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Der Neue

Hecking? Schon okay!

von Marc Basten

Freitag, 23. Dezember 2016 - 16:24 Uhr

Dieter Hecking ist der Nachfolger von André Schubert. Schon vor der offiziellen Verkündung wurde man anhand der Reaktionen in den sozialen Medien mit erstaunlicher Skepsis gegenüber Hecking konfrontiert. Dabei spricht eigentlich vieles für den 52-Jährigen.

Bei manchem Nörgler dauerte die Genugtuung über den Rauswurf von André Schubert nur ein paar Stunden. Als sich abzeichnete, dass Dieter Hecking der neue Trainer im Borussia-Park werden würde, ging das ‚Trainer-Bashing‘ nahtlos weiter. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Vehemenz ein Trainer verurteilt wird, noch bevor die Tinte unter seinem Vertrag getrocknet ist.

Den Stänkerern und Besserwissern sei gesagt: Ja, ihr werdet euer Ziel erreichen. Irgendwann könnt ihr stolz herausposaunen, dass ihr es schon immer gewusst habt. Schließlich hat Hans Meyers Aussage, dass ein Trainer nur ein Passant ist, noch nie so gepasst wie in diesen Zeiten. Auch Dieter Hecking wird irgendwann von selbst gehen (was er bevorzugt) oder gehen müssen. Es wird alles nur eine Frage der Zeit sein. Doch bis es soweit ist, sollte man ihm eine faire Chance geben und seine Arbeit machen lassen.

Wobei es ohnehin verwundert, dass Hecking so skeptisch gesehen wird. Der 52-Jährige gehört weder zu den Schaumschlägern der Trainergilde, noch steht er unter dem Verdacht, sich als ‚Laptop-Trainer‘ zwischen Theorie und Praxis zu verlaufen. Hecking ist ein gestandener Trainer, der von den aktuellen Übungsleitern in Deutschlands höchster Spielklasse die meisten Spiele auf dem Buckel hat. Er hat bei verschiedenen Vereinen unter den unterschiedlichsten Bedingungen erfolgreich gearbeitet und dabei nie die Bodenhaftung verloren.

Gerade in der aktuellen Situation, wo in Mönchengladbach nichts dringender gebraucht wird als Stabilität, sollte Dieter Hecking mit seiner besonnenen Art der richtige Mann am richtigen Ort sein. Er wird der Mannschaft die notwendige Klarheit vermitteln und die Spieler nicht künstlich mit Aufgabenstellungen überfrachten, die sie letztlich überfordern. Mit seiner Erfahrung wird Hecking das zwangsläufig besser einschätzen können als sein Vorgänger, der zuvor noch nie mit Profis auf diesem Niveau gearbeitet hat.

Dass Hecking eher für gradlinigen Fußball steht, als dass er sich als Taktik-Guru inszeniert, sollte auch kein Nachteil sein. Er wird eine solide Basis legen und dafür sorgen, dass wieder kollektiv verteidigt wird. Gepaart mit der zuletzt abhanden gekommenen Qualität in der Offensive sollte man sich so weit genug von den wirklich kritischen Tabellenregionen entfernen können. Alsdann wird es darum gehen, die Mannschaft weiter zu entwickeln und an einigen Stellen rundzuerneuern. Insoweit wird Hecking auch perspektivisch arbeiten müssen, was er auf früheren Stationen schon erfolgreich gemacht hat.

Dieter Hecking passt ins Anforderungsprofil und war die logische Wahl, auch unter Berücksichtigung der auf dem Trainermarkt verfügbaren Kandidaten. Für Experimente, wie einen ausländischen Trainer ohne Bundesligaerfahrung oder einen jungen Überflieger aus dem Trainerlehrgang, war angesichts der prekären Lage nicht die richtige Zeit. Mit Dieter Hecking weiß man, was bekommt. Und das ist schon okay.

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