Dienstag, 26. August 2008 - 07:23 Uhr



Christofer Heimeroth: Nach dem wenig gelungenen Auftaktspiel gegen Stuttgart war der Keeper diesmal ein sicherer Rückhalt. Mit einigen starken Paraden hielt er seine Mannschaft im Spiel, beim Gegentor war er machtlos. Gut auch seine schnellen Spielfortsetzungen, wie z.B. in der ersten Halbzeit, als er den Ball fing und sofort einen Konter einleitete, indem er Matmour in den Lauf warf. Eine Leistung, auf die Heimeroth aufbauen kann. Note 2,0.
Tobias Levels: Von der Tribüne in die Startelf gespült, sollte er hinter dem diesmal rechts spielenden Marin abräumen. Er beschränkte sich zunächst vollständig auf die Defensivarbeit. Dies gelang meistens, ab und an musste er sich der Schnelligkeit und individuellen Klasse seines Gegenspielers geschlagen geben. Im zweiten Durchgang traute er sich mehrmals mit Dampf über die Mittellinie und brachte ein paar Flanken, die jedoch zu unpräzise bzw. mit zu wenig Schärfe getreten wurden, so dass sie letztlich keinen Abnehmer fanden. Note 4,0.
Jan-Ingwer Callsen-Bracker: Machte seine Sache beim Startelfdebüt recht ordentlich, konnte Ibisevic als auch Ba einige Male gut stören. Im Kopfballspiel sehr positiv aufgefallen, am Ball solide. Fehlte beim Gegentor hinten, wobei er in dieser Szene über rechts aufbaute und von Paauwes Fehler überrascht wurde. Insoweit kein Vorwurf an den ehemaligen Leverkusener. Für seinen ersten Einsatz über die volle Distanz eine ordentliche Leistung und eine Empfehlung als Alternative für die Innenverteidigung. Note 3,5.
Filip Daems: Bot über weite Strecken eine starke und auffällige Partie. Der Belgier war sehr präsent, rückte frühzeitig raus und half oft auf der linken Seite aus, über die Hoffenheim im ersten Durchgang fast alle Angriffe fuhr. Die einzige Nachlässigkeit unterlief Daems beim Gegentor, als er sich von Ibisevic zu leicht verladen ließ. In der Schlussphase nach der Auswechslung von Jaurès rückte er auf die linke Seite, was problemlos gelang Note 3,0.
Jean-Sébastien Jaurès: Zeigte sich gegenüber der Vorwoche verbessert, doch noch immer fehlt ein ganzes Stück, damit er als Verstärkung eingeordnet werden kann. Der Franzose stand hinten von Beginn an ziemlich unter Druck, weil Hoffenheim offensichtlich die linke Seite als Borussias Schwachstelle ausgemacht hatte und oft Überzahl schaffte. Jaurès wehrte sich nach Kräften und hatte Pech, dass der Schiedsrichter zu Beginn sehr kleinlich gegen ihn pfiff. Übermotiviert war das Einsteigen in Kung-Fu-Manier in der ersten Halbzeit. Nach dem Wechsel schienen dem 30-Jährigen etwas die Kräfte zu schwinden. Der zu kurze Rückpass auf Heimeroth hätte böse ins Auge gehen können und er wirkte danach verunsichert. Da zudem Gelb-Rot gefährdet, wurde Jaurès nach 73 Minuten ausgewechselt. Auch nach dem zweiten Spiel bleibt die Erkenntnis, dass Jean-Sébastien Jaurès noch lange nicht in Gladbach angekommen ist. Note 4,0.
Sebastian Svärd: Kam als ‘Doppel-6er’ neben Patrick Paauwe zum Einsatz und sollte vor allem die Kreise von Carlos Eduardo einengen. Das gelang dem Dänen über weite Strecken der Partie ordentlich. Dazu mit einigen schnellen Spielfortsetzungen nach Ballgewinnen, doch auch hier und da mit fehlender Handlungsschnelligkeit, als er sich die Bälle wegspitzeln ließ. Der Einsatz stimmte – so warf er sich nach Hoffenheims Freistoßtrick (23.) in höchster Not in den Schuss. Mit 67 verzeichnete Svärd die meisten Ballkontakte aller Gladbacher Mittelfeldspieler. Note 3,5.
