Freitag, 11. April 2008 - 17:21 Uhr
Die Wogen nach dem nervenaufreibenden Derby beim 1.FC Köln am Montag haben sich in Mönchengladbach geglättet. Der unberechtigte Elfmeter und der späte Ausgleichstreffer der Geißböcke ist abgehakt. Der Punkt ist eingesackt, Köln ist nicht näher gekommen und die Tabellenführung nach wie vor souverän.
Das soll so bleiben und dazu gilt es am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) Greuther Fürth in die Schranken zu weisen. Der Tabellenfünfte aus Franken hat 44 Punkte auf dem Konto und liegt damit nur zwei Zähler hinter einem Aufstiegsplatz. Die Truppe von Trainer Bruno Labbadia muss in Mönchengladbach etwas holen, um sich die Chancen im Aufstiegsrennen zu bewahren.
»Ich erwarte, dass unsere Gäste offensiver agieren als zuletzt Koblenz«, sagte Borussias Trainer Jos Luhukay auf der Pressekonferenz am Freitag. Er und seine Spieler wünschen sich einen mitspielenden Gegner, doch mehr Räume bedeuten nicht automatisch ein leichtes Spiel. Zumal Fürth immerhin die drittbeste Auswärtsmannschaft stellt.
»Sie sind fußballerisch und technisch sehr stark und verfügen über eine große Qualität in der Offensive«, warnt Jos Luhukay. Dennoch wird seine Mannschaft selbstverständlich voll auf Sieg spielen. »Wir können in den verbleibenden Heimspielen den Aufstieg sichern«, meinte der Niederländer und wiederholte seine Aufforderung an die Fans, die er bereits nach dem Köln-Spiel geäußert hatte: »Die Mannschaft braucht die totale Unterstützung der Zuschauer«.
Dass doch auch »50.000 oder mehr« gegen Fürth kommen mögen, hatte der Trainer in Köln gehofft. Aktuell sind knapp 34.000 Karten abgesetzt und es gibt noch Plätze in fast allen Bereichen. Worauf warten die Borussenfans? »Das Spiel gegen Fürth und das nächste Heimspiel gegen 1860 München sind genauso wichtig und interessant wie die beiden letzten Heimspiele der Saison«, rührte Jos Luhukay die Werbetrommel für einen Stadionbesuch am Sonntag.
Der Trainer läutet vehement den Schlussspurt ein. Jetzt, wo man in der Pole-Position auf die Zielgerade einbiegt, soll sich eine positive Dynamik bei der Mannschaft und im Umfeld entwickeln. »Wir haben viel Selbstvertrauen durch die Leistung in Köln und die Serie mit sieben ungeschlagenen Spielen und wollen jetzt gemeinsam mit unseren Fans das große Ziel erreichen«.
Personell kann der Niederländer am Sonntag fast aus dem Vollen schöpfen. Mit dem nach seiner Roten Karte aus dem Köln-Spiel für eine Partie gesperrten Roel Brouwers muss lediglich ein Basis-Spieler ersetzt werden. Als Ersatz stehen sowohl Steve Gohouri als auch Winterneuzugang Thomas Kleine bereit.
Letzterer hat sich sein Engagement bei Borussia sicher ganz anders vorgestellt. Nach zwei Einsätzen über 90 Minuten zu Beginn der Rückrunde (1 Tor) musste er sich nach Rückkehr von Steve Gohouri vom Afrika-Cup und der Genesung von Roel Brouwers mit einem Platz auf der Ersatzbank abfinden. Lediglich in Osnabrück durfte er noch zwei Minuten mitwirken.
Doch auch wenn Thomas Kleine aktuell hinten dran steht, könnte ihm gegen Fürth vielleicht eine Chance gewährt werden. Schließlich spielte er vor seiner Zeit bei Borussia und Hannover vier Jahre bei den Franken und war unumstrittener Stammspieler. Womöglich kann er gegen seinen ehemaligen Club zeigen, warum Gladbachs Verantwortliche den 30-Jährigen im Winter mit einem Vertrag bis 2010 ausstatteten.
Jos Luhukay wollte sich wie gewohnt auf der Pressekonferenz noch nicht über die Zusammenstellung seiner Startelf äußern. Da er zuletzt die ein oder andere Überraschung auf Lager hatte, könnte dies gegen Fürth ebenfalls möglich sein. Wie dem auch sei – Borussia wird die Partie mit voller Konzentration und Entschlossenheit angehen. Gegen Fürth soll zum Schlussspurt in Richtung Bundesliga angesetzt und gleichzeitig ein Konkurrent abgeschüttelt werden ...