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Enttäuschter Grifo

»Da müssen Sie den Trainer fragen«

von Marc Basten und Jan van Leeuwen

Sonntag, 11. Februar 2018 - 22:56 Uhr

Vincenzo Grifo kommt in Mönchengladbach einfach nicht richtig auf die Füße. In Stuttgart wurde der Ex-Freiburger zur Pause ausgewechselt. Nicht nur er wunderte sich darüber.

Zur Pause raus - Vincenzo Grifo (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)
Zur Pause raus - Vincenzo Grifo (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Die ersten sechs Saisonspiele verpasste Vincenzo Grifo mit einer Kapselverletzung. Doch seit Ende September ist der Italiener, der im Sommer aus Freiburg nach Mönchengladbach wechselte, spielfit. Sein Leistungsnachweis seitdem in der Liga in 16 Partien: Acht Startelfeinsätze, fünf Einwechslungen und dreimal ohne Einsatz im Kader.

Die Bilanz eines Stammspielers sieht anders aus. Zwar ist die Konkurrenz auf der linken Seite, wo er im Gladbacher System seinen Platz hat, vor allem mit Thorgan Hazard groß. Doch der 24-Jährige dürfte sich von seinem Wechsel schon etwas mehr versprochen haben.

Vor allem, weil er angesichts der doch recht ähnlichen Flügelspieler bei Borussia (Hofmann, Herrmann, Hazard) über gewisse Merkmale verfügt, die Grifo besonders machen. Er ist dieser Typ ›technisch versierter und gerissener Instinktfußballer‹, was er bei seinen Einsätzen immer wieder angedeutet hat und vor allem beim Auswärtsspiel in Hoffenheim auch unter Beweis stellte.

Doch so richtig überzeugt hat Grifo seinen Trainer noch nicht. Es geht dabei, so ist zwischen den Zeilen zu lesen, neben Defiziten in der Defensivarbeit auch um nicht immer hundertprozentige Trainingsleistungen.

Gleichwohl stand Grifo gegen Leipzig in der Startelf, nachdem Hazard aufgrund Raffaels Verletzung in die Zentrale versetzt wurde. Trotz der Niederlage erhielt Grifo durchweg ordentliche Kritiken, in der TF-Einzelkritik wurde er als der ›beste Gladbacher Feldspieler‹ bezeichnet.

Am Sonntag in Stuttgart stand Grifo nachvollziehbarerweise erneut in der Anfangself. Und selbst wenn die Mannschaft insgesamt enttäuschte und auch Grifo keinesfalls überragend spielte, ging vom Ex-Freiburger dennoch in den ersten 45 Minuten die meiste Gefahr aus. »Ich habe mir versucht, die Bälle zu holen«, sagte er nach der Partie.

Das klappte nicht immer. »Aber zwei, drei mal ist es auch sehr gut gelungen«, erklärte Grifo. »Schade, dass aus dem Pass zu Stindl oder zu Elvedi nicht mehr wurde.« Vor allem der Außenristpass auf Elvedi war grandios und bei halbwegs vernünftiger Ballverarbeitung des Schweizers wäre Grifo später wohl wegen seines Passes als der Spieler gefeiert worden, der den Unterschied macht.

So aber musste er sich die zweite Halbzeit von der Bank aus ansehen, weil Raffael zur Pause eingewechselt und Hazard auf die Grifo-Position verschoben wurde. »Warum ich raus musste, weiß ich auch nicht. Da müssen Sie den Trainer fragen«, sagte Grifo mit sichtlicher Unzufriedenheit.

»Das ist schon bitter und ärgert mich auch«, räumte er ein und schlich zerknirscht in Richtung Mannschaftsbus. Die Dienstreise nach Stuttgart wird Vincenzo Grifo definitiv nicht als spaßigsten Tag seiner Karriere in Erinnerung halten. Dass er damit nicht alleine war, wird ihm letztlich auch nichts nutzen.

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