Sonntag, 12. Februar 2012 - 13:37 Uhr
Das Thema Igor de Camargo hat in den letzten Tagen die Diskussionen um Borussia Mönchengladbach beherrscht. Mit einer sehr eindimensionalen Berichterstattung wurde de Camargo als Betrüger an den Pranger gestellt und selbst seriöse Medien schreckten nicht davor zurück, einen unzweifelhaften Urteilsspruch zu fällen.
Auch aus Kreisen der Borussenfans wurde mehrfach die Meinung geäußert, dass man lieber ausgeschieden wäre, als auf solch eine Art und Weise ins Pokalhalbfinale einzuziehen.
Erst am Freitag, mit der ersten konkreten öffentlichen Stellungnahme von Sportdirektor Max Eberl, legte sich die Aufregung. Eberl räumte eine gewisse übertriebene Theatralik bei de Camargo ein, wies aber mit Vehemenz darauf hin, Ursache und Wirkung bzw. Täter und Opfer nicht zu vertauschen.
Diese Einschätzung wurde am Samstag dann auch u.a. von Ex-Schiedsrichter Markus Merk untermauert.
Blieb die Frage, wie das Publikum im Borussia-Park den vermeintlichen „Sünder“ in Empfang nehmen würde. Diese Ungewissheit wurde schnell beseitigt: Viele Fans hielten Zettel mit dem „Facebook-Like“ für de Camargo hoch und deutliche Pfiffe gab es nur aus dem Schalker Block.
Und als de Camargo in der Schlussphase lange auf seine Einwechslung warten musste, weil das Spiel partout nicht unterbrochen wurde, feierten ihn die Fans mit Sprechchören.
Auch auf dem Platz präsentierten sich die Borussen einwandfrei: Kein Gladbacher zeigte in den Zweikämpfen auch nur den Ansatz einer übertriebenen Showeinlage – im Gegenteil. Hanke, der sogar elfmeterreif getreten wurde, hielt sich genauso wie Reus bei Schalker Attacken mit allen Mitteln auf den Beinen.
Es war die geschlossen richtige Antwort auf eine turbulente Woche …