Dienstag, 01. September 2009 - 07:42 Uhr

Christofer Heimeroth: Am Ende konnte sich der Keeper über sein erstes Bundesligaspiel ohne Gegentor für die Borussia freuen. Der ehemalige Schalker verlebte einen weitestgehend ruhigen Abend und musste nur bei einigen hohen Bällen in Erscheinung treten. Einmal faustete er unter der Kugel hindurch, ansonsten löste er die Aufgaben sicher. Die Abschläge waren in Ordnung und mit einigen Abwürfen machte er das Spiel schnell. Bei jedem gefangenen Ball gab es Szenenapplaus für den 28-Jährigen, was durchaus unterschiedlich interpretiert werden kann. Note 3,0.
Tobias Levels: Seine primäre Aufgabe als rechter Verteidiger erfüllte der 22-Jährige, selbst wenn er vor allem in der Phase vor der Halbzeit in zwei, drei Situationen nicht souverän wirkte. Dies blieb jedoch genauso ohne Folgen wie sein mangelhaftes Kopfballspiel, das sich durch die ganze Partie zog. Levels hatte öfter Probleme mit dem Timing im Luftkampf, daran muss er arbeiten. Im Spiel nach vorne zeitweise so unpräzise wie sein Namensvetter beim Gewinnspiel in der Halbzeitpause. Das Aufbauspiel dauerte manchmal zu lange und so bröckelte das Kombinationsspiel unnötig. Note 3,5.
Roel Brouwers: Hatte vor allem im ersten Durchgang im Luftkampf gegen Bancé einige harte Duelle zu überstehen. Nicht immer war der Niederländer Sieger, doch insgesamt löste er die Aufgabe gegen den unangenehmen Mainzer Angreifer souverän. Auffallend die Selbstverständlichkeit, mit welcher der 27-Jährige mittlerweile auch schlecht zugespielte Bälle verarbeitet. Erhielt in der Schlussphase einen Cut an der Augenbraue, ließ sich noch am Spielfeldrand tackern und mischte dann unbeeindruckt weiter mit. Vorne konnte sich Brouwers nicht in Szene setzen. Note 3,0.
Dante: Nach abgelaufener Rotsperre mit seinem Heimdebüt in dieser Saison. Versuchte es in der Anfangsphase mit dem ein oder anderen langen Ball zu viel und hatte zwei, drei Situationen, die er nicht klar löste. Doch er stabilisierte sich sehr schnell und spielte fortan sehr konzentriert. Vor allem in den direkten Duellen stets Sieger und das in einer vorbildlichen Art und Weise ohne jegliches Foul. So wird seine Klasse deutlich und es bleibt zu hoffen, dass der 25-jährige weiter so ‚einfach‘ spielt. Dante ist ein umso besserer Brasilianer, je deutscher er spielt. Note 2,0.
Jean-Sébastien Jaurès: Der Franzose streute im ersten Durchgang einige ‚unforced errors‘ ein, die einer Mannschaft richtig weh tun können. Zum Glück blieben sie ohne Folgen. Der 31-Jährige eroberte dagegen ein paar gute Bälle, so u.a. vor dem Führungstor. Auch wenn er sehr viel mit Technik und einer gewissen Eleganz lösen will, wünscht man sich im direkten Duell etwas mehr ‚Body‘ des Franzosen. Im Kombinationsspiel gut eingebunden und zumeist mit ordentlichen Spielfortsetzungen. Nach der Pause konzentrierter und nur noch selten zu weit weg vom Gegenspieler. Note 3,5.
Marcel Meeuwis: Der Niederländer scheint sich immer besser zurecht zu finden und trug maßgeblich zur guten Organisation des zentralen Mittelfeldes bei. Wenn Marx auf Tour ging, hielt Meeuwis die Waage. Außerdem harmonierte der 28-Jährige hervorragend mit den zentralen Abwehrspielern. Im Gegensatz zum Berlin-Spiel musste Meeuwis diesmal nicht so viel hinter den Gegenspielern herlaufen. Dennoch ‚begleitet‘ er noch zu oft statt z.B. mit einer Gätsche einzugreifen. Ausgesprochen auffällig seine Fähigkeit, im eigenen Ballbesitz immer anspielbar zu sein. Er weiß mit dem Ball fast immer die richtige Lösung zu finden und gerät nie in Panik. Schlau seine schnell ausgeführten Freistöße in die Spitze und klasse sein Zuckerpass auf Marx vor Matmours Großchance. Note 2,5.
Thorben Marx: Eine starke Vorstellung des 28-Jährigen und das nicht nur wegen seines präzisen Passes auf Bobadilla zum 1:0. Der ehemalige Bielefelder ackerte unermüdlich, erkämpfte sich viele Bälle und schaltete sich sofort mit nach vorne ein, sobald sich die Gelegenheit ergab. Ganz stark seine Mitnahme des Meeuwis-Zuspiels und anschließender butterweicher Flanke auf Matmour. Marx gibt Anweisungen, ist sich aber nicht zu schade, selbst mal hinzuhören. Ruhepausen scheint sich Turbo-Thorben nicht zu nehmen. Das Spiel ist für ihn erst zu Ende, wenn er keinen Ball mehr sieht. Note 2,0.
