Samstag, 12. Dezember 2009 - 21:42 Uhr

Mit der Nummer 19 als 19. Mann im Kader machte sich Patrick Herrmann warm. Zusammen mit Spielern des Schlages Oliver Neuville durfte Borussia Mönchengladbachs Youngster im Kreis das Aufwärmtraining vor mehr als 40.000 Besuchern absolvieren.
Im Sommer 2008 wechselte Patrick Herrmann im Paket mit dem ebenfalls sehr talentierten Muhittin Bastürk vom 1. FC Saarbrücken in die A-Jugend von Borussia Mönchengladbach. Beide Spieler standen in der Junioren-Nationalelf und wurden von vielen Bundesligisten umworben.
Während Muhittin Bastürk eher als defensiver Mittelfeldspieler glänzt, sorgt Patrick Herrmann in der Offensive für großen Spielspaß. In Saarbrücken als B-Jugendlicher in der U19 eingesetzt, setzt er bei Borussia Mönchengladbach seinen steilen Aufstieg fort und kickt mittlerweile als Stammspieler in der Regionalliga West beim VfL in der U23.
Schnell, viel Zug zum Tor – die Attribute versucht der 18-Jährige gerade weitestgehend zu verfeinern und bleibt eher im Hintergrund. Am 16. Spieltag der Bundesligasaison 2009/2010 trat er allerdings erstmals ins Rampenlicht, wenn auch nur als 19. Spieler und damit nur knapp am 18er-Kader vorbeigeschrammt.
Dabei nächtigte Patrick Herrmann noch wenige Stunden vor der Partie gegen Hannover 96 in einem Mannheimer Hotel. Den Blick auf das Regionalliga Spiel gerichtet, überraschte ihn der Anruf aus Mönchengladbach, denn Roberto Colautti hatte sich tags zuvor im Abschlusstraining verletzt, Raul Bobadilla wurde aus disziplinarischen Gründen aus dem Profikader gestrichen. Da benötigte der VfL die kurzfristige Hilfe aus der Nachwuchsabteilung und holte Patrick Herrmann angesichts des angeschlagenen Wackelkandidaten am Samstagmorgen zurück an den Niederrhein.
Am Ende signalisierte Roberto Colautti „Grünes Licht“ und somit bliebt kein Platz im 18er-Kader für den hoffnungsvollen Angreifer übrig. Doch die erste Bundesligaluft, die Patrick Herrmann lediglich beim Aufwärmtraining schnuppern durfte, sollte für genügend Motivation sorgen, dass er schon bald zu eben solchen Spielern gehören wird.
Vielleicht darf Patrick Herrmann in drei Wochen erneut seine Koffer packen und sich mit auf die Reise ins Trainingslager der Profis nach Spanien machen. Schließlich nimmt der VfL immer wieder Perspektivspieler mit – Herrmann wird es sicherlich freuen, auch wenn er am heutigen Abend den Spieltag nur am Rande miterleben durfte und sich im Geleitschutz von Tony Jantschke befand.
Wie es in drei, vier Jahren aussieht – das steht noch in den Sternen. Geht es nach Sportdirektor Max Eberl, der Patrick Herrmann persönlich in den Borussia-Park lotste, ist dies nur eine logische Konsequenz der langfristigen Planung.