Sonntag, 10. Juli 2011 - 09:42 Uhr

Darüberhinaus lief Borussias 'Neuabgang' Tobias Levels vermutlich zum letzten Mal im Trikot mit der von ihm so geliebten Raute auf. »Es bleibt so. Er hat selbst gesagt, dass er weg will«, unterstrich Lucien Favre nocheinmal den Stand der Dinge im Fall Levels.
Gegen den schwachen schottischen Erstligisten geriet der VfL durch einen Fauxpas von Marc-André ter Stegen zunächst in Rückstand, in der Folgezeit brachten die Briten wenig bis gar nichts Konstruktives zustande. Die Borussen dagegen versuchten es oft über die Außenbahnen, wo die Pärchen Daems/Otsu und Levels/Rupp für Gefahr sorgten.
Tobias Levels tankte sich mehrmals durch und schlug eine präzise butterweiche Flanke auf den Kopf von Raul Bobadilla. Desweiteren konnte sich der Blondschopf über die lautstarke Sprechchöre 'seiner' Fans freuen, die Borussias Eigengewächs teilweise für die deutsche Nationalmannschaft empfehlen wollten. Zunächst einmal dürfte sich Levels aber eher für einen neuen Arbeitgeber empfehlen wollen, Scouts der Bolton Wanderers befanden sich diesbezüglich im Stadion.
Linksverteidiger Filip Daems unterstützte Yuki Otsu so oft wie möglich und bot sich hilfreich als Kombinationspartner an. Lukas Rupp genoss seine gebotenen Freiheiten und durfte schalten und walten, wie er wollte. Kein Zufall, dass ausgerechnet der Ex-Karlsruher beim 1:1 am zweiten Pfosten frei auftauchen konnte, um den sehenswerten Ausgleichstreffer zu markieren.
Dennoch war das Tempo der Ballzirkulation vor der Pause zu niedrig, um häufiger entscheidende Stiche zu setzen. Dies änderte sich in der zweiten Halbzeit, einerseits durch die Einwechslung des Australiers Mathew Leckie und wohl auch, weil die Schotten kräftemäßig gehörig nachließen.
»Es ist immer gut Tore zu schießen, das ist gut fürs Selbstvertrauen. Ich habe schnell festgestellt, dass es leichter wird, wenn man vorne schnelle Spieler hat. Die Schnelligkeit ist wichtig, vor allem gegen solche Mannschaften, sonst wird es ineffizient. Das gilt vor allem für den Sturm«, gab Trainer Lucien Favre zu Protokoll. Borussias Cheftrainer betonte auch, dass der FC Aberdeen kein gleichwertiger Gegner war, »am Ende war fast jeder Angriff gefährlich«.
Mit der geforderten Schnelligkeit meinte Favre wohl vor allem Mathew Leckie, der mit zwei Toren und pfeilschnellen Aktionen maßgeblichen Anteil am Sieg hatte. Über Gebühr loben wollte der Schweizer den gradlinigen Australier indes nicht. »Er ist schnell und hat Power, aber es gibt für ihn noch viel zu lernen. Zum Beispiel sein Verhalten mit einem Gegner im Rücken, da hat er Mühe den Ball zu behalten.« Raul Bobadilla müsse sich laut Favre »an das Kollektiv gewöhnen und auch an die kontinuierliche Bewegung im Spiel.«
Diese Bewegung war beim quirligen Probespieler Yuki Otsu, der als einziger Feldpspieler über die gesamten neunzig Minuten durchspielen durfte, über die komplette Spielzeit vorhanden. In puncto Schnelligkeit machte der Asiate ebenfalls eine gute Figur, doch Favres Gesichtsausdruck verriet im kleinen Spielertunnel von Rheydt einen gewissen Zweifel, als er auf eine Verpflichtung des Japaners angesprochen wurde. »Es geht, es geht«, wollte er nicht in Euphorie verfallen.
»Es ist nicht einfach, er ist erst drei Tagen hier. Da ist es sehr schwer was zu sagen, erstmal fliegt er jetzt wieder heimwärts. Er war von Anfang an sehr, sehr engagiert doch ich muss mich nicht jetzt entscheiden.«