Sonntag, 13. März 2011 - 19:43 Uhr
Ganz klar, es hat sich etwas getan bei Borussia Mönchengladbach in den vier Partien unter Lucien Favre. Die Gegentorflut wurde eingedämmt (vier Tore in vier Spielen), der Heimkomplex abgelegt und sieben von zwölf möglichen Punkten sind für einen Abstiegskandidaten sehr bemerkenswert.
Das Spielsystem wird variabler gestaltet als noch unter Michael Frontzeck und die Mannschaft weist nach, dass sie durchaus in der Lage ist, kurzfristige Veränderungen umzusetzen.
Die Findungsphase dauert allerdings an. Lucien Favre sucht weiterhin nach der richtigen Mischung und korrigierte in Bremen zum zweiten Mal in Folge die vorgesehene Grundausrichtung schon in der Anfangsphase. Trat gegen Hoffenheim eine spürbare Verbesserung ein, blieb sie in Bremen aus.
Schafft es die Mannschaft wie gegen Schalke und Hoffenheim, den Gegner zu beschäftigen und kommt dieser nicht richtig auf Touren, hinterlässt die Gladbacher Elf einen sehr ordentlichen Eindruck. Vorne ist man individuell gut besetzt und schwer ausrechenbar, das Mittelfeld ist laufstark und in der Abwehr hat man mit Stranzl und Dante zwei echte Größen als feste Stütze.
Lässt man allerdings, wie in Wolfsburg und nun in Bremen, den Gegner zur Entfaltung kommen und schafft es nicht, für Entlastung zu sorgen und ihn zu beschäftigen, wackelt das ganze Gebilde bedenklich. Sowohl Wolfsburg als auch Werder hatten die Möglichkeit, die Borussia aus dem Stadion zu schießen.
»Der Gegner war engagiert und sehr aggressiv, das müssen wir in Zukunft besser beherrschen«, legte Lucien Favre nach dem Spiel in Bremen den Finger in die Wunde.
Im Weserstadion ist es nochmal gut gegangen, der späte Ausgleichstreffer brachte einen wichtigen Zähler und aufgrund des Spielverlaufs sogar einen gefühlten Sieg. Doch den Schlüssel, einen engagierten Gegner so zu beschäftigen, dass dieser in seinem Spielfluss entscheidend beeinträchtigt wird, muss die Favre-Truppe noch finden. Möglichst schnell.