Sonntag, 13. September 2009 - 15:13 Uhr

Es passierte im Nachlauf des zweiten Spieltages in den Katakomben des Borussia-Parks. Gladbachs Offensivmann Karim Matmour wurde auf eine offensichtliche Schwalbe angesprochen, die er während der Partie produziert hatte. Das Statement des Algeriers war reichlich dämlich. »Man muss es versuchen, vielleicht pfeift er beim nächsten Mal«, so seine unbedachten Worte. Fußball sei ein Stück weit auch Show, meinte Matmour.
Natürlich wurden ihm diese Aussagen in den nächsten Tagen um die Ohren geschlagen, der Boulevard sprach von einem ‚Skandal‘. Und offensichtlich hat auch der DFB Kenntnis davon genommen. Immerhin hatte Matmour angekündigt, seine Betrugsversuche fortsetzen zu wollen.
Steht Karim Matmour nun auf einer ‚schwarzen Liste‘ beim DFB? Ganz ausschließen kann man das nicht, wenn man die Szene in der zweiten Halbzeit bei der Partie in Nürnberg betrachtet, als der 24-Jährige im Strafraum umgesenst wurde und der Schiedsrichter nur auf Abstoß entschied.
»Gagelmann stand gut und wenn er das nicht sieht, dann weiß ich es auch nicht«, echauffierte sich Borussias Trainer Michael Frontzeck. Und er deutete an, dass mehr dahinterstecken könnte, als nur eine temporäre Sehstörung des Unparteiischen. »Wir müssen mit Matmour sehr vorsichtig sein. Der vierte Mann hat sich irgendwie geäußert«, sagte Frontzeck, ohne dies jedoch weiter zu konkretisieren.
»Wenn das eine Retourkutsche auf die Schwalbe gegen Berlin war, dann haben wir ein ganz großes Problem«, so Frontzeck weiter. »Die Situationen muss man unabhängig voneinander beurteilen«.
Auch für Sportdirektor Max Eberl liegt der Verdacht nahe, dass der ausgebliebene Pfiff in Nürnberg mit den Aussagen nach dem Berlin-Spiel zusammenhängt. »Ich befürchte, dass es damit zu tun hat«, räumte Eberl ein. »Andersherum muss man sagen, wenn ich jetzt jeden Spieler im Hinterkopf habe, der eine Schwalbe gemacht hat, muss ich mir als Schiedsrichter viel merken«.
Dennoch scheint offensichtlich, dass Karim Matmour sich und seiner Mannschaft mit seinen naiven Aussagen einen Bärendienst erwiesen hat. Es gibt sicherlich Klärungsbedarf zwischen der Borussia und den Schiedsrichtern, um die Sache gerade zu rücken und Matmour aus der Schublade des potentiellen Betrügers heraus zu holen.
Und der Verein sollte auch öffentlich machen, dass er solche Aussagen nicht gutheißt und den Spieler entsprechend sanktioniert. Dummheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe. Und eine Medienschulung für Karim Matmour wäre wohl auch keine vertane Zeit ...