Freitag, 06. November 2009 - 22:52 Uhr

Ohne große Profi-Unterstützung trat die U23 der Borussia am Freitag Abend an der legendären Hafenstraße zur Regionalliga-Partie bei Rot-Weiss Essen an. Aufgrund der dünnen Personaldecke erhielt aber der bei den Profis aussortierte Steve Gohouri in der Innenverteidigung eine Bewährungschance und agierte gemeinsam mit seinem Cousin Joel Damahou im Defensivverbund der Borussia, der in dieser Saison nicht immer stabil wirkte. Nach der 0:4-Niederlage in Elversberg und dem 2:2 im letzten Spiel gegen Pokalschreck Eintracht Trier findet sich die U23 auf einem Abstiegsplatz wieder, auch der Gegner aus Essen belegt nur einen enttäuschenden zwölften Tabellenplatz.
Die Gastgeber, die sich vor der Saison weit mehr vorgenommen hatten, wirkten von Beginn an verunsichert und erspielten sich kaum eigene Torgelegenheiten. Frederic Löhe bekam nur wenig Arbeit und erledigte diese solide. Die U23 der Borussia kombinierte im Mittelfeld gefällig, dass die Essener den Borussen oft kampflos überließen und erspielte sich ein optisches Übergewicht. Vor dem Tor der Essener aber hatten die Offensivkräfte der Borussia wenig kreative Ideen, um Schlussmann Andre Maczkowiak gefährlich zu werden. Patrick Herrmann (7.), Dennis Dowidat (10.) und Marcel Podszus (25.) kamen zwar gefällig zum Abschluss, Maczkowiak aber wehrte alle Bälle ab. Ansonsten plätscherte das Spiel auf der Baustelle an der Hafenstraße, wo ein Teil der Gegengerade zugunsten eines Neubaus bereits weichen musste, in der ersten Spielhälfte lange vor sich hin.
Nach dem Wechsel änderte sich vor 5.350 Zuschauern zunächst wenig, auch wenn die Rot-Weissen mit etwas mehr Elan antraten. Stürmer Dirk Heinzmann (48.) hatte die erste gute Torchance der Essener, doch Löhe war bei seinem Schuss aus zentraler Position erneut auf dem Posten. Die Borussen, die in Halbzeit Eins viel investierten, verlegten sich nach der Pause mehr auf das Konterspiel. Einen dieser Konter führte nach 65 Minuten zum - zu diesem Zeitpunkt etwas überraschenden - Führungstreffer für die Elf von Horst Wohlers. Giuseppe Pisano hatte sich am Strafraum durchgesetzt und spielte steil in die Gasse, in die Marcel Podszus im rechten Moment gestartet war und den Ball in den Maschen versenkte.
Doch auch nach dem Führungstreffer der Borussen war von den Essener kein wirkliches Aufbäumen zu sehen. Die Borussen brachten das Spiel solide zuende und ließen die Zeit geschickt verrinnen. Gegen harmlose und teilweise übermotivierte Essener reichte am Ende eine durchschnittliche Leistung für drei wichtige Punkte. In der ausgeglichen Liga sorgte der dreifache Punktgewinn für eine Verbesserung, zumindest über Nacht, um acht Positionen und belegt nun den achten Tabellenplatz.
»Wir haben leidenschaftlich gekämpft und zumindest im ersten Durchgang spielerisch überzeugt«, fasste Trainer Horst Wohlers die Partie anschließend aus seiner Sicht zusammen, »insgesamt war der Sieg für uns absolut verdient.«
Ein Sonderlob hatte Wohlers für Steve Gohouri parat, der die Mannschaft in der Defensive führte.
»Wenn Steve spielen will, spielt er«,freute sich Wohlers über die Sicherheit und Stabilität, die der Ivorer der jungen Mannschaft brachte. »Steve ist die beste Profi-Leihgabe, die ich in der U23 je bekommen habe.«
Das Spiel in der Kurzstatistik:
Rot-Weiss Essen: Maczkowiak – Aydin (78.Lorenz), Herzig, Bührer – Kurth, Neubauer – Wunderlich, Lemke (70.Schnier) – Heinzmann, Mölders (65.Stachnik)
Borussia Mönchengladbach II: Löhe – Wanneck, Dams, Gohouri, Pirschel – Damahou, Dowidat (84.Bäcker), Neustädter, Herrmann (76.von der Weth) – Pisano (82. Schuchardt), Podszus
Reserve: Himmelmann (ETW), Broniszewski, Caspers, Enzmann / Blaswich (ETW), Bäcker, Schumacher, P. Schaaf, E. Schaaf
Tore: 0:1 Podszus (65./Vorarbeit Pisano)
Gelbe Karten: Bührer, Lorenz / Dams, Podszus
Schiedsrichter: Tobias Christ (Zeiskam)
Zuschauer: 5.350 (im Georg-Melches-Stadion in Essen)