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Substanzverlust

Es fehlte was

von Marc Basten

Sonntag, 12. März 2017 - 20:43 Uhr

Borussia Mönchengladbach verliert beim Hamburger SV mit 1:2. Die erste Auswärtsniederlage unter Dieter Hecking hatte mehrere Gründe, vor allem aber war sie dem Mammutprogramm der letzten Wochen geschuldet.

Schon der Blick auf die Aufstellung ließ erahnen, dass das Spiel am frühen Sonntagabend in Hamburg für Borussia Mönchengladbach äußerst kompliziert werden würde. Der komplette Sturm musste ausgetauscht werden - Raffael fehlte wegen eines grippalen Infekts, Stindl musste aufgrund muskulärer Probleme passen. Dazu gesellte sich der schon länger verletzte Hazard, so dass Borussia die erste Sturmreihe ersetzen musste.

Dass dies nicht so einfach möglich ist, machte das Spiel in Hamburg deutlich. Josip Drmić blieb nicht nur wegen der ausgelassenen Megachance vieles schuldig. Dahoud tat sich in vorgezogener Rolle äußerst schwer und so ging den Borussen komplett die Durchschlagskraft ab.

Hinten entpuppte sich die Herreinnahme von Elvedi für Jantschke letztlich als Qualitätsverlust. Zwar machte Elvedi am Ball einiges richtig, doch sein amateurhaftes Kopfballverhalten vor dem 1:1 brachte den HSV zurück ins Spiel. Jantschke kam in der letzten Viertelstunde und wurde durch den unglücklich abgefälschten Ball beim Hamburger Siegtreffer zur tragischen Figur.

Auch die Einwechslungen von Johnson und besonders Hahn verpufften. Den Borussen fehlte sichtlich die Frische, was nicht nur bei Christoph Kramer auffällig war. In der zweiten Halbzeit leistete man sich zudem deutlich zu viele einfache Ballverluste, die immer wieder zu gefährlichen Umschaltangriffen der Hamburger führten. In diesen Situationen waren die Abstände zu groß und vieles erinnerte an diverse naive Momente der Hinrunde.

Dass die Borussen diesmal nur 114,5 Kilometer liefen, ist ein weiterer Beleg dafür, dass im Volksparkstadion eine Gladbacher Mannschaft zu Gast war, die eher weniger mit ›Borussia 2017‹ gemein hatte.

Es ist mehr als verständlich, dass sich der Akku vieler Borussen nach dem Mammutprogramm der letzten Wochen im roten Bereich befindet. Von daher muss man akzeptieren, dass es Kollateralschäden gibt, die einfach nicht zu vermeiden sind. Den guten Ergebnissen zuletzt ist es zu verdanken, dass man sich diese Niederlage in Hamburg leisten konnte, ohne Boden zu verlieren. Jetzt gilt es, alles auf den Donnerstag zu fokussieren.

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