Sonntag, 18. November 2012 - 13:58 Uhr
Nasskalte Temperaturen an einem trüben Novembertag, gekrönt von einer überflüssigen Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart. Eine gewisse Tristesse war in Mönchengladbach an diesem Samstag nicht zu übersehen.
Die Borussia hat es nach zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen verpasst, sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen. Aktuell rangiert man mit vier Siegen, vier Remis und vier Niederlagen im Niemandsland. Also quasi eine graue Maus und irgendwie passend zum November-Blues.
Zumindest wurde der vor wenigen Wochen drohende komplette Absturz verhindert. Die Rückbesinnung auf die defensive Stabilität als Grundvoraussetzung geleitete die Borussia in ruhigeres Fahrwassser.
Die nächsten Schritte nach vorne sind schwer, Niederlagen wie gegen Stuttgart müssen einkalkuliert werden. Eine Entwicklung ist dennoch auszumachen. Die Versetzung von Patrick Herrmann in die Zentrale bringt das bis dahin vermisste Tempo in den Sturm. Von Spiel zu Spiel gewöhnt sich Herrmann besser an die neue Rolle, strahlt immer mehr Gefahr aus. Seine vertikalen Tempoläufe sind eine Waffe, auch die Abwehrspieler des VfB Stuttgart schrammten nur knapp an mehreren Notbremsen vorbei.
Noch stimmt das Timing bei Herrmann nicht immer, dazu ist die Abstimmung mit den zuarbeitenden Kollegen ausbaufähig. Hier wird deutlich, dass Lucien Favre eigentlich nicht mit Herrmann als zweiter Spitze geplant hat und nun wegen des engen Terminplans die Zeit fehlt, gewisse Abläufe intensiver einzustudieren.
Fraglos ist die aus der Not geborene Versetzung von Herrmann eine richtige Entscheidung, genauso wie der Einbau der ‚Fleißfußballer‘ Marx und Rupp, selbst wenn beide gegen den VfB keinen guten Tag erwischten.
Borussia Mönchengladbach ist auf einem vernünftigen Weg, Rückschläge inbegriffen. Momentan sind alle Partien ein echter Kraftakt, physisch wie psychisch. Bis Weihnachten folgen noch einige solcher Herausforderungen und trotz tabellarischem Mittelmaß und trister Jahreszeit werden es interessante und spannende Wochen.