Dienstag, 20. Februar 2007 - 08:20 Uhr

„Wenn wir irgendwann wieder schönen und erfolgreichen ‚Fuppes’ sehen wollen, dann müssen wir eine "Ehrenrunde" in der 2. Liga einlegen.“
Wie tief muss der Frust bei den Borussen-Fans sitzen, wenn Sätze wie dieser im TF-Forum zu lesen sind. Tatsächlich sind die allwöchentlichen Auftritte unseres Teams seit über einem Jahr zumeist grauenhaft anzusehen. Kurze Hoffnungsphasen, wie in München oder Bielefeld, werden unverzüglich wieder zunichte gemacht. Die Quittung ist der letzte Platz in der Tabelle.
60 km weiter südöstlich vom Borussia-Park gibt es eine Spezies, denen Begriffe wie „Ehrenrunde“ und „zweite Liga“ tagtäglich im Halse stecken bleiben. Fernab von jeder sportlichen Rivalität zum 1. FC Köln, lohnt es sich für Gladbacher die Stimmung rund um das Geißbockheim in sich aufzusaugen. Auch Köln ist ein Traditionsverein, auch Köln hat ein großes Stadion, auch Köln hat ein Superumfeld, auch Köln bringt zig Tausend Fans pro Woche auf die Beine, auch Köln gehört zu den authentischsten Klubs in Deutschland.
Und doch wurde der FC zur Fahrstuhlmannschaft und verschliss reihenweise Spieler, Trainer und Sportdirektoren. Sogar der Präsident Wolfgang Overath, ein Mann der mit Fug und Recht als die Identifikationsfigur am Rhein gegolten hat, muss seine Grenzen erkennen. Zuletzt gelang es Overath mit Christoph Daum einen Trainer zu verpflichten, der nicht nur mit Herzblut sondern auch mit Sachverstand seiner Arbeit in der Domstadt nachgeht.
Am Sonntag jedoch erlebten Daum und seine Truppe in Essen ihr Waterloo – der vorläufige Tiefpunkt einer Saison, von der man sich den direkten Wiederaufstieg versprochen hatte. Es lohnt sich, einmal in die Pressekonferenz aus dem Georg-Melches-Stadion hineinzuhören und ohne Häme hieraus die Lehren für Borussia zu ziehen.
Nein liebe Gladbacher. Der Weg in die zweite Liga ist keine Lösung unserer Probleme, im Gegenteil. Ein Wiederaufstieg muss in 34 harten Matches in Paderborn, Fürth oder Aue erst wieder erarbeitet werden. In Köln geht dies momentan schief. Auch Gladbach würde nicht nur bei Null anfangen sondern sich mit einer neu zu formierenden Mannschaft ohne gewachsene Strukturen sehr, sehr schwer tun.
In den kommenden Wochen gilt es daher auf sämtlichen Ebenen im Klub und auch bei den Fans alles, aber wirklich alles dafür zu tun, um dem zu entrinnen. Erst am 19. Mai um 17.20 Uhr wird abgerechnet – bis dahin ist arbeiten angesagt!