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Defensive Stabilität zulasten des Offensivspiels

Kleine Schritte

Marc Basten

Sonntag, 04. November 2012 - 14:54 Uhr

Wirklich vom Hocker reißen die Spiele von Borussia Mönchengladbach, mit Ausnahme der Schlussphase in Hannover, im Moment niemanden. Dennoch stabilisiert sich die Borussia in diesen Tagen, wenn auch nur mit kleinen Schritten.

Zwei gute Trainer - Lucien Favre und Christian Streich (Foto: Olaf Kozany / TORfabrik.de)
Zwei gute Trainer - Lucien Favre und Christian Streich (Foto: Olaf Kozany / TORfabrik.de)

Vor ein paar Wochen schüttelte Frankfurts Trainer Armin Veh fassungslos den Kopf. Eine vor eigenem Publikum so defensiv agierende Mannschaft die Gladbacher Borussia habe er noch nie gesehen, beklagte er sich. Seine Mannschaft hatte als Gast 60% Ballbesitz, verlor gleichwohl mit 0:2.

Die statistischen Werte nach der Partie gegen den SC Freiburg fielen ähnlich aus. Auch die Breisgauer hatten mit 58% deutlich mehr Ballbesitz als die gastgebenden Borussen. Vielleicht auch, weil seine Mannschaft zumindest einen Punkt holte, gab sich Freiburgs Trainer Christian Streich weitaus gelassener bei der Beurteilung der Spielweise des Gegners, als Kollege Veh zuvor.

»Man sollte das nicht so kritisch sehen«, sagte der 47-Jährige. »In der momentanen Situation ist es für Gladbach legitim, auch zuhause so tief zu stehen. Es ist keine einfache Phase, sie haben immense individuelle Qualität verloren und es braucht seine Zeit, sich umzustellen«.

»Natürlich wäre es mir lieber gewesen, sie hätten etwas offensiver gespielt«, so Streich. »Weil wir dann wahrscheinlich hier gewonnen hätten«, fügte er mit einem breiten Grinsen hinzu.

So aber konsolidiert sich Borussia Mönchengladbach in diesen Tagen. Zweifelsohne zulasten der Attraktivität, aber der Schritt zurück zur Basis einer defensiven Grundordnung wurde nicht nur an dieser Stelle nachdrücklich gefordert.

Mit dem Einbau des disziplinierten Arbeiters Thorben Marx als zweiten 6er und der Nominierung des Langstreckenläufers Lukas Rupp auf der rechten Seite sorgte Lucien Favre nominell für mehr Stabilität, zudem rückte er vom zuvor praktizierten ‚hoch verteidigen‘ ab und beorderte die Abwehrkette wieder eine Linie nach hinten.

Seitdem ist das Gesamtgefüge kompakter. Es geht im Strafraum von ter Stegen weitaus übersichtlicher zu, nicht jede Offensivaktion des Gegners führt zwangsläufig zu einer Torchance. Die ‚Schießbude‘ zu schließen, war die oberste Pflicht und das ist gelungen.

Dass dies zunächst einmal weniger attraktiv sein würde, ist zwangsläufig. Dennoch hat die Mannschaft gezeigt, dass sie situativ sehr wohl Druck aufbauen (Hannover) oder einen schwachen Gegner spielerisch dominieren kann (Düsseldorf erste Halbzeit). Und selbst gegen Freiburg kamen die Borussen zu drei, vier erstklassigen Möglichkeiten, die gepaart mit der defensiven Sicherheit eigentlich für einen Sieg ausreichend gewesen wären. Ungeachtet der vielen Spielanteile aufseiten der Freiburger.

Mit kleinen Schritten bewegt sich Borussia Mönchengladbach in die richtige Richtung. Dies gilt es beizubehalten und beim intensiven Programm bis zur Winterpause noch so viele Punkte wie möglich zu hamstern. Die Grundlage muss dabei weiter die defensive Stabilität sein. Um Schönheitspreise wird, wenn alles gut geht, frühestens im neuen Jahr gespielt.

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