Dienstag, 26. April 2011 - 13:19 Uhr
Bislang ist die „Initiative Borussia“ vor allem damit aufgefallen, dass sie sich in der Öffentlichkeit mit einer „Hau-Drauf-Methode“ ins Gespräch bringen wollte. Das ist fraglos gelungen, denn die von den Medien dankbar weitergetragenen Angriffe (»Kaninchenzüchterclub«) sorgten für die gewünschte Aufmerksamkeit. Die brauchte es wohl, denn die eigentlichen Reformansätze bleiben eher plakativ als konstruktiv und hätten sicher eine solche öffentliche Beachtung nicht gefunden.
Untermalt von der sportlichen Entwicklung und der spärlichen, jedoch nicht wirklich glücklichen Öffentlichkeitsarbeit von Präsident Rolf Königs (»Das Stadion ist der Star«), kristallisierten sich durchaus Fürsprecher der „Initiative“ heraus, selbst wenn viele Anhänger und Mitglieder die Vorgehensweise von Norbert Kox & Co. nicht gutheißen mochten.
Am heutigen Dienstag nun spielte die „Initiative“ ihren letzten großen Trumpf aus und präsentierte mit Stefan Effenberg das neue Gesicht der Reformbewegung. »Wir wollen Stefan Effenberg nicht nur als Sportdirektor verpflichten, sondern auch als Vorsitzenden der Geschäftsführung - das ist das Bremer Modell, wie mit Klaus Allofs«, wird Norbert Kox zitiert. »Wir wollen sportliche Kompetenz in diesen Verein bringen«.
Und dafür soll nun Stefan Effenberg stehen. »Es schreien alle nach sportlicher Kompetenz. Dazu stehe ich mit voller Überzeugung zur Verfügung«, unterstrich der „Tiger“ bei seiner offiziellen Vorstellung.
Dass Stefan Effenberg an Bord ist, überrascht angesichts der Äußerungen des Ex-Nationalspielers in der Vergangenheit nicht wirklich. In seiner Eigenschaft als „Experte“ beim Fernsehsender sky kritisierte er die aktuelle Vereinsführung mehrfach deutlich und hielt sich immer die Hintertür offen, in irgendeiner Funktion tätig zu werden, wenn man ihn denn fragen würde.
Fraglos ist der „Initiative“ damit ein Coup gelungen, denn Stefan Effenberg polarisiert und genießt in der Fangemeinde immer noch einen hohen Stellenwert. Die „sportliche Kompetenz“ scheint in diesem Falle naturgegeben und selbst manch mega-peinliche Episode während Effenbergs Karriere nach der Karriere ändert nichts an seiner vermeintlichen Qualifikation.
Wie dem auch sei: Spätestens mit dem Erscheinen von Stefan Effenberg auf der Bühne wird die „Initiative“ zur echten Gefahr für Königs & Co. Sollte das „Wunder Klassenerhalt“ nicht geschafft werden, verbleiben den momentanen Verantwortlichen nicht wirklich viele Argumente um die Mitglieder zu überzeugen, dass ihr Kurs der richtige ist. Dass die Reformvorhaben der Initiative nicht der Weisheit letzter Schluss sind und sogar auf Sicht eine echte Gefahr für Borussia Mönchengladbach darstellen könnten, wird durch den neuen Frontmann Stefan Effenberg noch weiter in den Hintergrund rücken.