Sonntag, 27. September 2009 - 17:20 Uhr

Nach der dritten Pflichtspielniederlage in Folge nahm Borussias Trainer Michael Frontzeck gegenüber dem Pokalaus beim MSV Duisburg drei Änderungen vor: Thorben Marx kehrte nach überstandener Verletzung zurück, dazu gaben Paul Stalteri und Marco Reus ihr Startelfdebüt.
Weichen mussten Roberto Colautti, Jean-Sébastien Jaurès sowie Michael Bradley, die sämtlich auf der Bank saßen. Oliver Neuville, gegen Duisburg noch eingewechselt, gehörte ebenso wie Tony Jantschke nicht dem Aufgebot an. Moses Lamdi komplettierte den 18-er Kader.
Auch in der taktischen Ausrichtung nahm Frontzeck eine Modifizierung vor. Vor der Viererabwehrkette spielte Meeuwis auf der ‚6‘, Marx stand zumindest nominell rechts etwas vorgezogen. Noch etwas weiter außen war Matmour positioniert, auf der anderen Seite Reus. Arango kam über halblinks, Bobadilla bildete die zentrale Spitze.
Natürlich war der Plan, dass sich die Männer von Michael Frontzeck flexibel verschieben sollten. Das funktionierte zumindest in der Anfangsphase recht vernünftig. Im Ansatz lief der Ball ordentlich durch die Reihen der Borussen, doch mit zunehmender Spieldauer steigerte sich Freiburg, während die Mönchengladbacher deutlich nachließen.
In der Hintermannschaft der Borussen gab es in schöner Regelmäßigkeit Unachtsamkeiten. Bei Standards blieb der VfL fast immer zweiter Sieger, dazu legte er den Gastgebern einige Male das Spielgerät unfreiwillig auf.
Zum Glück für die Gäste wollten die Hausherren die Geschenke nicht annehmen und stellten sich im Gladbacher Strafraum relativ ungeschickt an. Banovic (6.), Makiadi (18.) und Bechmann (40.) ließen die sich ihnen bietenden guten Gelegenheiten ungenutzt.
Die Gladbacher fielen zunächst überhaupt nicht auf – allenfalls durch einen Einwurf, der Levels durch die Finger ‚flutschte‘. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs kamen die Borussen ein paar Mal an den Freiburger Strafraum. Gefährlich wurden sie allerdings nicht.
Das Spiel des VfL krankte vor allem an der Spieleröffnung. Hinten heraus wurden unzählige Bälle in die Beine der Freiburger geschlagen - ein konstruktiver Spielaufbau war an diesem Nachmittag nicht zu erkennen.
Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es nochmal hektisch, als die Freiburger mit Entscheidungen von Schiedsrichter Kinhöfer haderten. Das Beste für die Gladbacher war der folgende Halbzeitpfiff und die Tatsache, dass sie trotz sehr bescheidener Leistung noch alle Trümpfe in der Hand hielten.
Zur zweiten Halbzeit blieb Marco Reus in der Kabine, für ihn kam Michael Bradley, der sich bereits ab der 30. Minute warm gelaufen hatte. Arango übernahm die Reus-Position, Bradley die von Arango.
Zunächst hatte es auch den Anschein, als ob die Borussen nun endlich im Spiel seien. So in der 50. Minute, als Arango einen tollen Pass in den Lauf von Bobadilla spielte, der im Eins-gegen-Eins im letzten Moment geblockt wurde. Die folgende Ecke – die erste für Mönchengladbach – köpfte Dante knapp am Pfosten vorbei.
Dass Freiburg in der 54. Minute in Führung ging, war angesichts der ersten Halbzeit sicherlich hoch verdient, lag in dieser Phase allerdings nicht akut in der Luft. Nach einer kurz ausgeführten Ecke durfte Banovic ungehindert flanken und Idrissou köpfte am Fünfmeterraum stehend wuchtig zur 1:0-Führung ein.
Die Borussen hätten nochmal ins Spiel kommen können, wenn Matmour nach starkem Pass von Bradley getroffen hätte. Doch der ehemalige Freiburger schoss Keeper Pouplin an, anstatt das Leder über ihn hinweg zu lupfen.
Es folgte der nächste Wechsel auf Gladbacher Seite. Friend kam für Marx und nun agierte der VfL im gewohnten 4-4-2 System. Der VfL bewegte sich nun weitaus geschickter nach vorne als es vor der Pause geschah - zwingend wurde er allerdings nicht. Im Gegenteil, der SC Freiburg erzielte sogar den zweiten Treffer. Nach einem abgewehrten langen Ball ließ Abdessadki aus mehr als zwanzig Metern einen fulminanten Kracher ab, der unhaltbar für Bailly einschlug (71.).
Als Bradley fast im Gegenzug aus identischer Position mit einem schönen Schuss das Ziel nur haarscharf verfehlte, gab Borussia das Spiel verloren. Die weiteren Bemühungen waren zumeist halbherzig und passend zum schwachen Auftritt folgte zehn Minuten vor Schluss der dritte Freiburger Treffer. Lamidi, gerade eingewechselt, spielte einen Harakiri-Ball quer vor dem eigenen Strafraum in die Beine eines Freiburgers, es folgte eine Ablage und Schuster zirkelte das Leder mustergültig über Bailly hinweg zum 3:0.
Banovic hätte kurz darauf sogar das Debakel perfektionieren können, sein Schuss landete allerdings auf dem Tornetz. Nur noch eine Randnotiz war der Freistoß von Arango, der in der 86. Minute an die Latte klatschte. Borussia war geschlagen – und das nach einer über weite Strecken blutleeren und schwachen Vorstellung auch in dieser Höhe verdient ...
Kurzstatistik zum Spiel:
SC Freiburg: Pouplin - D.-R. Cha, Krmas, Butscher, Bastians - Flum, Banovic – Abdessadki (86. Mujdza), Makiadi (83. Glockner) – Bechmann (69. Schuster), Idrissou
Borussia Mönchengladbach: Bailly - Stalteri, Brouwers, Dante, Levels – Meeuwis – Matmour (79. Lamidi), Marx (61. Friend), Arango, Reus (46. Bradley) - Bobadilla
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Colautti, Kleine, Jaurès
Tore: 1:0 Idrissou (54.), 2:0 Abdessadki (72.). 3:0 Schuster (80.)
Gelbe Karten: - Meeuwis
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)