Samstag, 26. Februar 2011 - 10:25 Uhr
‘Damit der Favre-Effekt nicht verpufft, sind die Spieler gefordert. Die Leistung gegen Schalke darf keine Eintagsfliege gewesen sein‘.
Mit diesem Satz endete der letzte Einwurf an dieser Stelle. Nach dem 1:2 beim VfL Wolfsburg bleibt die Feststellung, dass sich zumindest der kurzfristige Favre-Effekt bereits in Luft aufgelöst hat. Manch ein Gladbach-Fan gab am Freitag in Wolfsburg ein reflexartiges »Frontzeck raus« von sich – so sehr erinnerte die Darbietung der Fohlen bei den Wölfen an den leblosen Auftritt bei St. Pauli, der Michael Frontzeck den Job kostete.
Dass die Theorie, mit einem Trainerwechsel sämtliche Probleme lösen zu können, nicht seriös ist, wissen sie bei Borussia. Lucien Favre gab sich entsprechend wohltuend zurückhaltend in Bezug auf die Beurteilung der Arbeit seines Vorgängers, Sportdirektor Max Eberl muss Frontzecks Rauswurf ohnehin als lediglich kleine Korrektur im Rahmen des großen Masterplans verkaufen.
Mit dem gelungenen Auftakt gegen Schalke verband man die berechtigte Hoffnung, dass sich nun möglicherweise endlich der Knoten in Kopf und Beinen der Profis gelockert haben könnte, an dessen Entwirrung Michael Frontzeck letztlich scheiterte.
Der Rückfall in gewohnte Verhaltensmuster in Wolfsburg ist ein echter Dämpfer. Elf Einzelspieler, keine Mannschaft. Großen Worten (Mo Idrissou: »Wir haben alle wieder Spaß. Und endlich einen Trainer, der uns pusht“) folgte – wieder einmal – nichts.
Da es nicht die durchaus mögliche herbe Klatsche gegeben hat und man sich dank der Schlussviertelstunde sogar noch einiges schönfärben kann, glimmt der Funke Hoffnung im Abstiegskampf weiter. Über die bittere Tatsache, dass die Spieler als Mannschaft wieder einmal versagt und eine weitere Chance verschenkt haben, kann das nicht hinwegtäuschen. Zumindest die Sache mit dem „Spaß“ unter Lucien Favre sollte sich nun erledigt haben.