Mittwoch, 03. Juni 2009 - 14:45 Uhr

Die Trainerfrage bei Borussia Mönchengladbach war gerade mit der Benennung von Michael Frontzeck beendet, da rauschte es in der Fan-Community. Erstaunlich, welche Vorbehalte unverblümt gegen den neuen Coach geäußert wurden. Es wirft wahrlich ein trauriges Bild auf einen Teil der Anhängerschaft, der offenbar nicht begreifen mag, dass Polemik und Hektik den Durchblick vernebeln und jedwede Langfristigkeit torpedieren.
Nimmt man diese Aufgeregtheiten zum Maßstab, so würde der stets unaufgeregte Michael Frontzeck tatsächlich nicht nach Gladbach passen. Doch gerade in der Wahl von Frontzeck ist ein Signal, dass man sich dem wilden, unsachlichen Geschrei der Öffentlichkeit – egal ob medial befeuert oder nicht – nicht mehr beugen will.
Für den angestrebten Neuaufbau hat man mit Michael Frontzeck an der Seite von Sportdirektor Max Eberl eine ausgezeichnete Lösung gefunden. Frontzeck ist kein Dampfplauderer und wird wohl kaum vor der Nordkurve den ‚Tanzpeter‘ geben. Er ist stattdessen ein Fußballfachmann, der eine Bärenruhe ausstrahlt und sich vom Zirkus, der in der Bundesliga herrscht, nicht verrückt machen lässt.
Genau einen solchen Mann braucht es, wenn man die Konzeption umsetzen will, die Max Eberl in der letzten Wochen erläuterte.
Michael Frontzeck hat als Cheftrainer in Aachen und in Bielefeld bewiesen, dass er mit grenzwertig dünnem Spielermaterial im Abstiegskampf einen kühlen Kopf bewahren kann. Er trifft Entscheidungen um der Sache willen und nicht, um den Fans oder den Journalisten zu gefallen. Genau diese Tugenden sind in Mönchengladbach gefragter denn je.
Michael Frontzeck wird seinen Weg machen. Die Voraussetzung ist, dass man bei Borussia zu Trainer und Sportdirektor steht und den Weg mitgeht. Mit allen Konsequenzen – und allen medialen Breitseiten und nörgelnden „Fans“ zum Trotz ...