Donnerstag, 16. Juli 2009 - 18:53 Uhr

Ein wenig verunglückt sieht er schon aus, Borussias Toptorjäger der beiden letzten Spielzeiten. Rob Friend hat sich pünktlich zum Trainingslager in Österreich eine nicht ganz gelungene Kurzhaarfrisur verpasst. »Der Haarschneider ist ein wenig durchgedreht«, flachste der 28-Jährige. Doch die Laune wollte er sich davon nicht verderben lassen, stand er doch beim Vormittagstraining erstmals seit langer Zeit wieder auf dem Rasen.
»Es hat wirklich Spaß gemacht, das Spielfeld zu betreten und den Ball zu berühren«, freute sich der Kanadier. »Das habe ich zuletzt im März gegen Bochum gemacht. Vieles ist seitdem passiert und es war eine schwere Zeit«.
»Drei Operationen an der Ferse, das steckt man nicht so einfach weg. Manchmal war es wirklich sehr schwer, mental damit fertig zu werden«, räumte Friend ein. Gemeistert hat er diese Phase zusammen mit seiner Frau Mari, die in den nächsten Tagen das erste gemeinsame Kind erwartet. »Das Handy ist immer an«, sagte Friend. »Aber ich habe mit meiner Frau vereinbart, dass unser Sohn noch so lange wartet, bis ich wieder aus dem Trainingslager zuhause bin. Sie war einverstanden ...«.
An die harten Monate der Reha will der Stürmer nicht mehr denken. »Es war die erste so schwerwiegende Verletzung in meiner Karriere. Aber das ist Vergangenheit und ich werde jetzt nach vorne schauen«.
Da liegt die Priorität des Kanadiers darin, möglichst bald den Anschluss zu schaffen. »Ich will so schnell wie möglich wieder zu 100% fit werden. Doch das gehen wir vernünftig an. Ich mache keine verrückten Dinge und gehe kein Risiko ein«.
Ein gesunder Rob Friend wird bei der Borussia schließlich gebraucht. »Auf jeden Fall ist es unser Ziel, die Klasse erneut zu halten. Dazu müssen einige Dinge passieren. Wir müssen aus den Fehlern lernen, die wir letztes Jahr gemacht haben und wir müssen auf den Dingen aufbauen, die positiv waren«.
Für sich selber hofft der in der abgelaufenen Spielzeit fast immer als Einzelkämpfer im Sturm aufgebotene 1,95-Mann »auf mehr offensive Möglichkeiten, denn als Stürmer profitiert man eben von so etwas«. Damit spricht der Kanadier auch die Neuzugänge Arango und Bobadilla an. »Ich freue mich besonders darauf, von ihrer Offensivstärke zu profitieren«.
Dass die Defensive die Grundlage für den Klassenerhalt war und auch in der neuen Saison sein wird, ist Rob Friend klar. »Natürlich ist das die Basis. Aber ich bin schließlich Stürmer und es war in der defensiven Ausrichtung wirklich sehr schwer für mich, alleine dort vorne«.
Man darf sich überraschen lassen, wie offensiv der neue Trainer Michael Frontzeck am Ende tatsächlich spielen lässt. Bislang ist der Eindruck, den Rob Friend von seinem Coach gewinnen konnte, durchweg positiv. »Ich freue mich mit ihm zu arbeiten«, so der Kanadier. »Es scheint so, als ob er viele neue Ideen mit ins Team bringt, die wir wirklich gebrauchen können«.
Nicht nur für Rob Friend gilt es, diese Ideen umzusetzen ...