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Borussia kann fighten

Ein deutliches Signal

von Marc Basten

Samstag, 16. September 2017 - 22:49 Uhr

Eine halbe Stunde lang taumelte Borussia Mönchengladbach in Leipzig wie ein chancenloser Boxer, am Ende musste man sich sogar ärgern, RB nicht den Knock-out versetzt zu haben. Gladbachs Reaktion war ein deutliches Signal.

Der blutende 'Krieger' Christoph Kramer (Foto: Boris Streubel / Bongarts / Getty Images)
Der blutende 'Krieger' Christoph Kramer (Foto: Boris Streubel / Bongarts / Getty Images)

Wenige Augenblicke waren in Leipzig gespielt, da versemmelte Jonas Hofmann die Mega-Gelegenheit zur Gladbacher Führung. Als RB danach aufdrehte und Borussia regelrecht an die Wand spielte, wurden nicht wenige Borussenanhänger im ausverkauften Stadion ziemlich blass im Gesicht. Vor allem über die rechte Gladbacher Seite veranstalten die Gastgeber was sie wollten und stürzten die Fohlen von einer Verlegenheit in die nächste.

Die Borussen bekamen keinen Zugriff auf die Gegenspieler und wenn sie mal den Ball hatten, war er nach wenigen Augenblicken wieder weg. Defensiv wurde panikartig versucht, sich irgendwie zu retten. Und offensiv fand Borussia überhaupt nicht statt. Nach dem Führungstreffer der Leipziger musste man große Sorgen haben, dass Gladbach abgeschossen wird.

Der Ausgleich durch den (berechtigten) Elfmeter von Hazard kam völlig überraschend, wurde aber von Leipzig kurz darauf folgerichtig mit dem neuerlichen Führungstreffer gekontert. RB war in dieser Phase haushoch überlegen und Borussia hing wie ein geschlagener Boxer in den Seilen.

Willen und Körpersprache waren herausragend

Zwar wurde es in den letzten 15 Minuten vor der Pause etwas besser und Raffael hatte sogar in der Nachspielzeit die Großchance zum Ausgleich, was angesichts der Kräfteverhältnisse auf dem Platz jedoch ein schlechter Witz gewesen wäre. Doch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nahezu komplett. Plötzlich waren die Borussen da, spielten einerseits Fußball und gingen andererseits in den Zweikämpfen mannhaft zur Sache.

Angesichts dieser Wandlung rieben sich nicht nur die Zuschauer verwundert die Augen, sondern auch die Leipziger Spieler. Sie wirkten schlagartig verunsichert und die schon gnadenlose Selbstverständlichkeit der ersten Halbzeit war verfolgen. Borussia beschäftigte den Gegner, hielt ihn weit vom eigenen Tor fern und zwang ihn zu Fehlern. Einen solchen nutzten die Borussen in Person von Zakaria und Stindl zum verdienten Ausgleichstor.

Noch wichtiger als die Phase bis zum Ausgleich nach gut einer Stunde war die verbleibende Spielzeit. Dort setzte die Mannschaft ein deutliches Signal, denn sie ließ nicht nach und drängte auf den Sieg. Der gelang zwar letztlich nicht mehr, doch der Willen und die Körpersprache der Gladbacher waren herausragend. Die gleichen Spieler, die kurz zuvor noch wie das Kaninchen vor der Schlange zuckten, drängten Leipzig an den Rand der Heimniederlage.

Der blutende Christoph Kramer war sinnbildhaft

Der blutende Christoph Kramer, der partout weiterspielen und gewinnen wollte, war sinnbildhaft für die Borussia der zweiten Halbzeit. Da stand eine Elf - interessanterweise gab es nur den einen verletzungsbedingten Wechsel von Hofmann zu Herrmann - auf dem Platz, die den Biss und die Entschlossenheit an den Tag legte, die ihr in Augsburg und gegen Frankfurt fehlte.

Die zweite Halbzeit macht Mut, sie ist aber gleichzeitig auch eine Verpflichtung. Denn die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Fußball spielen und auch fighten kann. Das gilt es jetzt auch am Dienstag gegen Stuttgart auf den Platz zu bringen. Da muss der Dreier her, den man in Leipzig letztlich mehr verdient gehabt hätte, als das Qualitätsensemble von RB.

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