Dienstag, 26. Mai 2009 - 07:36 Uhr

Logan Bailly: Der Belgier bewies auch im letzten Spiel der Saison noch einmal, dass Borussia mit ihm einen guten Fang gemacht hat. Er war gegen den BvB ein sicherer Rückhalt und verzeichnete einen großen Anteil am Punktgewinn. In der Anfangsphase vereitelte er zweimal gegen Valdez die mögliche Führung für die Gäste per Fußabwehr. Besonders bei der zweiten Chance parierte er überragend. Bei der ersten hatte der 23-Jährige auch ein wenig Glück, da er beim Rauslaufen plötzlich zögerte und innehielt, dann aber doch rechtzeitig reagieren konnte. Außer einem kleinen Wackler war er gegen den BvB bei hohen Bällen und Flanken immer Herr der Lage. Bailly hat in der Halbserie gezeigt, dass er eine Verstärkung ist und die Baustelle im Tor möglicherweise für längere Zeit keine mehr ist. Note 2,5.
Paul Stalteri: Der Kanadier war lange fraglich, wurde jedoch noch rechtzeitig zum Showdown fit. Im Gegensatz zu manchem eher zurückhaltenden Einsatz in den letzten Wochen gab der 31-Jährige diesmal wieder richtig Gas. Hinten war er laufstark, giftig und ballsicher. Auffällig verbessert präsentierte er sich im Spiel nach vorne. Da war er wie in den ersten Partien sehr engagiert. Leider fand sich nach so manch gelungenem Vorstoß in der Mitte kein Abnehmer oder er blieb im letzten Moment nach schönem Doppelpass hängen. Getrübt wurde die gute Leistung des ehemaligen Bremers durch den schweren Fehler vor dem Ausgleich. Da setzte er zum Befreiungsschlag an, doch Kuba spitzelte ihm den Ball weg, so dass Stalteri ein böses Luftloch trat. Zum Glück war dieser Fauxpas am Ende nicht mehr wirklich entscheidend. Note 3,5.
Roel Brouwers: Sah am Anfang gegen Valdez nicht ganz gut aus, was jedoch größtenteils durch Stellungsfehler seiner Nebenleute verschuldet war. Ansonsten hatte der Niederländer in seiner ruhigen Art, die ihn in den letzten Wochen auszeichnete, alles im Griff. Ein cooler Rückpass per Kopf auf Bailly zeigt die Übersicht des 27-Jährigen. Musste schon nach 30 Minuten aufgrund einer Muskelverletzung vom Platz, die er sich in einem (gewonnenen) Sprintduell zuzog. Ohne Note.
Dante: Hinten manchmal pfui – vorne oft hui. So präsentierte sich der Brasilianer im letzten Saisonspiel. In der Anfangsphase mit einem katastrophalen Schnitzer, als er Valdez eine Riesenchance zurechtlegte. Auch ansonsten mit dem ein oder anderen Stellungsfehler und einer auffällig mangelhaften Abstimmung mit den Nebenleuten, insbesondere mit Filip Daems. Mit zunehmendem Spielverlauf stabilisierte sich der 25-Jährige, auch weil er jetzt mehr die Position hielt und nicht immer an die Mittellinie stürmte, wenn Frei sich fallen ließ. Seine Gefährlichkeit in der Offensive zeigte er schon vor der Pause, als er den Kopfball unter Bedrängnis an den Pfosten setzte. Seine Freiheiten – Bewacher Santana wurde gerade behandelt – nutzte Dante beim Führungstor konsequent aus. Mit dem wichtigen Treffer beruhigte er die Nerven und ebnete den Weg zum wichtigen Punktgewinn. Nimmt man seinen Kracher ins eigene Tor gegen Leverkusen hinzu, traf der Brasilianer somit im dritten Spiel nacheinander. Note 3,5.
Filip Daems: Der Kapitän war der erste Gladbacher, der es mal mit einem Schuss aufs Tor versuchte. Offensiv hatte der 30-Jährige mehr Aktionen als sein Gegenüber Owomoyela. Der Belgier suchte oft kombinierend den Weg nach vorne. Hinten hatte er mit dem unangenehmen 'Kuba' viel Arbeit, doch weitestgehend hielt er den Polen unter Kontrolle. Etwas Glück hatte Daems, dass er nicht verwarnt wurde, als er einen Dortmunder an den Hals packte. Die Situation wurde zwar vom Linienrichter vollkommen korrekt bewertet, doch manch anderer pingeliger Schiedsrichter hätte hier auf Platzverweis entschieden. Note 3,0.
Tomáš Galásek: In seinem letzten Spiel für die Borussia stellte der 36-Jährige nochmals seine Extraklasse heraus. Der Tscheche erstickte unzählige Angriffe der Dortmunder im Keim und zeigte ein Stellungsspiel allererster Güte. Einmal gelang ihm ein so schulbuchmäßiges Tackling, das es einen Schönheitspreis verdient hätte. Im Aufbauspiel klappte nicht alles, doch zeigte er bei Ballverlust eine hohe Laufbereitschaft und großen Willen, um den verlorenen Ball wieder zu erobern. Sah die Gelbe Karte, als er mit einem taktisch notwendigen Foul einen Fehler Baumjohanns ausbügelte. Galáseks gute Leistung fand nun auch endlich öffentlich die verdiente Wertschätzung und es war ein würdiger Abschied für einen sympathischen Spieler und tadellosen Sportsmann. Der rückblickend wichtigste Winterzugang wird ein großes Loch hinterlassen. Note 2,5.
