Sonntag, 14. November 2010 - 16:58 Uhr
Gebraucht haben sie ihn alle in Mönchengladbach. Diesen 4:0 Triumph im Derby beim 1. FC Köln. Die leidgeprüften Fans, die sich in den letzten Wochen trotz aller Negativerlebnisse hinter Mannschaft und Trainer gestellt haben. Die Verantwortlichen, deren Bekenntnis zu einer Politik der Kontinuität sich nicht als Phrase entpuppte. Der Trainer, der auch in der Krise nicht in Panik verfiel, sondern besonnen weiterarbeitete. Und nicht zuletzt die Mannschaft, die endlich wieder erfahren durfte, wie süß ein Sieg schmeckt und wie gut es tut, sich selbst zu belohnen.
Dass der Kantersieg in Köln durch den in sich zusammenfallenden Gegner, dem schwachen Torwart und dem Glück eines abgefälschten Schusses begünstigt wurde, sollte erwähnt werden, gleichzeitig aber die Freude über den Sieg nicht schmälern.
Fehler des Gegners eiskalt zu bestrafen gehört schließlich zu den Tugenden einer erfolgreichen Mannschaft, wie die Borussen in dieser Spielzeit schon so oft schmerzvoll am eigenen Leib erfahren mussten.
Gerade weil der so ersehnte zweite Saisonsieg im Derby und unter diesen besonderen Umständen zustande gekommen ist, sollte er mehr wert sein, als ‚nur‘ die drei Punkte auf dem Papier. Dazu wird vor allem wichtig sein, dass niemand glaubt, mit diesem einen Sieg sei nun „alles wieder gut“. Wie sich eine falsche Einordnung eines Kantersieges auswirken kann, ist nach dem 6:3 in Leverkusen noch in frischer Erinnerung.
Borussia steht das Wasser weiter bis zum Hals. Doch dass sie mit Wasser umgehen können, haben die Spieler in Köln gezeigt. Jetzt sollten sie sich endgültig freischwimmen.