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Videoschiedsrichter und fußballerische Armut

Doppelt schlecht

von Marc Basten

Mittwoch, 13. Dezember 2017 - 00:02 Uhr

Borussia Mönchengladbach verliert mal wieder in Freiburg. Diesmal wurde die Gladbacher Niederlage durch eine Mischung aus eigener Unzulänglichkeit und einer absurden Intervention des Videoassistenten herbeigeführt.

Es bleibt dabei: In Freiburg ist für Borussia Mönchengladbach nichts zu holen. Dabei hatte die Mannschaft von Dieter Hecking am Dienstagabend im Schwarzwaldstadion ungeachtet der dünnen Personaldecke einen durchaus selbstbewussten und eindrucksvollen Start hingelegt. Doch dann kam Köln.

Richtig, die Fernsehbilder zeigen einen hauchdünnen Kontakt von Vestergaard an der Fußsohle von Petersen. Aber ist diese Berührung wirklich ein Foul? Legt man das als Maßstab an, müssten im Mittelfeld neun von zehn Zweikämpfen abgepfiffen werden. Jedenfalls war die Entscheidung von Schiedsrichter Aytekin, das Spiel laufen zu lassen, eher richtig und auf keinen Fall eine klare Fehlentscheidung.

So wie es der DFB praktiziert, ist der Videoassistent keine Unterstützung des Schiedsrichters, sondern der mit aller Macht ausgestattete Gottvater. Das Schulterzucken von Aytekin suggerierte deutlich: Was soll ich machen, Köln hat gefunkt, dass es Elfmeter war. Der Schiedsrichter vor Ort ist nur noch ein Erfüllungsgehilfe. Doch was soll man sich aufregen über eine Verfahrensweise, die hinten und vorne von reiner Willkür geprägt ist?

Für den weiteren Spielverlauf in Freiburg war diese Entscheidung jedenfalls maßgebend, auch wenn sie nicht allein für die Niederlage der Borussia verantwortlich ist. Doch Freiburg bekam Rückenwind, während die Gladbacher immer mehr ins Grübeln gerieten. Die Selbstverständlichkeit der Anfangsphase war verflogen.

Freiburg warf dann alles in die Waagschale und verdiente sich den Sieg zweifellos. Weil die Borussen zwar dagegenhalten wollten, es aber nicht konnten. Gegen die Mischung aus Aggressivität, Wucht und fußballerischer Zielstrebigkeit, die Freiburg auf den Platz brachte, fanden die Gladbacher (wieder einmal) kein Gegenmittel.

Vor allem spielerisch enttäuschten die Borussen, die große Probleme hatten, den Ball zu kontrollieren, wenn die Pressinglinie endlich überspielt war. Alles dauerte zu lange und so schaffte es Freiburg stets, Überzahl in Ballnähe herzustellen. Dass es im ganzen Spiel nur eine wirklich gute Gladbacher Chance durch Raffael gab, sagt alles.

Am Ende war es aus Sicht der Borussen doppelt schlecht in Freiburg - die eigene Leistung genauso wie der richtungsweisende Eingriff des Allmächtigen im Kölner Keller.

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