Montag, 05. Dezember 2011 - 19:40 Uhr
Seit Monaten werden die Lobeshymen auf Borussia Mönchengladbach gesungen, zuletzt immer lautstarker. Zweifelsohne sind die Leistungen der Favre-Truppe aller Ehren wert, vor allem unter dem viel zitierten Gesichtspunkt, dass »alle wissen, wo wir herkommen«.
Die Wandlung vom Fastabsteiger zu einem derart stabilen Team ist tatsächlich eine mittlere Sensation . Dass die Gladbacher im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund unbeirrt vom Gegner aufspielten und »ihr Ding durchzogen«, wie Jürgen Klopp es ausdrückte, ist bemerkenswert.
Und dennoch muss man aus Gladbacher Sicht eingestehen, dass Dortmund in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft war. Das hatte nicht viel mit Augenhöhe zu tun. Eine höhere Führung der Dortmunder wäre nicht unverdient gewesen. Die zweite Halbzeit war ausgeglichener, aber auch da hatte der BvB spielerisch ein Übergewicht.
Duell eines aufstrebenden Euro-League Aspiranten gegen eine deutsche Spitzenmannschaft
Nun ist das keineswegs schändlich, sondern soll nur die Einordnung von Borussia Mönchengladbach im Spätherbst 2011 verdeutlichen: Die Mannschaft spielt wirklich gut, aber noch lange nicht so gut wie Dortmund oder Bayern. Der VfL ist (noch?) eine Stufe tiefer angesiedelt.
Das Duell der beiden Borussias war das eines aufstrebenden Euro-League Aspiranten gegen eine deutsche Spitzenmannschaft, die ihrerseits auf ganz hohem internationalen Niveau größte Probleme bekommt, wie die aktuelle Champions-League-Saison beweist.
Bei Borussia Mönchengladbach tut man gut daran, weiter mit dem „Von-Spiel-zu-Spiel-Denken“ an die Sache heranzugehen und sich vom ganzen Gerede um Herbstmeisterschaft, Meisterschaftsanwärter oder Bayern-Jäger nicht beirren zu lassen.
Und von daher werden die vermeintlich leichten Spiele gegen Augsburg und Mainz Aufschluss geben, wie weit Borussia Mönchengladbach tatsächlich schon ist.