Tobias Levels: Spätestens seit Cottbus gilt er als das Synonym für Kampfbereitschaft und Einsatzwillen. Genau diese Tugenden warf er auch gegen den BvB in die Waagschale. Hauptsächlich als 'Kettenhund' für Tamas Hajnal verdarb er Dortmunds Kreativspieler die Lust am Job. Levels war immer am Mann und ging in seinen Zweikämpfen an die Grenze. Damit zog er Hajnal den Zahn, der quasi gar nicht stattfand. Darüber hinaus eilte der 22-Jährige seinen Kollegen immer dann zur Hilfe, wenn sie benötigt wurde. In jedem seiner Zweikämpfe spürte man den unbedingten Willen, seinen Verein in der Liga zu halten. Mit Kampf und gar Geschick – einmal spielte er einen Ball per Hackentrick im eigenen Strafraum zum Mitspieler – holte er alles für sich und die Mannschaft heraus. Note 2,5.
Michael Bradley: Der Amerikaner zeigte sich leicht verbessert, doch immer noch nicht in der Form, die er zu Beginn der Rückrunde hatte. Sein Hauptaugenmerk lag diesmal darauf, die Dortmunder Schaltzentrale Sebastian Kehl früh zu stellen. Das gelang Bradley über weite Strecken gut. Bei eigenem Ballbesitz hatte der 21-Jährige jedoch Probleme. Als Schalterspieler bremste er zu sehr das Tempo. Zu oft blieb dann nur noch der Weg in die Breite, weil der Moment für den Steilpass dahin war. An den Ballmitnahmen im hohen Tempo muss Bradley arbeiten. Auch gegen Dortmund lief er ohne Ball besser als mit. Note 4,0.
Alexander Baumjohann: Machte ebenfalls sein letztes Spiel im Fohlendress, doch im Gegensatz zu Galásek zeigte der Neu-Bayer keine überzeugende Leistung. Ihm fehlte, wie in den letzten Wochen, die letzte Entschlossenheit und oftmals die Genauigkeit in seinen Aktionen. Auffallend viele Pässe erreichten nicht die Mitspieler, sondern landeten im Aus oder beim Gegner. Der 22-Jährige beschwor kaum Gefahr herauf, doch zumindest seine Ecken waren gut und so verbuchte er den Assist beim Dante-Tor. Warum Baumjohann den Vorzug vor Marin erhielt, zeigt der Blick auf die Defensivarbeit. Dort war er aufmerksam, setzte immer wieder nach und holte auch ein paar Mal das Spielgerät wieder geschickt zurück. So sprintete er z.B. einmal hinter dem ballführenden Dede her und klärte per Grätsche. Die Auswechslung zwanzig Minuten vor Schluss folgte erwartungsgemäß. Note 4,0.
Karim Matmour: War wie gewohnt viel unterwegs, arbeitete fleißig mit nach hinten und unterstützte seine Teamkollegen. In der Offensivabteilung war der 23-Jährige der Aktivposten, selbst wenn er sich einige Male fast selbst einen Knoten in die Beine drehte. Er suchte zumindest auch mal den frühzeitigen Abschluss durch Schüsse von der Strafraumgrenze. Dass er den Kopf öfter hochnehmen muss, ist nicht neu. So übersah er einmal den mitgelaufenen Bradley bei einem aussichtsreichen Konter, als er die Scheuklappen auf hatte. Einsatz und Laufbereitschaft waren beim Algerier wie immer vorbildlich. Note 3,5.
Roberto Colautti: Der Held von Schalke blieb gegen den BvB ohne einen Torschuss. Dennoch machte er kein so schlechtes Spiel, denn als Kombinationspartner hatte der gebürtige Argentinier durchaus seine Aktionen. Er bot sich immer wieder an, ließ sich zurückfallen und hatte kaum Abspielfehler. Am Ball ruhig und überlegt. Gegen einen Santana im Kopfballspiel bei hohen Anspielen mit dem Rücken zum Tor allerdings hoffnungslos unterlegen. Gleiches galt für seine Antritte, wenn es hätte schnell gehen müssen. Note 4,0.
Thomas Kleine: Kam nach einer halben Stunde kalt und ohne Spielpraxis für den verletzten Brouwers. Ordnete sich sofort ein und war direkt auf dem Posten. Erledigte seine Aufgabe mit einer unaufgeregten Selbstverständlichkeit, die aller Ehren wert ist. Lediglich zwei, drei kleinere Schwierigkeiten im Stellungsspiel, ansonsten eine grundsolide Darbietung ohne Kapriolen oder Harariki-Aktionen. Davor kann man nur den Hut ziehen. Note 3,0.
Oliver Neuville: Kam in den letzten zwanzig Minuten für Baumjohann. Der Oldie konnte sich offensiv nicht wirklich in Szene setzen. Nach hinten machte er weitestgehend aufmerksam mit. Ohne Note.
Marko Marin: Eine kurze Abschiedsvorstellung des kleinen Dribblers. Ein, zwei Antritte zeigte er, doch da die Borussia nicht mehr musste, fand auch Marin keine Gelegenheit, etwas zu zeigen. Ohne Note.