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Borussia lässt Europa liegen

Es reicht einfach nicht

von Marc Basten

Sonntag, 14. Mai 2017 - 09:03 Uhr

Borussia Mönchengladbach wird den europäischen Wettbewerb mit großer Wahrscheinlichkeit verpassen. Das Spiel in Wolfsburg war ein Spiegelbild der Saison - es reicht einfach nicht.

Wer eine Bestandsaufnahme über den Ist-Zustand von Borussia Mönchengladbach haben wollte, der konnte beim 1:1 in Wolfsburg durchaus brauchbare Erkenntnisse sammeln. Der Auftritt der Fohlenelf in der Autostadt spiegelte ziemlich genau das wider, was Borussia Mönchengladbach in der Saison 2016/2017 gezeigt hat. Es waren über weite Strecken der Partie durchaus ansprechende Ansätze, immer wieder blitzten Qualität und Klasse auf.

Doch vor dem gegnerischen Tor fehlte der Punch, hinten gab es den individuellen Aussetzer und wenn der Gegner draufgeht, geraten die Gladbacher regelmäßig ins Schwimmen. Das war unter André Schubert so und wurde auch unter Dieter Hecking nur in Ansätzen besser.

In Wolfsburg wirkten die Borussen insgesamt fünfundsiebzig Minuten reifer als die Millionentruppe aus der VW-Stadt. Dennoch gelang nur ein einziges Tor, obwohl die angeknacksten Wölfe den Gladbachern in fast jeder Beziehung in die Karten spielten. Eine Spitzenmannschaft hätte Wolfsburg auseinandergenommen, ein Team mit gewachsenen Europacup-Ambitionen wäre mindestens als ›Arbeitssieger‹ nach Hause gefahren. Die Borussen aber mussten sich mit einem 1:1 begnügen und sogar noch von den Wolfsburgern nachsagen lassen, dass ohne die Gewitterunterbrechung wohl nicht einmal dieser eine Zähler erreicht worden wäre.

So bitter es ist: Die Partie in Wolfsburg hat gezeigt, dass es für Borussia nicht reicht. Sicher, es gibt viele Gründe, die für diese unbefriedigende Erkenntnis verantwortlich sind. Die Verletzungsmisere hat der Fohlenelf die Punkte gekostet, die in der Endabrechnung fehlen werden. Allein der Kurzeinsatz von Raffael in Wolfsburg machte deutlich, was der Mannschaft in den letzten Wochen und Monaten an individueller Klasse gefehlt hat, weil der Brasilianer ausfiel.

Hätte sich die Personalsituation halbwegs normal dargestellt, würden mit Sicherheit sechs bis acht Punkte mehr auf dem Konto stehen. Der Kader der Fohlenelf ist zwar breit, aber in der Tiefe doch nicht ausreichend stark, um so lange Ausfälle von Basisspielern wie Raffael zu kompensieren.

Kommen noch individuelle Fehler wie von Elvedi beim Gegentor, oder der fehlende Punch bei den Offensivspielern (Hofmann!) hinzu, ›verliert‹ man auch 1:1 in Wolfsburg, obwohl die Tür zum Auswärtssieg sperrangelweit offen stand.

Dass Borussia in der neuen Saison nicht international vertreten sein wird, muss man akzeptieren. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen dieser Spielzeit ergibt sich die Chance, eine Mannschaft auf- und umzubauen, für die es in einem Jahr heißt: Es hat gereicht.

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