Samstag, 19. März 2011 - 12:12 Uhr

Es war kurz vor 23 Uhr in den Katakomben des Borussia-Parks, als Innenverteidiger Martin Stranzl mit versteinerter Miene vor den Pulk der wartenden Journalisten schlurfte. Die Niederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Kaiserslautern hatte deutliche Spuren hinterlassen. Doch es war sicher nicht nur die Pleite in diesem „6-Punktespiel“, sondern auch die Art und Weise, wie dieses Match verloren wurde, die für das blanke Entsetzen sorgte.
Martin Stranzl jedenfalls sprach als erster Gladbacher Spieler in dieser Saison den Satz aus, den Profis von praktisch abgestiegenen Teams in einer vergleichbaren Situation immer von sich geben. »So lange rechnerisch etwas möglich ist, geben wir nicht auf«, sagte der Österreicher eher reflexartig, als mit wirklicher Überzeugung.
Es ist also soweit: Das letzte Pfeifen im Walde erklingt, die letzte Durchhalteparole wird hervorgekramt. Ein „Fußballwunder“ könnte vielleicht noch helfen. Doch selbst der größte Optimist wird zweifeln müssen, dass eine Mannschaft, die selbst Kaiserslautern nicht wirklich gefährden kann und nach dem Eigentor die weißen Fahnen herausholte und sich ergab, dazu fähig sein kann.
»Jeder kann die Tabelle lesen«, sagte Trainer Lucien Favre. Und die nackten Zahlen lassen nur den Schluss zu, dass an diesem kalten Abend im Borussia-Park mehr als eine Vorentscheidung gefallen ist. Nächste Saison wird es hier Zweitligafußball geben.
Zumindest hat man nun eine gewisse Planungssicherheit, wenn auch eine ungewollte. Es wird den x-ten Neuanfang in Mönchengladbach geben und dass es kein Selbstläufer wird, eine Aufstiegsmannschaft zu zimmern, die im Gegensatz zur letzten Zweitligaepisode auch über ein erstligataugliches Grundgerüst verfügt, versteht sich von selbst.
Lucien Favre und Max Eberl müssen jetzt mit aller Konsequenz die Sache angehen, die Spieler derweil in den verbleibenden Partien zeigen, dass sie wenigstens soviel Charakter haben, die Saison mit Anstand zu beenden.
Und den Anhängern bleibt letztlich nur die Erkenntnis, dass wieder einmal ein Traum geplatzt ist. Wie man damit umgeht, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Zu ändern ist es wohl nicht.