Karim Matmour: Ein Auftritt, wie man ihn vom Algerier schon oft gesehen hat: Schnell, gewollt, doch meistens ohne Köpfchen. Er veranstaltete zwar eine Menge Wirbel, zum Abschluss kam er nur selten. Leider setzt er seinen Körper in den Sprintduellen nicht immer richtig ein, so dass er sich ab und an viel zu leicht vom Ball trennen lässt. Vergab die Riesenchance zur zeitigen Vorentscheidung, als er nach Marx-Hereingabe aus kurzer Distanz nicht traf. Trotz allem ist er mit seiner Schnelligkeit ein permanenter Unruheherd und beschäftigt die Gegenspieler, was Räume für andere schafft. Note 4,0.
Juan Arango: Den Zahlen nach war Arango der dominierende Mann im Gladbacher Spiel. Er gab mit 7 die meisten Torschüsse auf dem Platz ab und war der Akteur mit den häufigsten Ballkontakten (89). Obwohl hinter allen Aktionen meist eine gute Idee steckte, ließ er – den an den Pfosten gezirkelten Freistoß ausgenommen – bei seinen Chancen die letzte Konsequenz vermissen. Diesmal waren es mehr die kleinen Dinge, die Arango wertvoll machten. Er wurde gesucht und ist im Kombinationsspiel ein echter Gewinn. Auch nach hinten machte er für seine Verhältnisse sehr ordentlich mit, wobei sich das meist auf seine bloße Anwesenheit beschränkte. Wirklich in die Defensivzweikämpfe ging der 29-Jährige nicht. Mit zunehmender Spieldauer merkte man ihm an, dass er physisch noch etwas aufarbeiten muss. Schade, dass er nun bei der Nationalelf weilt. Note 3,5.
Raúl Bobadilla: Hatte zunächst Pech mit einem schönen Freistoß, der knapp vorbei ging. Feierte dann endlich seine Torpremiere für Borussia, als er genau die Tugenden in die Waagschale warf, die ihn stark machen: Gegen seinen gewaltigen Körper war kein Mainzer Kraut gewachsen. Während manch anderer im Duell mit Torwart Müller wohl platt zu Boden gegangen wäre, setzte sich Bobadilla mit all seiner Masse durch. Er wollte das Tor und machte es. Wille und die Energie müssen weiter kanalisiert werden, denn auch gegen Mainz überdrehte der Argentinier in einigen Situationen deutlich. Er wird lernen müssen, dass man auch mit einfachen Aktionen Erfolg haben kann. Das sollte gelingen, schließlich ist Bobadilla mit seinen 22 Jahren noch lange kein ‚fertiger‘ Spieler. Note 3,5.
Roberto Colautti: Obwohl er im gegnerischen Strafraum keine nennenswerte Aktion zu verzeichnen hatte, machte der gebürtige Argentinier ein ausgesprochen gutes Spiel. Er bot sich ständig an, war immer anspielbereit, schirmte ab und selbst wenn er in einigen Situationen zu lange brauchte, so machte er doch mit dem Ball immer etwas vernünftiges. Und das alles im Dienste der Mannschaft und nie eigensinnig. Außerordentlich gut, wie er bei gegnerischem Ballbesitz ‚kippt‘ und so mithilft, es eng zu machen. So war er nach Jaurès' Balleroberung da und legte auf Marx weiter, damit dieser den entscheidenden Pass auf Bobadilla schlagen konnte. Auch beim zweiten Treffer hatte er seinen Anteil, weil er mit seinem Laufweg mehrere Abwehrspieler mit zur Seite zog und so Reus den freien Durchgang erst ermöglichte. Als fleißiger Verbindungsmann war er gegen Mainz ungemein wertvoll. Note 2,5.
Marco Reus: Scheint im Moment der ideale Mann zu sein, in der Schlussphase nochmals für Schwung zu sorgen. Stark sein Solo-Tor, als der Ex-Ahlener schnurstracks wie Usain Bolt auf Wetklo zulief. Noch viel bemerkenswerter als das Tor selbst war die Aktion, mit der Reus in der gegnerischen Hälfte den Ball sauber eroberte und damit für den Assist zum eigenen Tor sorgte. Dass Reus nicht nur auf seine Schnelligkeit reduziert werden kann, zeigte sein mustergültiger Pass auf Arango. Ohne Note.
Oliver Neuville: Ersetzte in den letzten zehn Minuten den entkräfteten Bobadilla. Zunächst konnte sich der 36-Jährige nicht in Szene setzen, doch fast mit dem Schlusspfiff wäre ihm nach einem ‚Bierdeckel-Dribbling‘ fast das 3:0 gelungen. Wetklo verhinderte den Treffer mit einer Glanztat. Ohne Note.
Roman Neustädter: Zwei Minuten durfte er gegen seine alten Kameraden ran und die Siegprämie einstreichen. Ohne Note.