Dienstag, 29. September 2009 - 07:57 Uhr

Logan Bailly: Nach seinem äußerst schwachen Spiel gegen Hoffenheim und der Gala-Vorstellung gegen Duisburg nun eine durchschnittliche Partie des Belgiers. Bei allen Gegentoren war er macht- und schuldlos. Die Schüsse, die er auf sein Tor bekam und parieren konnte, waren ‚Pflichtbälle‘. Der 23-Jährige faustete erstaunlich oft, was nicht unbedingt zur Ruhe beitrug. In der zweiten Halbzeit schaute er in die tiefstehende Sonne – früher trugen Torleute zu solchen Gelegenheiten die mittlerweile aus der Mode gekommenen Kappen. Die fehlende Spielpraxis kann Bailly nicht verleugnen: er ist bei Hereingaben noch nicht der Boss im Fünfmeterraum und die Abstimmung mit den Vorderleuten – u.a. ein Missverständnis mit Brouwers – ist noch lange nicht optimal. Note 3,5.
Paul Stalteri: Erstmalig in dieser Spielzeit stand der Kanadier in der Startelf. Er begann mit einem Annahmefehler an der Linie und über die gesamte Partie unterliefen ihm immer wieder kleinere Unachtsamkeiten. Mangelnde Spielpraxis kann auch ein routinierter 31-Jähriger nicht einfach unter den Teppich kehren. Im ersten Durchgang schlich er sich einige Male im richtigen Moment mit nach vorne und wurde zweimal von Marx bedient. Die Flanken von der Grundlinie wurden jedoch abgeblockt bzw. kamen zu nah ans Tor. In der zweiten Halbzeit hier und da mit Problemen im Stellungsspiel und im direkten Duell, doch ohne größere Fehler. Note 4,5.
Roel Brouwers: Eine sehr ‚wackelige‘ und äußert schwache Partie des Niederländers. Gerade bei hohen Bällen – sonst seine Stärke – mit schlechtem Timing und einigen verunglückten Versuchen. So legte er einmal mustergültig für einen Freiburger auf, was nur mit viel Glück nicht zu einem frühzeitigen Rückstand führte. Zwar konnte er in der ein oder anderen Situation mit einer Rettungsaktion Schlimmeres vermeiden, doch insgesamt war es deutlich zu wenig. Vor allem im Spielaufbau enttäuschte der 27-Jährige. Die langen Bälle fanden zumeist keinen Abnehmer und zwei völlig verunglückte Pässe ohne Bedrängnis waren eigentlich unentschuldbar. Note 5,0.
Dante: Der Brasilianer stand seinem Nebenmann Brouwers in Sachen schwachem Passspiel in Nichts nach. Was da über weite Strecken der ersten Halbzeit an unkontrolliertem ‚Langholz‘ geschlagen wurde, war schlichtweg fürchterlich. Und es wurde auch nicht dadurch besser, dass Dante vor jedem Pass elegant mit den Hüften wackelt. Auch im direkten Duell nicht so stabil wie zuletzt. Einige Male ließ er sich von Bechmann sehr einfach überlaufen. Beim ersten Freiburger Tor hätte er möglicherweise noch eingreifen können. Als Abwehrchef sollte er energischer mit den Neben- und Vorderleuten kommunizieren. So hatte der 25-Jährige seine besten Szenen vorne, als er nach Arango-Ecken dreimal durchaus gefährlich zum Kopfball ansetzen konnte. Note 4,5.
Tobias Levels: Rückte erstmals in dieser Spielzeit auf die linke Abwehrseite. Die neue Aufgabe löste er halbwegs ordentlich, wobei es besonders bei seinen Offensivaktionen überdeutlich wurde, dass es nicht ‚seine‘ Seite ist. Er spielte fast immer zurück und als er einmal mit links flankte, versandete die Hereingabe. Kampf und Einsatzwille waren wie immer reichlich vorhanden, für mehr fehlen schlicht die technischen Voraussetzungen. Dass ihm bei einem Einwurf der Ball durch die Finger glitt, darf in einem Bundesligaspiel nicht vorkommen. Levels ließ sich von Bechmanns Fallsucht irritieren und schließlich provozieren. Da sollte er weniger hitzig reagieren, denn eine Verwarnungskarte war eigentlich überfällig. Note 4,5.
Marcel Meeuwis: So stark der Niederländer noch vor Wochenfrist über eine Stunde gegen Hoffenheim agierte, so schwach war er gegen Duisburg und nun auch in Freiburg. Als ‚Sechser‘ zwischen den beiden Viererreihen konnte er zu keiner Phase die Organisation aufrecht erhalten. Er vermochte die Räume zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen nicht zu schließen, kam kaum in Zweikämpfe und am Ball unterliefen ihm ungewohnt viele Fehlpässe. Auch nach den Umstellungen im zweiten Durchgang nur wenig verbessert. Beim dritten Gegentreffer fälschte er den Schuss noch unglücklich ab. Nach der Chance von Banovic zum 4:0 ließ sich der 28-Jährige von Levels anschnauzen und drehte dann ohne Reaktion mit gesenktem Kopf ab. Noch ist Meeuwis nicht der Leader, der er sein kann. Note 5,0.
