Donnerstag, 05. November 2009 - 15:17 Uhr
Nach dem 3:2-Sieg beim Hamburger SV konnte Borussias Trainer Michael Frontzeck mit seiner Mannschaft endlich einmal ohne den ganz großen Druck in die Arbeitswoche gehen. Doch die Leichtigkeit des Seins war spätestens am Mittwoch verflogen, als sich gleich zwei Stammspieler im Training verletzten.
»Raúl Bobadilla hat sich einen kleinen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen«, gab Frontzeck die Diagnose der medizinischen Abteilung weiter. »Es ist ausgeschlossen, dass Raúl gegen Stuttgart spielt«.
Die Prognose macht jedoch Mut. »Beim Auswärtsspiel in Frankfurt steht er höchstwahrscheinlich wieder zur Verfügung«, so Frontzeck. Die Länderspielpause kommt in diesem Fall gerade recht, wobei man dennoch zur Vorsicht mahnen muss. Schließlich lag man bei Borussia bei der Schätzung der mutmaßlichen Ausfallzeiten schon öfter daneben – zuletzt im Sommer bei Logan Bailly und Filip Daems.
Letzterer ist auch heute nicht soweit genesen, als dass er uneingeschränkt zur Verfügung steht. Der Belgier hat wieder Probleme mit dem lädierten Knie und es entscheidet sich kurzfristig, ob Michael Frontzeck den etatmäßigen Kapitän ins Aufgebot gegen den VfB nehmen kann. Gleiches gilt für Logan Bailly, der zwar nicht mehr an den Folgen der Klima(gerät)katastrophe leidet, sich aber am besagten Mittwoch im Training eine Blockierung und Nervenreizung im Hals- und Brustwirbelbereich zuzog.
»Es geht ihm schon wesentlich besser als gestern«, hofft Michael Frontzeck auf den Einsatz seiner Nummer 1.
Sollte Bailly ausfallen, wird Christofer Heimeroth spielen. Um Raúl Bobadilla zu ersetzen, hat Frontzeck »mehrere Konstellationen«, die er sich noch durch den Kopf gehen lassen muss. Naheliegend ist die Option Rob Friend, der nach den Mutmaßungen mancher Beobachter auch dann für Bobadilla aufgelaufen wäre, wenn dieser sich nicht verletzt hätte. Dem widersprach Frontzeck jedoch ausdrücklich: »Ein fitter Bobadilla hätte auf jeden Fall gespielt«.
Die letzten Eindrücke wird sich Frontzeck in den abschließenden zwei Trainingseinheiten holen und dann eine Entscheidung treffen.
Von den Qualitäten des Gegners konnte sich Frontzeck am Mittwoch überzeugen, als die Schwaben in der Champions-League in Sevilla »eine starke zweite Halbzeit« spielten. Der VfB steckt im Moment in einer ähnlichen Ergebniskrise wie die Borussen zuletzt, doch vom Potential her sind die Stuttgarter eine ganz andere Hausnummer. »Stuttgart ist und bleibt eine gute Mannschaft«, unterstrich Frontzeck. Es sei sicher »niemand so borniert zu glauben, dass wir als Favorit auflaufen«.
Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings, dass Frontzecks Ex-Club (als Spieler von 1989 bis 1994) im Moment ein gutes Stück von den eigenen Ansprüchen entfernt ist und eine Menge Ballast mit sich herumschleppt. »Sie sind momentan angeschlagen und das wollen wir ausnutzen«, sagt Frontzeck. Sein Plan ist einfach. »Wir müssen unser Spiel durchziehen und wenn wir die Leistung wie zuletzt bringen, haben wir gute Chancen...«