Donnerstag, 09. Juni 2011 - 21:41 Uhr
Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es zwei Linksfüßer im Kader von Borussia Mönchengladbach, um die den Verein einige Experten beneideten. Marcell Jansen in der Anfangsformation und Marvin Compper im Hintergrund. Beide Kicker gehören der Vergangenheit an.
Wechselte Marcell Jansen beim letzten Abstieg der Borussia noch für eine zweistellige Millionensumme zum FC Bayern München, stand mit dem jüngeren Marvin Compper ein ebenbürtiger Nachfolger direkt in der Pipeline.
Die Vereinsinternen sahen dies anders und verpflichteten einen erfahrenen Haudegen für die zweite Bundesliga – Alexander Voigt hieß der Auserkorene. Kurzum, Marvin Compper erhielt keine Chance mehr, selbst Johannes van den Bergh wurde ihm vorgezogen, so dass der Linksfuß seine Zelte in Mönchengladbach schnell abbrach und zur TSG 1899 Hoffenheim flüchtete.
Diese Fehler wollte und will der Klub vom Niederrhein nicht wiederholen und setzt perspektivisch auf Nachwuchskicker. Vorne weg läuft mit Filip Daems ein erfahrener Spieler, dahinter gesellten sich Christian Dorda und letztjähriger Neuzugang Jens Wissing.
Der eine aus der eigenen Jugend, der andere vom Viertligisten Preußen Münster losgeeist und dabei Kontrahenten wie den FC Schalke 04 ausgestochen.
Die Rechnung ging nicht auf. Der verletzungsanfällige Christian Dorda musste seinem Körper Tribut zollen und spielt zur Zeit bei der SpVgg Greuther Fürth vor. Jens Wissing versuchte sich derweil bei den Profis und schaffte schlichtweg nicht den Sprung, den der Verein sich erhoffte. Dazu kamen diverse weitere Verletzungen, so dass nach noch nicht einmal einem Jahr Zugehörigkeit der Verein klar reagierte.
Für beide Linksverteidiger reichte es nicht, trotz jungem Alters.
Dementsprechend schaute sich der Verein nach anderen Talenten um und fand diesen offensichtlich in dem Schweden Oscar Wendt. Mit 25 Jahren im besten Fußballalter, dazu Länderspiel- und Championsleague-erfahren sowie mit auslaufendem Vertrag – eine bessere Lösung bietet sich nicht.
Borussia machte einen richtigen Schritt und trennt sich von Perspektiv-Spielern, die vielleicht doch nicht an das gehobene Bundesliga-Niveau heranreichen, gleichzeitig sorgt sie für eben diese Qualität, die dem Kader in der abgelaufenen Saison 2010/2011 nachweislich fehlte.
Mit Christian Dorda (Nachwuchsmannschaft SpVgg Greuther Fürth), Jens Wissing (SC Paderborn) und Sebastian Schachten (FC St. Pauli) verabschiedet der VfL drei Kicker, die auf lange Sicht keine Zukunft bei der Borussia haben. Alles feine Charaktere, doch leider ohne das viel zitierte Etwas, um den Verein nach vorne zu bringen.