Sonntag, 30. Oktober 2011 - 17:42 Uhr
In München bei den Bayern sagen sie viel, wenn der Tag lang ist. Müssen sie auch, denn die zahlreichen Medienvertreter an der Säbener Straße brauchen ja Futter, um den FC Hollywood entsprechend zu würdigen.
Da gehört es schon zum Alltag, dass ein Offizieller der Bayern sich zu dem einen oder anderen Spieler äußert und anmerkt, dass er „durchaus interessant“ sein könnte für den Branchenprimus. Dass für die Münchener z.B. ein Spieler wie Marco Reus eine Überlegung wert sein könnte, ist keine wirkliche Überraschung. Vor allem ist das Thema acht Monate vor Saisonschluss alles, nur nicht aktuell.
Und dennoch kocht es momentan hoch wie die Sensationsstory schlechthin. Klar, Marco Reus ist gerade Nationalspieler geworden und ragt bei Borussia Mönchengladbach fraglos heraus. So wird er auch für die überregionalen Medien interessant und was passt da besser, als ihn gleich als begehrtes Objekt für die Bayern in den bundesweiten Fokus zu stellen?
Und so schaukelt sich die Sache jetzt hoch. Die Bayern lassen immer mal wieder fallen, dass Reus sicher nicht uninteressant ist, was wiederum zum Anlass genommen wird, Reus mit dem angeblichen Werben des Rekordmeisters zu konfrontieren. Der sagt zwar seit Wochen, dass ihn ein mögliches Interesse ehren würde, er aber einen langfristigen Vertrag in Mönchengladbach hat, sich wohlfühlt und dass das Thema keines ist.
Dennoch wird es weiter hochgekocht. So weit, dass Sportdirektor Max Eberl schon fast eine Brandrede halten muss, um die Sache nicht ausufern zu lassen. »Ich glaube nicht, dass irgendeinem geholfen ist, so ein Thema ständig jede Woche zu kommentieren«, sagte er im Anschluss an das Hannover-Spiel. »Marco Reus ist ein Nationalspieler. Die Frage ist: muss jeder Nationalspieler zu den Bayern? Wollen wir das? Es gibt genug Beispiele mit Schlaudraff, Jansen oder Podolski, die in München gescheitert sind. Wir sollten da auch an den Jungen denken und der macht eine fantastische Entwicklung. Das ist das, was zählt«.
Im Moment macht Marco Reus noch den Eindruck, als ob das ganze Theater an ihm abprallt. Es bleibt zu hoffen, dass er die Bodenständigkeit bewahren kann und so gut beraten ist, sich weder von den Bayern, noch von seinen neuen Nationalelfkollegen, irgendeinen Floh ins Ohr setzen zu lassen.
Klar ist: Wollen die Bayern einen Spieler aus der Liga und der will auch zu ihnen, bekommen sie ihn. Doch das wird in Bezug auf Marco Reus, wenn überhaupt, frühestens im nächsten Frühjahr wirklich ein Thema. Und so lange nervt es einfach nur.