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Überzeugender Test in Mainz

Mit Aggressivität in die Rückrunde

von Marc Basten

Montag, 08. Januar 2018 - 10:03 Uhr

Fast alles war am Sonntag in Mainz auf den Rückrundenstart am kommenden Wochenende in Köln ausgelegt. Die Generalprobe von Borussia Mönchengladbach ist gelungen: Die Fohlenelf spielte nicht nur Fußball, sie ging auch mit Nachdruck zur Sache.

Die Wintervorbereitung ist kurz und knackig, entsprechend wenig Anlaufzeit gibt es. »Ich bin sehr zufrieden«, resümierte Dieter Hecking nach der ersten Trainingswoche. »Alle haben im Training mitgezogen, die Laktatwerte sind sehr gut. Jetzt müssen wir sehen, dass wir in den normalen Rhythmus kommen.«

Dazu sollte das Spiel in Mainz beitragen. »Wir haben extra die Abläufe so organisiert wie bei einem Bundesligaspiel«, erklärte Hecking. Anreise am Samstag, Teambesprechung am Sonntagvormittag und Anpfiff um 15.30 Uhr – so wird es am kommenden Wochenende vor dem Derby auch sein.

Auch der Gegner diente zur Simulation des Ernstfalls. »Mainz spielt ein ähnliches System wie Köln«, sagte der Trainer. Mit den Rheinhessen und ihrer Art des Fußballs kamen die Borussen sehr gut zurecht. Vor allem, weil die Gladbacher teilweise vehement zur Sache gingen. »Wir hatten uns vorgenommen, von Anfang an aggressiv zu sein«, bestätigte Hecking. »Das sah phasenweise sehr gut aus.«

Eher untypisch für die Borussen – erst recht in einem Testspiel – knallte es schon mal in den Zweikämpfen. Viele Balleroberungen und ein eingeschüchterter Gegner waren die Folge. Auf dieser Grundlage präsentierten die Gladbacher dann ihre fußballerischen Stärken: Saubere Ballbehandlung, Kombinationsfähigkeit und Tempo. Für die besonderen Momente sorgte dabei Vincenzo Grifo. Zunächst bediente der Italiener Wendt vor dem 1:0 mit einem wunderbaren Zuspiel, das genauso gut getimt war wie der Pass in den Lauf von Zakaria zum 2:0.

Mit seinem eigenen Treffer zum 3:0, als Grifo ruhig und überlegt abschloss, unterstrich der 24-Jährige seine Ambitionen, zum Rückrundenauftakt in der Startelf zu stehen. Er ist der Typ Spieler, der den Unterschied ausmachen kann – selbst in einer mit guten Fußballern gespickten Mannschaft wie der Borussia.

Doch im alten Mainzer Stadion am Bruchweg war nicht alles Gold, was beim 3:0 glänzte. Immer dann, wenn die Borussen von ihrer aggressiven Grundhaltung abwichen und es mit der Führung im Rücken etwas lockerer angehen ließen, kam der Gegner auf. »Es gab Phasen, in denen wir zu passiv waren«, bestätigte Hecking. »Das war ja auch schon in der Vergangenheit das Manko und daran müssen wir arbeiten.«

Eine Woche vor dem Derby konnte man jedoch den Eindruck gewinnen, dass die Mannschaft verstanden hat, was in Köln, aber auch in der gesamten Rückrunde gefragt sein wird. Nur mit einer gesunden Aggressivität wird man sich in die Position bringen können, die spielerische Klasse gewinnbringend auszuspielen. Die Liga ist so eng, dass es sich die Borussen nicht erlauben können, irgendwo lässig locker anzutreten und dabei wichtige Punkte zu verschludern.

Um die Grundspannung hochzuhalten, wird der Konkurrenzkampf um die Plätze angefacht. In Mainz saß Hazard eine Stunde draußen, Herrmann und Grifo nutzten die Gelegenheit zur Eigenwerbung. Raffael wird ins Mannschaftstraining zurückkehren und auf Sicht werden weitere Spieler zurückkommen: Bénes und Johnson sollen in zwei bis drei Wochen wieder mit der Mannschaft trainieren und Traoré zumindest bald mit dem Lauftraining beginnen.

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