Montag, 28. September 2009 - 00:01 Uhr

Es war klar, dass sich Borussias Trainer Michael Frontzeck nach den drei Pflichtspielpleiten innerhalb weniger Tage vor dem Spiel beim SC Freiburg Veränderungen überlegen würde. Er verzichtete auf Jean-Sébastien Jaurès und Roberto Colautti und ersetzte sie durch die Startelfdebütanten Paul Stalteri und Marco Reus. Mannschaftskapitän Tobias Levels rückte von der rechten auf die linke Abwehrseite. Zudem wurde das Spielsystem etwas modifiziert: hinter der einzigen Spitze Raúl Bobadilla stand ein Vierermittelfeld mit den offensiven Außen Reus und Matmour. »Wir hatten den Plan, die Freiburger mit Bobadilla und den Beiden, also unseren drei schnellsten Spielern auf dem Platz, auszuhebeln, schnell nach vorne zu spielen und in die Kontersituation zu kommen. Dahinter standen mit Marx und Arango zwei, die zusätzlich das Offensivspiel ankurbeln können«, erläuterte Michael Frontzeck das ursprüngliche Vorhaben.
Die schöne Theorie entpuppte sich in der Praxis als Rohrkrepierer. »Wir waren von Beginn an nicht richtig im Spiel«, monierte Borussias Coach. Hinten agierte man sehr nachlässig und vorne fehlte jegliche Durchschlagskraft. »Schon in der ersten Halbzeit gab es drei oder vier gute Kontersituationen, die wir nicht mit der Überzeugung zu Ende gespielt haben, wie noch zu Anfang der Saison«
Die Gladbacher wirkten, als wären sie kollektiv nicht wirklich auf dem Platz. »Wir waren nicht wach genug und haben es an Frische vermissen lassen«, bestätigte Frontzeck. »Die Leichtigkeit, die wir vor allem in den ersten Wochen im eigenen Ballbesitz hatten, haben wir völlig vermissen lassen. Dazu viele leichte Ballverluste, mit denen wir den Gegner stark gemacht haben. Es hat letztendlich an Vielem gefehlt.«
Zur Pause ließ Frontzeck den überforderten Reus draußen und brachte mit Michael Bradley einen Akteur, der für »mehr Kompaktheit« sorgen sollte. Zunächst schienen die Borussen tatsächlich stabiler zu agieren, doch eine Schlafmützigkeit brachte sie auf die Verliererstraße. Obwohl es offensichtlich war, griffen die Gladbacher bei einem kurz ausgeführten Eckball nicht ein, in dessen Folge Idrissou das Führungstor erzielte. »Da haben wir uns dilettantisch angestellt«, ärgerte sich Frontzeck. In der Folge kehrte Borussias Trainer seiner Systemumstellung den Rücken und brachte mit Rob Friend einen zweiten Stürmer. Doch auch diese Maßnahme sollte letztlich nicht greifen. Nach dem 2:0 durch den sehenswerten Distanzkracher von Abdessadki, konnten die ohnehin schwachen Borussen nicht mehr zulegen.
»Ich bin generell mit dem Spiel sehr, sehr unzufrieden. Das war die schlechteste Leistung in dieser Saison«, zog Frontzeck ein bitteres Fazit. »Im Gegensatz zu den anderen Spielen, in denen vieles gut war, hat heute überhaupt nichts gepasst«.
Nach der nunmehr vierten Niederlage in Folge gilt es, nicht in Panik zu verfallen. »Die Situation ist nicht einfach, doch wir müssen den Kopf oben behalten und weiterarbeiten«, sagte Frontzeck und richtete den Blick auf den nächsten Samstag. »Da erwartet uns mit der Partie gegen Borussia Dortmund ein richtungsweisendes Spiel«.
Der mögliche Negativtrend darf das Team nicht runter reißen. »Wir werden das Freiburg-Spiel aufarbeiten, aber bei mir wird es keine Schuldzuweisungen geben. Wichtig ist nur, dass wir den nächsten Schritt machen und wieder festen Boden unter den Füßen bekommen. Unsere Aufgabe ist dafür zu sorgen, dass die Niederlagen nicht die Köpfe erreichen, daher sollte auch nicht so viel darüber geredet, sondern die passende Antwort am Samstag auf dem Platz gegeben werden. Es ist wichtig sich auf das Dortmund-Spiel zu konzentrieren, ohne zu verkrampfen«.
Schwer genug dürfte es angesichts der Darbietung von Freiburg werden ...