Patrick Paauwe: Der Niederländer präsentierte sich gegenüber der Auftaktpartie verbessert und seine ‚Antenne für abfallende Bälle’ funktionierte wieder. Im Verbund mit Svärd setzte er ständig Druck auf den ballführenden Gegner und konnte viele Bälle erobern, daszu spielte er einige gute Pässe in den Strafraum. Probleme zeigten sich wenn er aufrückte und dann hinter den flinken Gegenspieler herlaufen musste. Unentschuldbar und leider spielentscheidend sein Patzer vor dem 0:1, als er den Ball unter der Sohle durchrutschen ließ. Note 3,5.
Marko Marin: Hatte auf rechts sichtlich seine Probleme. Bei seinen Dribblings lief er fast ausnahmslos in einen Pulk von Gegenspielern und blieb letztlich hängen oder brachte das Anspiel nicht entscheidend an den Mann. Gerade wenn die Mitspieler in diesen Situationen mit aufrücken, produzieren Marins Ballverluste höchst gefährliche Gegenangriffe. Er muss die Momente gezielter wählen und dann die Aktionen zwingender abschließen. Als er gegen Ende wieder über links kam, schien er sich wohler zu fühlen. Note 4,0.
Sascha Rösler: Hing völlig in der Luft und fand eigentlich überhaupt nicht statt. War selten am Ball (21 Ballkontakte in 60 Minuten) und kam nie richtig in Schwung. Rösler ließ das Feuer vermissen, was ihn sonst so stark macht und wirkte auch körperlich nicht bei 100%. Die Auswechslung nach einer Stunde war folgerichtig, weil er dem Spiel keine Impulse geben konnte. Note 4,5.
Karim Matmour: Sehr beweglich, viel unterwegs, zeigt Präsenz, bietet sich an und unternimmt etwas. Eigentlich perfekt – wenn da nicht die Sache mit der Effektivität wäre. Die guten Tempodribblings und auch einige Schussversuche verpufften letztlich ohne große Wirkung. Auch er muss lernen, die Momente bewusster zu wählen und dann zuzuschlagen. Die Anlagen sowie eine schier grenzenlose Laufbereitschaft sind vorhanden. Gegen Ende fehlte ihm etwas die Kraft. Schade, dass Motmour bei einer Kopfballmöglichkeit am zweiten Pfosten Friend vor die Füße lief. Note 3,0.
Roberto Colautti: Der Israeli ist kein Rob Friend, den man mit langen Bällen pausenlos füttern kann. Das war eigentlich klar, doch seine Mitspieler hatten kaum andere Ideen, als Colautti auf eben diese Weise anzuspielen. So ging von ihm über eine Stunde lang fast keine Gefahr aus. Nur einmal ging er im ersten Durchgang aussichtsreich in Richtung Tor, hielt jedoch inne und wich zur Seite aus. Pech hatte er bei seinem Laufduell nach der Pause, das mit einem Foul vor der Strafraumgrenze endete. In einem so ausgerichteten Spiel ist Colautti jedenfalls kein Stürmer für ein System mit nur einer Spitze. Wenn er sich so weit zurückfallen lässt um mit zu kombinieren, fehlt vorne die ‚Manpower’. Note 4,5.
Rob Friend: Mit ihm kam ein Abnehmer für die langen Bälle und etwas mehr Präsenz in die gegnerische Hälfte. Er verarbeitete wie gewohnt die Anspiele sehr ordentlich, schaffte es jedoch ebenfalls nicht, sich entscheidend vor dem Tor in Szene zu setzen. Hatte Pech, dass ihm Matmour nach der einzig halbwegs brauchbaren Flanke den Ball vom Kopf nahm. Ohne Note.
Oliver Neuville: Hatte ein, zwei Situationen, in denen Hoffenheim etwas nervös wurde. Doch auch er konnte die Öffnung in der gut stehenden Abwehr nicht mehr finden. Insgesamt nur 12 Ballkontakte zeigen, dass Neuville noch Zeit braucht. Ohne Note.
Roel Brouwers: Reihte sich für die letzten 17 Minuten ohne Schwierigkeiten in die Innenverteidigung ein. Ohne Note.