Montag, 11. April 2011 - 16:50 Uhr
Unter normalen Umständen müsste man nach so einem Kantersieg im Derby mahnend den Finger heben und appellieren, dass dieses Ergebnis nicht überbewertet werden dürfe und dass mal alle schön mit beiden Füßen am Boden bleiben sollten. Doch im Saisonfinale als Tabellenletzter ist nichts mehr normal. Von daher muss dieser Sieg als das verstanden werden, was er tatsächlich sein könnte: Eine Initialzündung und die letzte Welle, doch noch ans rettende Ufer getragen zu werden.
So viel anders als in den letzten Wochen hat es die Mannschaft bis zum Führungstreffer gegen den FC nicht gemacht. Sie hat nur – im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen Kaiserslautern – nach einem Standard den Türöffner gefunden und anschließend eine große Effizienz vor dem gegnerischen Tor gezeigt. Und da Köln bis auf die Phase nach dem Seitenwechsel völlig neben der Spur war, gelang letztlich dieser hohe Sieg.
Schwamm drüber, dass die Borussen gar nicht so überragend waren, wie es das Ergebnis ausdrückt. Schon oft in dieser Spielzeit war es genau umgekehrt, was Mannschaft und Umfeld letztlich in diesen Negativstrudel riss. Jetzt könnten alle auf den letzten Drücker durch dieses 5:1 vielleicht doch noch einen finalen Kraftakt starten.
Dass die kalkulierten drei Siege in den verbleibenden fünf Spielen schon alleine aufgrund der Klasse der Gegner nur schwer zu realisieren sein werden, ist klar. Und der Erfahrungswert dieser Spielzeit, wonach einem Erfolgserlebnis postwendend ein Tritt in die Weichteile erfolgte, bremst auch etwas. Und dennoch fühlt sich die Konstellation mit dem Derbysieg im Rücken so schlecht nicht an: Fünf Finalspiele, von denen drei gewonnen werden müssen. Möglich ist es.