Samstag, 29. August 2009 - 10:37 Uhr

Michael Bradley ist ehrgeizig, extrem ehrgeizig. Der Sohn des US-Nationaltrainers Bob Bradley verfolgt eine Karriereplanung, die ihn einmal in die oberen Sphären des internationalen Fußballs bringen soll. Von den New York Metro Stars wechselte er in jungen Jahren zum SC Heerenveen nach Holland, im letzten Sommer folgte der nächste Schritt in die Bundesliga zur Gladbacher Borussia.
Überall war Bradley Stammspieler, daneben gab es zahlreiche Auftritte für seine Landesauswahl. Eine Pause gönnt sich Michael Bradley nicht. Er will spielen – immer und überall.
In Mönchengladbach machte er das vor allem zu Beginn der vergangenen Halbserie sehr gut. Es wurde jedoch deutlich, dass der 22-Jährige seine Leistungen noch nicht auf einem konstant hohen Level abrufen kann. Wenig verwunderlich in dem Alter und angesichts der gewaltigen physischen Belastung.
In die Vorbereitung auf die laufende Spielzeit stieg Bradley aufgrund seiner Verpflichtungen in der Nationalelf verspätet ein, dennoch stand er sowohl beim Pokalspiel in Frankfurt als auch beim Ligaauftakt in Bochum in der Startelf. Beim Heimspiel gegen Berlin wurde er durch den ‚Schweinegrippenverdacht‘ ausgebremst, in Bremen stand er wieder von Beginn an auf dem Platz.
»Michael Bradley ist ein junger Spieler, der für sein Alter schon sehr viel mitbringt und der bei mir eigentlich immer in der Startelf stand«, sagt Borussias Trainer Michael Frontzeck. Doch weder dem Coach noch den Beobachtern blieb verborgen, dass Michael Bradley nicht auf der Höhe war. »Er hat in den letzten Wochen unglücklich gespielt«, umschreibt es Frontzeck. »Das Spiel war teilweise fehlerhaft«.
Das alleine ist jedoch nicht der Grund, warum Michael Bradley gegen Mainz 05 selbst ein Platz auf der Ersatzbank verweigert wurde. »Es geht eigentlich weniger um die Fehler, als die Art und Weise, wie er damit umgeht«, erklärt Frontzeck. »Als junger Spieler musst du Fehler realisieren, um wieder den Schritt nach vorne zu machen. Das hat mir nicht gefallen und deshalb war er für dieses Spiel nicht im Kader«.
Was genau vorgefallen ist, darauf wollte Borussias Cheftrainer nicht näher eingehen. Da Frontzeck so konsequent durchgriff und Bradley gleich komplett aus dem Aufgebot für die Partie gegen Mainz strich, dürfte es sich um keine einvernehmliche Auseinandersetzung gehandelt haben.
Beim Spiel gegen Mainz machte sich der Verzicht auf Michael Bradley nicht negativ bemerkbar, da sowohl Thorben Marx als auch Marcel Meeuwis eine gute Leistung boten. Michael Bradley wird jetzt zunächst zur Nationalmannschaft reisen (WM-Qualifikation am 5.9. in Salt Lake City gegen El Salvador und am 9.9. in Port of Spain gegen Trinidad).
Man darf gespannt sein, wie er sich nach seiner Rückkehr präsentieren wird. Fest steht sicherlich, dass Borussia Mönchengladbach trotz des ordentlichen Starts einen Michael Bradley in der Form des Frühjahrs gut gebrauchen kann ...