Freitag, 11. März 2011 - 22:15 Uhr
So auch diese Woche, als folgende Konversation auf der Tribüne zu hören war: Gast beim Hoffenheim-Spiel war der niederländische Bondscoach Bert van Marwijk, wohl um seinen Nationalspieler Ryan Babel im nahen Grenzland unter die Lupe zu nehmen.
Zu seinen Tribünennachbarn gehörten ein rüstiger Mit-Siebziger und dessen Sohn, beide offensichtlich Landsleute des Ex-Dortmunders. Der Rentner fasste sich ein Herz und sprach den Oranje-Trainer an, was dieser auch zunächst freundlich zuließ.
»Warum haben Sie immer wieder Khalid Boulahrouz zur „Elftal“ eingeladen, obwohl der lange keinen Stammplatz im Club hatte?« wollte der Fan wissen.
Schnell verdunkelte sich die Miene des Startrainers.
»In Stuttgart spielt er doch jetzt, oder?« kam die bestimmte Antwort. Die beiden Fans beließen es nicht dabei und der Sohn schob hinterher.
»Aber in den letzten zwei Jahren hatte er keinen Stammplatz und kaum Spielminuten...«
Das war nun zuviel der Einmischung für den Trainer und er wandte sich verärgert ab mit der genervten Bemerkung.
"Dann macht den Job doch selbst!"
Unsere beiden Fans blieben perplex zurück, ohne jedoch ihren Humor zu verlieren. Als Bert von Marwijk ein paar Minuten vor Spielende genug Bundesliga und Babel gesehen hatte und seinen Platz verließ, trällerte unser Junior-Fan seinem Nationaltrainer noch ein Liedchen hinterher.
»Eviva Espana!«
Ja, so rau sind die Sitten in Holland.