Montag, 08. August 2011 - 14:25 Uhr
Nicht nur für Borussia Mönchengladbach hängen die Trauben bei den Münchener Bayern traditionell fast unerreichbar hoch. Auch für andere Bundesligisten ist es eher die Ausnahme, wenn sie in der Allianz-Arena bestehen. Die Bayern sind daheim eine Macht, selbst in der für ihre Verhältnisse eher verkorksten vergangenen Spielzeit waren sie das heimstärkste Team der Liga, besser noch als die Überflieger aus Dortmund.
Dass ausgerechnet Borussia Mönchengladbach dem wie gewohnt mit großen Erwartungen in die Liga gestarteten Rekordmeister gleich zum Auftakt eine Heimschlappe beibrachte, darf getrost als ‚Sensation‘ bezeichnet werden. Und auch wenn die Borussen bei ihrem Coup die nötige Portion Glück hatten, war der Erfolg doch mehr als nur der sprichwörtliche Fund des Korns durch das ansonsten blinde Huhn.
Die mannschaftliche Geschlossenheit, das disziplinierte Spiel gegen den Ball und die kluge Defensivarbeit sind alles andere als ein Zufallsprodukt. Inklusive der beiden Relegationsspiele hat Borussia Mönchengladbach in den letzten 13 Bundesligapartien nie mehr als ein Gegentor kassiert. Trainer Lucien Favre hat die einstige Schießbude der Liga (3 Gegentreffer pro Spiel waren zeitweise der Schnitt) nicht nur geschlossen, er hat sie gleich zubetoniert.
Noch bemerkenswerter ist, dass Lucien Favre dies geschafft hat, ohne seine Mannschaft in eine Klopper- oder Zerstörertruppe zu verwandeln. Es wird sauber und intelligent verteidigt und die fußballerische Komponente im Spiel nach vorne ist nicht zu unterschätzen, selbst wenn sie in München oftmals nur in Ansätzen zu sehen war.
Der gesamte Auftritt der Borussen in München war die Fortführung der in den letzten Monaten gezeigten Leistungen. Die Erkenntnis, dass diese positive Entwicklung weitergeht, zählt eigentlich noch mehr, als die drei Bonuspunkte für den Sieg bei den Bayern. Wobei diese selbstverständlich mit einem zufriedenen Lächeln verbucht werden dürfen.