Sonntag, 12. Juli 2009 - 18:29 Uhr

Wie schon öfters in den letzten Jahren absolvierte Borussia Mönchengladbach auch in dieser Saisonvorbereitung ein Testspiel beim SV Bergisch Gladbach. Zuletzt stand man sich vor knapp zwei Jahren gegenüber. Da verlor der damalige Zweitligist aus Mönchengladbach mit 2:3 (Torschützen Rafael und Paauwe).
Von den Protagonisten von vor zwei Jahren waren an diesem Sonntag nur noch wenige dabei. Die Borussia vollzieht einen wiederholten Umbruch und so war es nicht nur für Trainer Michael Frontzeck eine Premiere in Bergisch Gladbach.
Borussias Trainer musste im vierten Vorbereitungsspiel auf Neuzugang Raúl Bobadilla verzichten, der sich in Wegberg eine Fußprellung zugezogen hatte. Dazu fehlten die Langzeitverletzten Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Gal Alberman und Rob Friend.
Im ersten Durchgang lief vor Keeper Frederic Löhe, der wie angekündigt als einziger durchspielte, eine Viererabwehrkette mit Levels, Kleine, Dante und Dorda auf. Vor der Abwehr spielte Meeuwis, Jan-Lukas Pirschel aus der U23, Arango (zentral) und Neustädter komplettierten das Mittelfeld. Den Sturm bildeten Lamidi und Colautti.
Die Borussen waren noch gar nicht richtig auf dem Platz, da gerieten sie auch schon in Rückstand. Marcel Meeuwis leistete sich einen Stockfehler, indem er den Ball unter der Sohle durchrutschen ließ. Hoffstadt profitierte vom Fehler des Niederländers und jagte die Kugel aus halblinker Position mit einem satten Schuss ins Eck (1.).
So hatten sich die Borussen das Spiel sicherlich nicht vorgestellt. Eine weitere Schrecksekunde gab es in der 6. Minute, als Juan Arango einen Tritt gegen den rechten Fußknöchel bekam und liegen blieb. Es sah zunächst böse aus, doch der Neuzugang aus Mallorca konnte nach Behandlung bis zum Ende des ersten Durchgangs weiterspielen. Allerdings war er sichtlich nicht schmerzfrei und es bleibt zu hoffen, dass es letztlich nur eine Prellung ist.
Der Bundesligist tat sich gegen gut organisierte Bergisch Gladbacher sehr schwer, vor allem weil Tempo und Zielstrebigkeit völlig fehlten. Hinten war man nicht immer aufmerksam, so z.B. Christian Dorda in der 17. Minute. Er ließ seinen Gegenspieler entwischen, Frederic Löhe stürmte aus seinem Kasten und legte den Angreifer der Gastgeber spektakulär. Borussias Torwart hatte Glück, dass der Schiedsrichter den Tatort vor den Strafraum verlegte und Löhe nur mit einer Gelben Karte bestraft wurde. Elfmeter und Rot wäre auch möglich gewesen.
Es war angesichts des Spielverlaufs nicht unbedingt zwingend, dass der Borussia in der 26. Minute der Ausgleich glückte. Tobias Levels flankte rechts aus dem Halbfeld hoch in den Strafraum, Roberto Colautti rasselte zwar mit dem gegnerischen Keeper zusammen, wuchtete die Kugel dennoch vom Elfmeterpunkt mit dem Kopf ins Dreieck.
In der Folgezeit lief der Ball bei den Borussen etwas besser, Juan Arango konnte mit einigen präzisen Ecken und in mehreren Situationen als Antreiber gefallen. Chancen gab es für den VfL auch: Zunächst scheiterte Lamidi, als er nach Colauttii-Zuspiel alleine aufs Tor zulief (29.), dann verpasste Kleine per Kopf nach einer Ecke von Arango knapp (32.).
Roberto Colautti versäumte kurz darauf seinen zweiten Treffer, als er nach Pass von Lamidi alleine vor dem gegnerischen Torwart scheiterte (38.). Drei Minuten später machte es der gebürtige Argentinier besser. Nach Flanke von Pirschel versuchte Neustädter den Ball in Richtung Tor zu bugsieren, was nicht ganz gelang. Colautti kam an den hohen Ball und netzte per Kopf zum 2:1 ein.
Bergisch Gladbach hätte fast mit dem Pausenpfiff noch den Ausgleich markieren können, doch Löhe konnte einen Schuss aus kurzer Distanz mit dem Knie abwehren.
Wie angekündigt wechselte Borussias Trainer Michael Frontzeck zur Pause bis auf Keeper Löhe komplett durch. Die Viererkette bildeten nun Jantschke als Rechtsverteidiger, Brouwers und Daems innen, sowie Jaurès auf links. Vor der Abwehr spielte Patrick Schaaf aus der U23, komplettiert wurde das Mittelfeld von Matmour, Marx und Reus. Vorne versuchten sich Neuville und Bäcker.
Nahm die Partie beim letzten Testspiel in Wegberg nach der Pause Fahrt auf, blieb es diesmal beschaulich ruhig auf dem Platz. Die Borussen waren zwar das hoch überlegene Team gegen nun kräftemäßig immer mehr abbauende Gastgeber, doch spielerisch blieb man fast alles schuldig. Es fehlten Tempo und Kreativität, einzig ein paar Einzelaktionen gelangen.
Entsprechend war dann auch dem 3:1 in der 63. Minute keineswegs eine gelungene Kombination vorausgegangen. Der Ball landete eher zufällig bei Karim Matmour, der aus 17 Metern per Drehschuss mit dem linken Fuß flach und platziert ins Eck schoss.
In der 70. Minute gab es noch eine nennenswerte Möglichkeit für den VfL, als Bäcker nach Marx-Zuspiel am Torwart hängen blieb und der Rebound von Reus im letzten Moment von einem Abwehrspieler zur Ecke gelenkt werden konnte.
Das war es jedoch in der BELKAW-Arena. Den Borussen merkte man deutlich an, dass die körperliche und geistige Frische fehlte und vor allem, dass man bislang noch kaum im spielerischen Bereich gearbeitet hat. So war es das erwartet »zähe Spiel«, wie es Michael Frontzeck nach Schlusspfiff treffend ausdrückte.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Löhe – Levels (46. Jantschke), Kleine (46. Brouwers), Dante (46. Daems), Dorda (46. Jaurès) – Meeuwis (46. Schaaf) – Pirschel (46. Matmour), Arango (46. Marx), Neustädter (46. Reus) – Colautti (46. Bäcker), Lamidi (46. Neuville)
Tore: 1:0 Hoffstadt (1.), 1:1 Colautti (26.), 1:2 Colautti (41.), 1:3 Matmour (63.)
Gelbe Karten: Löhe
Schiedsrichter: Frederick Assmuth
Zuschauer:3.400