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Samstag, 07. November 2009 - 17:25 Uhr

Borussias Trainer Michael Frontzeck musste gegen Stuttgart auf Raúl Bobadilla verzichten, der sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Dagegen stand der unter der Woche ebenfalls angeschlagene Logan Bailly zwischen den Pfosten.
Für den verletzten Bobadilla stand der Siegtorschütze von Hamburg, Rob Friend, in der ersten Elf. Als weitere Veränderung gegenüber dem Auswärtssieg an der Elbe stand Matmour von Beginn an auf dem Feld, Roberto Colautti musste für ihn weichen.
Da es in Hamburg mit den grünen Auswärtskluft so gut geklappt hat, liefen die Borussen erstmals auch in einem Heimspiel mit diesen Trikots auf.
Die Borussen begannen jedoch ganz anders als ein Auswärtsteam, sondern nahmen direkt das Heft in die Hand. Stuttgart reagierte zunächst nur, während die Gladbacher das Spiel machten. Und das nicht schlecht, obwohl sie viel mit langen Bällen operierten.
Ein solcher von Dante erreichte in der 8. Minute Reus, der in den Strafraum sprintete, jedoch am langen Pfosten vorbei zielte. Noch in der gleichen Minute wurde Friends Schuss im Anschluss an eine Hereingabe von Arango geblockt, Matmour vergab den Rebound knapp. Die folgende Ecke köpfte Brouwers in Richtung Tor, Bradley verpasst den Ball am langen Pfosten – er hätte aus ganz kurzer Distanz nur einnicken müssen.
Borussia blieb das deutlich bessere Team, der Ball lief teilweise sehr ansprechend durch die eigenen Reihen und man kam auch immer wieder gefährlich an und in den Strafraum der Stuttgarter.
Einen Schrecken gab es für den VfL, als Marco Reus sich nach einem Schuss plötzlich vor Schmerzen am Knöchel krümmte. Offensichtlich war der Youngster umgeknickt, der zunächst humpelnd wieder aufs Feld kam, dann jedoch signalisierte, dass er ausgewechselt werden müsste. Roberto Colautti hatte sich schon bereit gemacht, da kam Reus 25 Meter vor dem Tor an den Ball und startete plötzlich einen Sololauf. Drei Stuttgarter ließ er stehen, sein Schuss flog knapp am Kasten vorbei (22.).
Offensichtlich hatte diese Aktion Reus so beflügelt, dass er die Schmerzen verdrängen konnte. Jedenfalls konnte er weiter spielen, Colautti durfte sich wieder setzen.
Nach einer sehr starken halben Stunde ließen die Gladbacher allerdings zusehends die Zügel schleifen. Stuttgart stand nun höher und unterband die Angriffe der Borussen wirkungsvoller. Die Schwaben machten nun deutlich mehr und hatten nun etwas mehr vom Spiel. Zu echten Chancen kam der Champions-Leauge-Teilnehmer allerdings nicht, da Dante & Co. rigoros abräumten.
Borussia tauchte eine ganze Zeit nicht mehr gefährlich vor Jens Lehmann auf, was sich erst in den letzten Minuten des ersten Durchgangs änderte. Da war es wieder der flinke Reus, der über links bis zur Grundlinie sprintete und den Ball scharf vors Tor zielte. Friend kam nicht ans Leder und Boka klärte einen Meter vor der Torlinie in die Arme von Lehmann.
Und auch in der Nachspielzeit stand Marco Reus nochmals im Blickpunkt. Erneut lief er im höchsten Tempo in die Box und kam zu Fall, nachdem er am Trikot gehalten wurde. Der durchaus mögliche Elfmeterpfiff blieb allerdings aus, so dass es mit einem torlosen Remis in die Kabinen ging.
Zur zweiten Halbzeit kamen die Borussen in unveränderter Formation zurück und legten gleich los wie die Feuerwehr. Arango zog den Ball von links direkt vors Tor, Reus lief in den Pass, konnte die Kugel jedoch nicht im Kasten unterbringen (48.). Nur zwei Minuten später die nächste Riesenchance für den VfL. Arango gab den Ball von der Grundlinie vors Tor, wo Rob Friend am langen Pfosten köpfte. Lehmann wehrte die Kugel im Rückwärtsfallen vor der Torlinie ab und war auf dem Posten, als Reus aus spitzem Winkel den Nachschuss ansetzte.
Es war schon imponierend, welches Tempo die Borussen vorlegten und man hatte angesichts der Spielfreude der Gladbacher das Gefühl, dass es nur eine Frage der Zeit sei, wann der verdiente Führungstreffer fallen würde. Doch wie schon in der ersten Halbzeit steckte man nach rund zwanzig Minuten etwas zurück.
Stuttgart kam nun besser auf und zeigte zumindest phasenweise, dass sie eigentlich nicht in diese Tabellenregionen gehören, in denen sie sich derzeit tummeln. Die beste Gelegenheit der Schwaben hatte Kuzmanovic in der 73. Minute, als er die Kugel an den Pfosten nagelte, der Nachschuss wurde Beute von Bailly.
In der Schlussphase legten die Borussen, bei denen Neuville für Matmour gekommen war, nochmal an Tempo zu. Der Druck der Gladbacher wurde größer, Stuttgart konterte gefährlich. So musste Bailly einmal mit einem Hechtsprung vor Pogrebnyak klären, Schieber schoss ans Außennetz.
Mönchengladbach versuchte alles, schaffte den eigentlich verdienten Siegtreffer jedoch nicht mehr. Die beste Möglichkeit in der Schlussphase vergab Neuville, nachdem von Reus eher angeschossen wurde.
Am Ende muss sich der VfL mit einem Punkt zufrieden geben. Phasenweise spielte man begeisternden Fußball, vergaß letztlich nur, eine der zahlreichen guten Chancen zu nutzen.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Jaurès – Bradley, Marx – Reus, Arango – Matmour (71. Neuville), Friend
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Meeuwis, Colautti, Kleine, Jantschke, Lamidi
VfB Stuttgart: Lehmann - Celozzi, Niedermeier, Delpierre, Boka - Kuzmanovic – Rudy (88. Hilbert), Hitzlsperger – Hleb (81. Bastürk), Elson (46. Schieber) - Pogrebnyak
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Dante – Kuzmanovic, Pogrebnyak
Schiedsrichter: Günter Perl
Zuschauer: 47.053
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