Sonntag, 18. Oktober 2009 - 17:36 Uhr

Borussias Trainer Michael Frontzeck musste beim Gastspiel beim deutschen Meister auf den angeschlagenen Paul Stalteri verzichten, dafür konnte er erstmals in dieser Spielzeit auf die Dienste von Kapitän Filip Daems zurückgreifen. Der Belgier lief auf seiner gewohnten Position, der linken Abwehrseite, auf und Tobias Levels rückte wieder nach rechts.
Gegenüber der letzten Partie gegen Borussia Dortmund blieben Juan Arango, Rob Friend und Marcel Meeuwis draußen. Für sie kamen Marco Reus, Roberto Colautti und Karim Matmour neu ins Team.
Taktisch kehrte Frontzeck zum 4-4-2 zurück. Bradley und Marx agierten im Mittelfeld zentral, Reus (links) und Matmour (rechts) hinter der Doppelspitze Bobadilla und Colautti.
Beim VfL Wolfsburg ließ Trainer Armin Veh seinen Toptorjäger Grafite zunächst auf der Bank, Obafemi Martins startete als Sturmpartner von Edin Dzeko.
Zunächst sah es so aus, als ob die Wolfsburger gut und gerne auf Grafite verzichten können. Denn schon nach 3 Minuten lag die Führung in der Luft. Misimovic leitete eine Hereingabe weiter auf Dzeko, der einen Schritt vor Levels an die Kugel kam und sie mit Wucht an die Latte zimmerte.
Ein Wachmacher für die Borussen, die sich in der Folgezeit nicht schlecht präsentierten. Sie versteckten sich nicht und zeigten sich immer wieder in der Hälfte der Gastgeber. So in der 5. Minute, als Bradley von links eine Hereingabe auf Colautti platzierte, der den Ball jedoch nicht richtig traf und aus günstiger Position am langen Pfosten vorbei schoss.
Wolfsburg hatte mehr vom Spiel, ohne jedoch die Gladbacher richtig unter Druck zu setzen. Es wurde zwar ansatzweise vor Logan Bailly brenzlig, doch entweder klärte ein Gladbacher rechtzeitig (Daems 18.) oder die Wölfe waren nicht auf der Höhe (Martins 20.).
Auf der anderen Seite zeigte Borussia einige gute Kombinationen, es fehlte jedoch wie so oft der letzte Zug, um einen Angriff gefährlich abzuschließen.
Nach einer halben Stunde hatte Borussia zum zweiten Mal Glück. Das Aluminium rettete erneut gegen Dzeko. Diesmal kam der Stürmer vor Dante zum Kopfball und das Leder klatschte an den Pfosten. Fast im Gegenzug die Chance zur Führung für Mönchengladbach, als Bradley von links in den Strafraum flankte, Bobadilla das Leder volley nahm, aber zum Leidwesen der mitgereisten VfL-Fans deutlich am Tor vorbei schoss.
Borussia war nun fast gleichwertig, hatte durch Bobadilla einen weitere Möglichkeit, als dieser aus 18 Metern knapp über das Tor schoss (33.). In der 41. Minute bejubelten die Gladbacher schon den vermeintlichen Führungstreffer, als Reus eine schöne Kombination abschloss. Leider stand der Gladbacher knapp im Abseits.
Und so kam es, wie es kommen musste. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erhielt Wolfsburg eine Ecke. Alexander Madlung – für die Gladbacher wahrlich kein Unbekannter – lief unbedrängt von der Strafraumgrenze an den Elfmeterpunkt, wo sich Brouwers und Dante von Dzeko bedrängt gegenseitig über den Haufen liefen, während Madlung das Leder per Kopfballaufsetzer unhaltbar für Bailly ins Netz wuchtete.
So ging es für die Gladbacher Borussen mit einem sehr ärgerlichen Rückstand in die Kabinen. Frontzeck ließ sein Team genau wie Kollege Veh unverändert.
Wolfsburg erwischte den besseren Start in die Partie, nach einer Freistoßhereingabe von Misimovic musste Bailly am langen Pfosten in höchster Not retten (47.).
In der Folgezeit zogen sich die Gastgeber allerdings deutlich zurück, während Borussia immer mehr Spielanteile an sich riss. Teilweise lief der Ball ausgezeichnet durch die Reihen der Gladbacher, doch richtig zum Abschluss wollten die Gäste nicht kommen. Und wenn der Verein selbst solch unglaubliche Geschenke wie in der 69. Minute liegen lässt, muss er sich nicht wundern, wenn am Ende nichts herausspringt.
Ein harmloser langer Schlag an den Wolfsburger Strafraum eröffnete Bobadilla plötzlich eine 100%ige Gelegenheit. Keeper Benaglio und und Madlung waren sich uneins und rannten sich anschließend über den Haufen. Der Ball landete vor den Füßen von Bobadilla, doch anstatt sich zu drehen und den Ball locker ins leere Tor zu schieben, versuchte sich der Argentinier mit der Hacke. Der Ball trudelte am Kasten vorbei ...
Eine wirklich unfassbare Szene, die sechs Minuten später in negativer Weise noch getoppt wurde. Da verletzte sich Filip Daems im Laufduell mit dem eingewechselten Graftite erneut am Knie und musste ausgewechselt werden.
Michael Frontzeck brachte Jaurès, es folgten noch Arango für Matmour und später Friend für Colautti. Borussia drängte mit Macht auf den Ausgleich und hatte dazu auch in der hektischen Schlussphase noch die Gelegenheit. Da scheiterte Bobadiall nach schönen Pass des starken Reus an Benaglio (87.).
Der Schweizer Keeper war zuvor länger behandelt worden, die Nachspielzeit betrug allerdings nur drei Minuten. In dieser machte Wolfsburg nach einem Konter durch Gentner das 2:0, ehe Bradley mit einem trockenen Schuss nach einem abgewehrten Ball von der Strafraumgrenze noch auf 1:2 verkürzte.
Doch Schiedsrichter Dr. Fleischer pfiff kurz darauf ab, so dass Borussia eine bittere und absolut überflüssige Niederlage beim deutschen Meister schlucken musste. Es war viel mehr drin und die Borussia war nah dran. Doch es fehlte wieder einmal der letzte Tick ...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
VfL Wolfsburg: Benaglio - Riether, Ricardo Costa, Madlung, M. Schäfer – Josué - Hasebe (68. Pekarik), Gentner - Misimovic - Dzeko, Martins (58. Grafite)
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems (77. Jaurès) – Marx, Bradley – Matmour (68. Arango), Reus – Colautti (79. Friend), Bobadilla
Reserve: Heimeroth (ETW), Meeuwis, Kleine, Lamidi
Tore: 1:0 Madlung (45. +1), 2:0 Gentner (90.+2), 2:1 Bradely (90. +3)
Gelbe Karten: Josué / Daems, Friend
Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)