat ja auch schon in Hamburg gezeigt, dass er durchaus mit kombinieren kann. Er ist nicht der große Sprinter, aber hat andere Qualitäten, die uns gut tun«.
Der Kanadier selbst mag es überhaupt nicht, dass man seine Fähigkeiten nur auf die Körpergröße reduziert. »Mich ärgert das schon. Ich kann auch Fußball spielen. Nur weil ich groß bin heißt das nicht, dass ich nur mit langen Bällen angespielt werden soll. Es kann durchaus eine Option sein, wenn wir unter Druck stehen und ich den Ball behaupte, um andere in Szene zu setzen«.
Gegen Stuttgart gab es eine klare Ansage des Trainers. »Er hat vor dem Spiel gesagt, dass man nicht nur lange Bälle auf mich sollte, nur weil ich groß bin«, berichtete Friend. »Das mag ich genauso wenig. Es bringt mich aus meinem Spiel. Heute haben wir mehr gespielt und das war gut«.
Am Ende blieb der erhoffte Sieg aus, wobei Michael Frontzeck bat, »die Kirche im Dorf« zu lassen. »Der VfB ist nach wie vor eine sehr gute Mannschaft und verfügt eigentlich über das Niveau des HSV. Man muss auch anerkennen, dass sie den Ball teilweise gut laufen ließen«.
»Ein paar von uns sagten in der Kabine, dass wir letztes Jahr solch ein Spiel noch verloren hätten«, ergänzte Michael Bradley. »Da wären Organisation und Disziplin am Ende verloren gegangen, wir hätten uns einen Konter eingefangen und das 0:1 kassiert. Doch mittlerweile halten wir die Organisation, bleiben diszipliniert ohne größere Chancen zuzulassen«.
»Zumindest muss du es schaffen, so ein Spiel hinten mit einer Null zu beenden«, unterstrich Frontzeck. »Da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht«.
Am Ende konnten sie in Mönchengladbach nach guter Leistung mit dem Zähler leben. Frontzeck: »Wir haben gegen zwei Mannschaften vier Punkte geholt, die wir nicht unbedingt auf dem Zettel hatten«.
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