Freitag, 28. Mai 2010 - 07:26 Uhr
Gegen die vor Spielbeginn auf dem ersten Abstiegsplatz rangierende Bayer-Elf gilt es unbedingt zu punkten, will man den Sog nach unten aus eigener Kraft verhindern.
Ein Blick zurück macht Mut. Auswärts hui und heimwärts pfui mag man beschreiben, was sich in den letzten Monaten fußballsportlich im Borussen-Unterbau präsentierte.
»Unsere nicht einfache Situation hat viele Gründe. Offensichtlich ist jedoch auch, dass es uns nicht gelingt, das Spiel zu machen, wenn dies erforderlich ist. Das es an der hierzu erforderlichen Kreativität fehlt, ist nicht zu leugnen«, benennt Borussias Direktor für Jugend und Amateure, Roland Virkus, eine Ursache für das üble Zittern um den Klassenerhalt bis zur finalen Entscheidung am letzten Spieltag.
Die fällt nun, und das gibt Hoffnung, nicht auf heimischem Terrain. Im Kölner Süden gilt es anzuknüpfen, wo man bei den jüngsten Gastauftritten endete. Drei zuletzt hintereinander in prekärer Tabellensituation erzielte Auswärtssiege sind der Stoff, aus dem die Träume sind. Da geraten die fünf letzten Heimniederlagen ohne einen einzigen eigenen Torerfolg gar zur Makulatur, wenn, ja wenn nicht das böse Abstiegsgespenst gerade deretwegen seine hässliche Fratze zeigen würde.
»Wir müssen hinten gut und sicher stehen«, glaubt Roland Virkus die taktische Marschrichtung für's Abstiegs-Ballyhoo gefunden. »Unser Gegner kommt mit gleicher Intention und benötigt allerdings zum sicheren Klassenerhalt auch einen Sieg. Je länger also unsere Null steht, desto eher werden sich uns die Räume öffnen. Das ist unser Spiel«, bemüht Borussias emsiger Amateurchef die zum erhofften Punktgewinn führen sollende Fußballtheorie.
Dabei stellt sich die ohne Verstärkung aus dem Profibereich auskommende Mannschaft fast von alleine auf. Doch könnten Dennis Dowidat, Ekrem Engin und Jan Lukas Pirschel bei weiterhin positiv erfolgendem Genesungsverlauf wieder ins Team rücken. Personell besser bestückt ist da schon der Gegner, bei dem Ex-Profi Markus Happe in Kapitänsfunktion sein letztes Spiel bestreiten und damit seine Karriere beenden wird. Neben Happe stehen mit den auch im letzten Leverkusener Bundesligaspiel im Borussia-Park zum Einsatz gekommenen Burak Kaplan und Torwart Fabian Giefer weitere namhafte Akteure beim Gegner auf dem Feld.
Doch bange machen ist fehl am Platze bei der Borussia. »Die Mannschaft hat in den wirklich brenzligen Spielen stets Charakter gezeigt. Es gibt keinen Grund, dass dies am Samstag anders sein sollte«, ist Roland Virkus voller Zuversicht.