Sonntag, 21. Juni 2009 - 20:19 Uhr

Kaum hatte Schiedsrichter Christian Dingert die Partie angepfiffen, ging es auch schon turbulent los. Borussia versuchte gleich das wichtige 1:0 zu machen. Nach einem guten Zusammenspiel zwischen Julian Korb und Elias Kachunga, passte letzterer auf U17-Weltmeister Yunus Malli, der jedoch das Leder nicht kontrollieren konnte. Sein Schussversuch verpuffte.
Unter den Augen von Chef-Trainer Michael Frontzeck sowie Neu-Borusse Raul Bobadilla zeigten sich die Gäste vom VfB Stuttgart eher abwartend, dafür mit blitzschnellen Kontern. Gleich zweimal tauchten die Nachwuchsspieler aus dem Süden vor Marc-André ter Stegen auf, ohne Erfolg. Es blieb vorerst beim torlosen Unentschieden.
Eine knappe Viertelstunde war im Borussia-Park gespielt und der Gastgeber tauchte zum zweiten Mal an diesem Sonntagmorgen vor dem Stuttgarter Tor auf. Der quirlige und schnelle Angreifer Christopher Mandiangu setzte sich nach einem guten Pass von Yunus Malli selbst in Szene und lief frei auf den VfB-Schlussmann zu, der aber gut den Winkel verkürzte und so zur Ecke klärte.
Fünf Minuten später geschah dann das, wovor die meisten Besucher an diesem Sonntag Angst hatten. Verteidiger Jannik Stevens foulte seinen Gegenspieler im eigenen Strafraum und der Unparteiische Christian Dingert zögerte nicht lange und gab den fälligen Strafstoß. Stuttgarts Kapitän Pascal Breier trat an und schoss links am Tor vorbei. Borussias Spieler und die meisten Zuschauer jubelten – ein Weckruf zur rechten Zeit, denn der VfL wirkte fortan wesentlich konzentrierter.
Die besseren Torchancen verzeichneten allerdings die Stuttgarter. Tankte sich in der 27. Minute noch Alexander Riemann über links gut in den Strafraum durch, spielte in die Mitte auf Breier und dessen Schlenzer segelte nur Millimeter am Tor vorbei, so klingelte es zehn Minuten später im Kasten der Borussia. Erneut lief sich Riemann geschickt frei und zog aus knapp 18 Metern ab. Mithilfe des linken Innenpfostens rollte das Leder hinter die Torlinie und es stand aus Gladbacher Sicht 0:1.
Die Mönchengladbacher gaben nicht auf und reagierten prompt. Nur eine Minute nach dem Führungstreffer der Schwaben ließ es Amin Younes, an diesem Vormittag als rechter Mittelfeldspieler agierend, im Strafraum zwei Gegenspieler aussteigen und krönte sein Dribbling anschließend gekonnt mit dem Ausgleich.
Mit diesem Spielstand ging es in die Umkleidekabinen und Borussia nutzte die Chance, per Auswechslung noch einmal für den nötigen Druck zu sorgen – ohne nennenswerte Verbesserung. Borussia lief an, kam kaum zu echten Torchancen und der VFB nutzte diese Gelegenheiten immer wieder zum Kontern - jedoch ließen die jungen Schwaben die wirklich guten Chancen leichtfertig liegen oder scheiterten am hellwachen Keeper Marc-Andre ter Stegen.
Borussia hingegen verzeichnete in der 56. Minute ihre wohl beste Torchance. Elias Kachunga tauchte vor Stuttgarts Schlussmann Bernd Leno auf, scheiterte allerdings wie im ersten Spielabschnitt am glänzend reagierenden Torwächter.
Zwei Minuten nach dieser Aktion sah Stuttgarts Torschütze Alexander Riemann völlig überflüssig die Gelb-Rote Karte. Heftiges Reklamieren brachte ihm Gelb – das Kommentieren dieser Verwarnung Gelb-Rot. Hoffnung keimte bei der nun in Überzahl spielenden Borussia auf.
Gladbachs Trainer Roland Virkus reagierte und brachte mit Patrick Herpe einen dritten Stürmer. Der hochaufgeschossene Herpe ging ins Zentrum, dafür rückten Mandiangu und Kachunga auf die Außenpositionen.
Obwohl die Borussia gerade mit den schnellen Stürmern auf den Außen nun für mehr Angriffspotenzial hätten sorgen müssen, zog sie es vor, das Spiel durchs Zentrum zu führen. Die Angriffsversuche wurden von den gut gestaffelten Stuttgartern im Keim erstickt und brachten immer wieder gefährliche Kontermöglichkeiten zum Vorschein.
Beide Konzepte gingen nicht auf – weder die Borussia schaffte es gefährlich vor dem Tor der Gäste aufzutauchen, noch vollendeten die Stuttgarter ihre Torchancen und so endete die Partie verdientermaßen mit 1:1.
Damit endete für Borussia Mönchengladbach der Traum vom Finale. Die U17-Spieler lagen nach dem Spiel traurig und frustriert auf dem Spielfeld – der VfB Stuttgart feierte mit dem kleinen Anhang an der Osttribüne. Für den VfL ein schmerzliches Ende einer starken Saison – doch nach mehr als 40 Spielen fehlten in den letzten beiden Partien lediglich Konzentration und ein bisschen Spannkraft.
Borussia Mönchengladbach U17: ter Stegen - Khalil (31. Weißenfels), Janeczek, Harmes (71. Bieler), Stevens - Commodore (46. Kapkara), Korb - Younes , Malli (59. Herpe) - Kachunga, Mandiangu.
Tore: 0:1 Riemann (37.), 1:1 Younes (38.)
Zuschauer: 3800
Schiedsrichter: Christian Dingert