Dienstag, 05. April 2011 - 08:27 Uhr
Schon seit einer geraumen Zeit lassen die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach bei jeder Gelegenheit durchblicken, was man da mit Marc-André ter Stegen für einen sensationell guten Nachwuchstorwart in der Hinterhand hat. Die ‚Vision‘ vor zwei Jahren war, das Talent an die erste Mannschaft heranzuführen, Logan Bailly irgendwann für viel Geld zu verkaufen und von ter Stegen beerben zu lassen.
Nun hat sich das Vorhaben zumindest in Bezug auf Logan Bailly als Schuss in den Ofen erwiesen. Dass der Belgier von einem finanzkräftigen Topklub ins Visier genommen wird, ist nicht erst seit der Lachnummer vom Kaiserslautern-Spiel ausgeschlossen.
Da Borussias Trainer Lucien Favre ganz offensichtlich wenig von Christofer Heimeroth hält und Logan Bailly auch in München weiter wild vor sich hinfausten ließ, werden die Rufe nach Marc-André ter Stegen immer lauter. Nicht nur der Boulevard will das „Super-Talent“ mit allem Nachdruck in die erste Elf befördern.
Auch die Fans verknüpfen mit dem bald 19-Jährigen riesige Erwartungen. Obwohl die wenigsten den Keeper schon mal spielen gesehen haben, wird ter Stegen bereits auf ein Podest in schwindelerregender Höhe gehoben.
Ganz sicher sind dies nicht die besten Voraussetzungen für einen jungen Torwart, der alsbald seine ersten Schritte im Profifußball machen wird. Die Bürde des Super-Talents wiegt jedenfalls schwer und belastet, bevor Marc-André ter Stegen überhaupt den ersten Ball gehalten hat.
Wie wenig förderlich solch ein Hype für einen jungen Keeper ist, zeigt sich am Beispiel von Michael Rensing. Der wurde als 22-Jähriger Ersatztorwart hinter Oliver Kahn von Uli Hoeneß bereits als neuer Nationaltorwart gehuldigt, um anschließend bei den Bayern sang- und klanglos zu scheitern.
Dies sollte allen in Mönchengladbach, Vereinsverantwortlichen wie Fans gleichermaßen, Warnung genug sein, in Bezug auf Marc-André ter Stegen nicht zu überdrehen.