Montag, 20. Februar 2012 - 09:16 Uhr
Es ist das alte Spiel in der Fußball-Bundesliga. Die großen und reichen Klubs (selbst wenn ihr vermeintlicher Reichtum nur in abenteuerlichen Finanzkonstruktionen besteht) bedienen sich bei der erfolgreichen Konkurrenz. Weil es dort gute Spieler gibt und gleichzeitig die Gelegenheit, einen lästigen Wettbewerber zu schwächen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass nach Marco Reus (Dortmund) und Roman Neustädter (Schalke) jetzt auch der dritte Konkurrent im Rennen um den Titel und die Champions-League-Plätze in Gladbach ‚wildern‘ möchte. Nachdem der FC Bayern im Werben um Marco Reus noch den Kürzeren zog, haben es die Münchener nun auf Abwehrchef Dante abgesehen.
Das ist nicht wirklich überraschend, denn eigentlich hätten die Bayern Dante schon im letzten Jahr für vergleichsweise kleines Geld holen müssen. Statt dessen investierten sie lieber horrende 13,5 Millionen Euro in einen Jerome Boateng.
Nun scheinen sie an der Säbener Straße Versäumtes nachholen zu wollen, auch weil sie die überraschend aufgetauchte Konkurrenz aus Gladbach nächstes Jahr schwächen können. Und – schließlich kennen die Bayern das Geschäft – sie wissen, dass sie auch schon in der aktuellen Spielzeit für Unruhe bei Borussia sorgen können. Dass ausgerechnet jetzt „durchgesickert“ ist, dass Bayern bereits mit Dante einig sei, passt genau ins Schema.
Das gehört zum Geschäft und davon sollte sich niemand in Mönchengladbach verrückt machen lassen.
Hinter den Kulissen wird ohne öffentliche Begleitmusik an der Borussia 2012/2013 gebastelt. Und hierfür sind die Aussichten trotz der Verluste von Reus, Neustädter und möglicherweise Dante hervorragend. Die Reus-Millionen eröffnen bisher nicht dagewesene Möglichkeiten, die Ablöse bei einem Dante-Transfer würde diese noch verbessern. Und sollte sogar die Champions-Leauge erreicht werden, bringt das weitere Millionen-Einnahmen mit sich.
So schwer es auch wird, Abgänge aus dem aktuellen Team zu ersetzen, so positiv sind dennoch die Zukunftsaussichten für Borussia Mönchengladbach. Der Klub kann jetzt mit einem finanziell attraktiven Angebot an Spieler herantreten und gleichzeitig eine sportliche Perspektive, vielleicht sogar in der höchsten europäischen Klasse, bieten.
Max Eberl und sein Team verdienen das Vertrauen, für den Sommer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und für alle anderen gilt es, den Fokus weiter nur auf das aktuell Beeinflussbare zu richten: das nächste Spiel ...