Sonntag, 16. Oktober 2011 - 14:21 Uhr
Die Platte von Lucien Favre hat einen Sprung. Woche für Woche erklärt der Trainer, dass man nicht vergessen dürfe, wo die Borussia herkomme. »Ich wiederhole: Es ist genau die Mannschaft, die gegen Bochum knapp die Relegation geschafft hat. Ganz genau die gleiche Mannschaft«.
Natürlich hat der Schweizer damit Recht. Doch hören mag man es langsam nicht mehr. Und sehen möchte man auch mal etwas anderes: einen der Neuzugänge. Mathew Leckie hatte ein paar Kurzeinsätze, ehe er sich verletzte. Oscar Wendt hat 90 Minuten in Freiburg gespielt, als Filip Daems fehlte. Gegen Leverkusen war er wieder draußen. Lukas Rupp schien zu Saisonbeginn am weitesten von allen zu sein – er spielt aktuell gar keine Rolle. Matthias Zimmermann ohnehin nicht. Die beiden Offensivkräfte Yuki Otsu und Joshua King saßen gegen Leverkusen zumindest mal auf der Bank. Zum Einsatz kamen sie nicht.
Dabei brachte das Spiel die Konstellation mit sich, zumindest Joshua King mal 25 Minuten zu bringen. Bei der Führung in Überzahl hätte der schnelle Norweger eigentlich gepasst. Stattdessen setzte Favre auf Raúl Bobadilla. Einerseits verständlich, da der Argentinier zuletzt nach seinen Einwechslungen für Belebung sorgte. Andererseits auch eine verpasste Chance, zumal Bobadilla diesmal enttäuschte.
Wann kommt die Zeit für den King? »Der Trainer hat Joshua über die Woche sehr, sehr gelobt für seine Trainingsleistungen«, sagte Sportdirektor Max Eberl nach dem Spiel gegen Leverkusen. »Da wird es eine Frage der Zeit sein, bis dann wahrscheinlich die Einsätze kommen. Aber dafür ist der Trainer verantwortlich«.
»Wie wir momentan Fußball spielen ist es schwer für diejenigen, die hinten dran sind«, so Eberl weiter. »Aber sie machen Druck im Training. Das ist, was wir brauchen. Wir wollten jemanden, der im Hintergrund Druck macht, der auch unzufrieden ist, wenn er nicht spielt, der aber eben keine negative Stimmung macht«.
Dieses Anforderungsprofil erfüllen Borussias Neuzugänge fraglos. Dennoch wäre es wünschenswert, dass Lucien Favre einen Joshua King mal auf die Weide lässt. Und das nicht nur, damit Lucien Favre eine andere Platte auflegen muss, als die von der »genau gleichen Mannschaft wie gegen Bochum« …