Karim Matmour: An alter Wirkungsstätte war der Algerier als rechter Außenspieler im Vierermittelfeld sehr motiviert. Er war der Spieler in Reihen der Borussen, der von Beginn an am deutlichsten etwas erzwingen wollte. Matmour versuchte unermüdlich, etwas auf die Beine zu stellen. Leider war spätestens beim Abschluss Feierabend – gleich drei Versuche im ersten Durchgang endeten als Querschläger in der zweiten Etage. Dennoch ist es schade, dass er für seine tadellose Einstellung nicht mit dem Ausgleichstreffer belohnt wurde. Anstatt über Pouplin zu lupfen, schoss er den Freiburger Keeper nur an. Vieles, wenn nicht sogar alles, was der 24-Jährige macht, ist pure Intuition. Leider ist das unter dem Strich mit zu wenig Effektivität verbunden. Note 3,5.
Thorben Marx: Spielte nach überstandener Verletzung in der ‚offensiven‘ Viererreihe auf der rechten zentralen Position. Der ehemalige Herthaner fing dort stark an, u.a. mit zwei gekonnten Steckpässen auf Stalteri. Mit zunehmender Spieldauer tauchte Marx jedoch immer mehr ab. In der Rückwärtsbewegung lief er fast immer aussichtslos hinterher, im Spiel nach vorne ohne Durchsetzungsvermögen. Es gab keine dynamischen Antritte und irgendwie wirkte der 28-Jährige, als ob er doch noch körperliche Probleme hätte. Oder war der Akku einfach leer? Jedenfalls wurde er nach einer Stunde ausgewechselt, als der zweite Stürmer kam. Note 4,5.
Juan Arango: Der Venezolaner begann zentrallinks im Mittelfeld, manchmal hängend hinter Bobadilla. Das Spiel lief im ersten Durchgang fast komplett an Arango vorbei. Er hatte kaum Platz, auch weil Reus ihm ‚auf die Pelle‘ rückte. Am Ball mit vielen lässigen, halbhohen und angeschnittenen Zuspielen, die für seine Mitspieler unter Bedrängnis kaum zu erreichen, geschweige denn zu verarbeiten waren. Der 29-Jährige fühlte sich sichtlich unwohl und so spielte er auch. Eigentlich fiel er hauptsächlich als Kopfballspieler im eigenen Strafraum auf, als er nach den zahlreichen Eckstößen der Freiburger regelmäßig ‚aufräumte‘. Zur zweiten Halbzeit nach der Herausnahme von Reus ganz links und dort deutlich stärker. Plötzlich blitzte Spielfreude auf und es gab einige ganz feine Pässe aus dem Fußgelenk zu bestaunen. Leider konnte Bobadilla beim Stand von 0:0 einen solchen nicht verwerten und auch die weiteren durchaus gelungenen Zuspiele verpufften, weil die Stürmer sie nicht zu verarbeiten wussten. Seine Eckstöße hatten die nötige Schärfe, leider wurden auch diese nicht genutzt. Als das Spiel endgültig den Bach runterging, erlahmte auch der Elan von Arango. In den Schlussminuten hatte er Pech, als er einen Freistoß an die Latte setzte. Note 4,0.
Marco Reus: Sollte bei seinem Startelfdebüt eigentlich als linker Außenspieler im Mittelfeld das Spielfeld breit halten, doch zog er fast immer in die Mitte, um dort entweder Arango auf den Füßen zu stehen oder sich festzurennen. So hart es klingt – der 20-Jährige war hoffnungslos überfordert und letztlich ein Totalausfall. Ließ sich durch resolutes Zweikampfverhalten seiner Gegenspieler ganz leicht den Schneid abkaufen und kam in der Rückwärtsbewegung permanent zu spät. Blieb zur Pause zurecht draußen. Note 5,0.
Raúl Bobadilla: Konnte sich als einzige Spitze nicht wirklich in Position bringen. In der ersten Halbzeit schoss er einmal aus hoffnungsloser Distanz hoch ins Fangnetz, unmittelbar nach Wiederanpfiff wurde er bei seiner besten Chance nach Arango-Pass geblockt. Der Argentinier bekam wenig brauchbare Zuspiele von seinen Mitspielern, konnte allerdings auch kaum einen Ball halten und nachrückende Mittelfeldspieler bedienen. Der 22-Jährige lief viel und war bemüht, doch letztlich ohne Erfolg. Note 4,5.
Michael Bradley: Kam nach der Pause für Reus und übernahm die Position von Arango. Dem Amerikaner unterliefen zwei, drei ‚Krankenhausbälle‘ und ein ziemlich kümmerlicher Schuss kurz vor Schluss. Dafür spielte er den starken Pass zu Matmours Großchance und mit seinem richtig guten Distanzschuss unmittelbar mach dem 0:2 hätte er seine Mannschaft nochmal ins Spiel bringen können. Der 22-Jährige konnte das Heft zwar nicht in die Hand nehmen, ein Bemühen war jedoch durchaus erkennbar. Note 4,0.
Rob Friend: Kam in der letzten halben Stunde beim Stand von 0:1, doch der Kanadier konnte sich nicht in Szene setzen. Zwei, drei Kopfballweiterleitungen verpufften, weil die Mitspieler nicht mitmachten. Selber kam er nicht zum Abschluss und als Arango ihn zweimal lang schickte, kam der 28-Jährige erst gar nicht an den Ball. Ohne Note.
Moses Lamidi: War kaum auf dem Platz, als er am liebsten im Erdboden versunken wäre. Mit seinem ersten Ballkontakt produzierte er einen unglaublichen Querpass vor dem eigenen Strafraum in die Füße der Freiburger, die daraus das dritte Tor machten. Unglücklicher hätte die Saisonpremiere für den 21-Jährigen nicht verlaufen können. Ohne Note.